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Kapitalismus per Kettenbrief |
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Dienstag, 4. März 2008 |
Sorry, ich muss nörgeln. Mir gehen die Diskussionen, ob die USA nun in einer Rezession steckt, ob sie überhaupt in eine Rezession kommt und wenn sie nicht schon da ist, wie lange sie dann dauern wird, ziemlich auf den Zeiger. Was soll das bringen und ... ändert da irgend was?
Tatsache ist doch, die Wirtschaft ist ein Kettenbrief. Die Schulden des einen sind das Geld des anderen und wenn Schulden nicht bedient werden, dann ist die Stimmung im Eimer. Wann sich das ändern wird, wer will das schon wissen...
Ich weiss es auf jeden Fall nicht. Ich weiss nur, dass ohne neue Schulden kein Geld ins Land kommt und neue Schuldner sind in einer Kreditkrise so selten wie Kamele am Nordpol. Da kannste lange suchen. Abgesehen davon sind Politik und Wirtschaft in erster Linie damit beschäftigt, die laufenden Kredite über Wasser zu halten und Rettungspakete zu schnüren. Damit wird die Entwicklung zwar hinaus gezögert. Die Frage aber, woher neue Schuldner kommen sollen, ist nachwievor nicht beantwortet.
Im Gegenteil. Inzwischen sind auch dunkle Wolken bei den Geschäftsliegenschaften auszumachen. Ganz zu schweigen von Kreditkarten, Autoleasing und Studentendarlehen. Und solange dies der Fall ist, erübrigt sich jede Prognose, wann die USA wieder flott voran schreiten werden. Viel eher sollten wir uns Gedanken machen, wie und wann die Welle auf Europa überschwappt, denn der Kettenbrief aus laufenden Krediten hört nicht an den Gestaden von New York auf, wie manche hiesigen Banken schon leidvoll erfahren mussten.
PS: Robert von Heusinger hat den Kapitalismus per Kettenbrief bereits schön beschrieben. Den Einstieg können Sie überspringen, der Artikel ist vom Jahr 2003. Also wer mag, hier geht's lang Kapitalismus per Kettenbrief
PPS: Das Bild "We are all subprime now" gibt es auch als T-shirt
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