Die ausstehenden Kreditkartenschulden in den USA steigen immer schneller an. Laut einem Bericht der Federal Reserve summieren sich die Schulden nun auf ein Total von 937,5 Milliarden US Dollars. Das sind 7.4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Der vermehrte Gebrauch des Plastik-Geldes kann zwei Ursachen haben. Entweder glauben die Konsumenten an eine bessere Zukunft und höhere Einnahmen oder die Entwicklung ist aus der Not geboren.
Man braucht nun wirklich kein Einstein zu sein, um abschätzen zu können, was die Motivation der Amerikaner ist, noch mehr Schulden zu machen. Sie haben den hinter ihnen liegenden Immobilienboom wie eine Cash Cow benutzt und die Hypotheken aufgestockt, um ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren. Doch jetzt gibt die Kuh plötzlich keine Milch mehr.
"Clever" wie die Amerikaner nun mal sind, zapften sie die nächste Quelle an - die Kreditkarten. Dass dieser Trend auf genau so wackligen Beinen steht wie der Immobilienboom zeigt sich nun in den Resultaten der Kreditkartenfirmen. Die Hiobsbotschaften aus der Plastikgeldbranche folgen Schlag auf Schlag. Die Aktien von American Express, Capital One und Konsorten schauen sich die Märkte nun von unten an.
Die Folgen davon sind klar. Wir können aus unserer reichhaltigen Erfahrung aus dem Subprime-Debakel schöpfen. Die Bedingungen für Neuschuldner werden verschlechtert, die Ratings von mit Kreditkarten-Schulden gedeckten Anleihen werden zurückgestutzt, die Ausfälle mehren sich und rund um den Globus wird gejammert, weil sich Debitoren auch da finden, wo sie vorher niemand vermutet hätte. Es darf also fröhlich spekuliert werden.
Das ist die eine Seite der Medaille, viel interessanter scheint mir aber die andere Seite. Was machen die Amerikaner, wenn ihnen die Kreditkarten-Firmen keine Neuverschuldung mehr ermöglichen, weil sie schon mit dem Bedienen der aktuellen Schulden überfordert sind? Weniger konsumieren...? - und was heisst das für die Weltwirtschaft?
Wie auch immer, so eindeutig wir mir eine Rezession in den USA erscheint, ist sie für die Experten nicht:
Die US-Wirtschaft wird gemäß dem von Bloomberg erhobenen Konsens unter den Volkswirten einer Rezession entgehen, zumal die Verlangsamung des Konsums in keinen Kollaps der Ausgaben münden wird. (Quelle)
Und auch die Politik versucht alles, um eine Rezession abzuwenden. Ob die vorgeschlagenen Mittel dafür ausreichen werden?
Um einer drohenden Rezession in den USA entgegen zu wirken, hat die demokratische Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton, ein umfassendes Programm vorgestellt. Das Paket sieht staatliche Investitionen in der Höhe von bis zu 110 Milliarden Dollar (74,4 Mrd. Euro) vor. 70 Milliarden Dollar sollen in einer Sofortmaßnahme die Folgen der Wirtschaftsflaute für Gering- und Mittelverdiener lindern, sieht der Plan der ehemaligen First Lady vor. (Quelle)
Das sich die Experten dennoch nicht einig sind, zeigt der folgende Bericht:
Die Angst, dass die USA kurz vor einer Rezession stehen, ist für David Rosenberg vollkommen unbegründet. Warum? „Weil sie schon mitten drin stecken“, erklärte der Chefvolkswirt der Investmentbank Merrill Lynch vergangene Woche – und löste an der Wall Streeet damit bereits den zweiten Kursrutsch des Dow Jones um mehr als 200 Punkte in diesem Jahr aus. (Quelle)
Some Debt Trends Are Good. This Isn’t One of Them. (Trackback)
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Geschrieben von: Michael, am 13-01-2008 19:07 Wir wollen die Amerikaner mal nicht schlechter machen als sie sind. Sie wurden regelrecht in eine Überschuldungsfalle getrieben. Oft miese Schulausbildung, die uns als Vorbild dient und keine wirkliche Chance im Beruf. Sie haben keinen Beruf, sie machen einen Job. Dabei geht es nicht darum, daß ein Beruf Freude machen kann, es geht darum "Geld" zu machen. Dazu verhalten sie sich wie Wanderprediger. Sie ziehen wie Heimatlose, die sie bald sind, von Ort zu Ort. Oft müssen sie zwei oder drei "Jobs" machen. So entstehen flexible "Konsumenten", Schuldner, zwangsläufig. Genauso wird es mit der Jugend in Deutschland gemacht. Wie die Dummen mit Papiergeld, das jederzeit beliebig vermehrbar, sprich abwertbar ist auf die Rente sparen, 10 Handyverträge, dazu noch ein Bündel Internetanschlüsse, und all die prachtvollen Reformen. Dazu werden "Dienstleistungsgesellschaft" und "Globalisierung", jetzt auch noch Klimaschwindel für Niedrigstlöhne und Höchstpreise gespielt. Ergebnisse sind Hartz IV und Generation Praktikum. Das endet irgendwann gnadenlos in der Überschuldung der nächsten Generation. Die Banken wollten keine Gläubiger, die Zinsen kassieren, sie wollten Schuldner, die Zinsen zahlen, möglichst bis in die übernächste Generation. Da nun einmal die Einlagen das "Eigenkapital" der Banken sind, bedeutet Privatpleite in Massen auch Bankenpleite in Größenordnungen. Wobei die Pleiten noch durch Ölscheichs und Staatsfonds verhindert werden. Kommen aber noch ein paar Wacken dieser Größe ins Rollen, sieht es düster aus. Was letztendlich nicht weiter schlimm ist. Die einen sind und bleiben arm, die anderen sind und bleiben reich. Wer mehr Schulden als Geldguthaben hat ist "arm", also auch viele von denen, die glauben, Mittelstand zu sein. Hier kann man nur sagen: Wehret endlich den schon fortgeschrittenen Anfängen. Wenn ihr hier keine Lehrstelle oder keinen Studienplatz findet, zieht weg und laßt die geriatische Gesellschaft in ihrem "Geld" verrecken. Kommt nicht zurück und zahlt mit eurer Rentenversicherung die Rente und Pension derer, die diesen Mist verbocken. Zieht in die Schweiz, nach Norwegen, nach Schweden, nach Dänemark, in wirkliche Demokratien. Baut euch ein solides Leben auf. Jagt nicht wie die Geldkranken irgendwelchem "Reichtum" hinterher. Lebt lieber glücklich, bescheiden und zufrieden. Laßt euech von den Politclowns nicht verklapsen. Geschrieben von: egghat , am 13-01-2008 22:03 Die Darstellung mit dem Ersatz der MEW (Mortgage Equity Removals; das Pumpen von Geld über höhere Hypotheken) ist völlig richtig. Die Kreditkartenkredite steigen jetzt, wo diese Möglichkeit weg ist. Teilweise werden auch sicherlich Hypothekenzinsen mit der Kreditkarte bezahlt (lieber Kreditkarte gesperrt als Haus weg). Eines würde ich aber nicht zwangsläufig folgern wollen: Dass die Kreditkartengesellschaften darunter massig leiden. Amex schreibt jetzt gerade einmal 20% des Quartalsgewinns ab. Die sind immer noch superprofitabel. Und außerdem gibt es niemanden außer den Kreditkartengesellschaften, der so viele Daten über einen Konsumenten besitzt und niemanden, der auch nur annähernd über so ein gutes Risikomanagement verfügt wie die Kreditkartengesellschaften. Die Krise bei den Subprimes ist ja entstanden, *weil* es keine Risikokontrolle mehr gab. Das war der wirklich entscheidende Faktor. Geschrieben von: HRR, am 13-01-2008 22:20 Der Glaube an irgendwelche schlauen Modelle scheint nicht auszurotten zu sein Die Manager der Unternehmen versuchen den kurzfristigen Gewinn zu maximieren, weil die Aktionäre kurzfristig ausgerichtet sind. Sowas wie Unternehmenstreue von Seiten der Aktionäre gibt es nicht mehr. Wenn also kurzfristig ein gutes Geschäft winkt, das langfristig gefährlich werden kann, dann machen die Unternehmen mit. Das galt für das Hypotheken-Geschäft und gilt auch für die Kreditkarten. Man sollte die Manager nicht unterschätzen. Viele von ihnen wussten genau, dass das Hypotheken-Modell irgendwann kippen wird. Es ging darum bis zur Trendwende dabei zu sein und rechtzeitig auszusteigen. Ein paar wenige haben dies auch geschafft. Wer zu den Boom-Zeiten gar nicht dabei war, wurde von den Börsen abgestraft (entgangene Gewinne). Kein Risikomodell kann mir zeitgenau sagen, wann die Probleme beginnen und die Versuchung ist selbstverständlich gross, bis am Schluss mit dabei zu sein, denn da haben schon immer die grössten Gewinne gewunken. Artikel kommentieren
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Erhalten von: federal ein , am 10-07-2008 15:44 (PB) [...] nun auf ein Total von 937,5 Milliarden US Dollars. Das sind 7.4 Prozent mehr als vor einem Jahr.http://blog.zeitenwende.ch/zyklen/der-amerikanische-pat ient/Axel Hacke, Texter und Autor, beendet seine Tagesspiegel-SerieImmer, wenn's am besten ist, soll man [...] Erhalten von: Aktuelle Daten zu Kreditkartenschulden » Beitrag » Kostenlose Kreditkarten , am 01-12-2008 14:55 (PB) [...] die Hälfte der Kreditkartenschulden wurden als Asset Backed Securities verbrieft und weitergegeben. Befürchtungen, dass ein [...] |