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Betrogene Betrüger PDF Drucken E-Mail
Montag, 8. Oktober 2007
Image Es war anfangs der 90er Jahre als ich, damals noch als Anlageberater in einer Schweizer Bank tätig, das erste Mal von der Nigeria-Connection erfuhr. In einem Brief wurde mir eine Millionensumme versprochen, wenn ich dem Sohn eines afrikanischen Ministers geholfen hätte, seine Erbschaft ausser Landes zu bringen. Der Brief landete dort wo er hingehörte – im Papierkorb. Doch offenbar fand die Nigeria-Connection zahlreiche Opfer und die Masche der Betrüger funktioniert immer noch, inzwischen auch über das Internet und ist genau so wenig auszurotten wie Dummheit und Gier.

Und das funktioniert so: Aus Afrika, in der Regel aus Nigeria, schreiben angebliche  Söhne ermordeter Diktatoren, hohe Regierungsbeamte oder Bankangestellte in holprigem Englisch von Millionenbeträgen, die mit Hilfe des Angeschriebenen ins Ausland transferiert werden sollen, wobei für den Adressaten ein hoher Prozentsatz abfallen soll. Üblicherweise werden zunächst aber diverse Gebühren und Bestechungssummen fällig, die doch bitte der ins Auge gefasste Partner vorstrecken möge.

Ausschnitt aus einer E-Mail
 
I am Mr. Joseph Otumba, Provincial Director first Bank of nigeria, victoria island Branch. I have urgent and very confidential business proposition for you. On June 6, 2000, an American Oil consultant/contractor with the nigeria Mining Corporation, Mr. michael creek made a numbered time (Fixed) Deposit for twelve calendar months, valued at US$20,200,000.00 (Twenty Million two hundred thousand Dollars) in my branch…
 

Geblendet von Millionenbeträgen strecken die potenziellen Opfer Gebühren vor und genau diese Gebühren sind das Geschäft der Betrüger. Doch inzwischen hat sich eine Gegenbewegung entwickelt, die die Nigeria-Connection aufs Glatteis führt mit den genau gleichen Methoden – die Scambaiter. Sie antworten auf solche Mails auf ihre ganz eigene Art und lassen die Betrüger auflaufen.

So geht Michael Palin (Empfänger einer Betrügermail) nicht auf den Inhalt des Briefes ein, macht aber einen Gegenvorschlag. Als Herausgeber von Hörbüchern möchte er den afrikanischen Markt erobern und sucht dafür Sprecher mit afrikanischem Akzent. Und tatsächlich geht ein Betrüger darauf ein und spricht den Sciencefiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf Tonband. Ein Ausschnitt: http://www.419eater.com/images/booked_07.mp3 
 
Geld bekommt er dafür natürlich nicht, denn die (fiktive) Hörbuchfirma von Michael Palin „Pirate Audio & Video Productions“ steht leider vor finanziellen Problemen. Und so geht das Spiel weiter, bis der Betrüger entnervt und manchmal auch überschuldet aufgibt. Die Betrüger werden so mit ihren eigenen Tricks hinters Licht geführt und dem Internet-Publikum vorgeführt.

Bilder und Berichte über Betrüger, die von den Scambaitern vorgeführt werden
Das Phänomen Nigeria-Connection

Geschichte der Trickbetrüger bei Wikipedia:

Vorschussbetrug per Briefpost ist schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Richtig "populär" wurde er aber erst mit dem Aufkommen von Fax und Internet Mitte der 1980er Jahre, als vor allem nigerianische Banden in hunderttausenden von Faxen und E-Mails potentiellen Opfern in radebrechendem Englisch riesige Gewinne versprachen. Daher wird diese Art des Betruges inzwischen auch four-one-niner (nach dem relevanten Paragrafen 419 des nigerianischen Strafgesetzbuchs) oder Nigerianischer Brief (Nigeria-Connection) genannt.

Inzwischen agieren die Trickbetrüger auch aus anderen Städten und Staaten mit nigerianischer Population, wie London, den Niederlanden, Kanada, Madrid, Dubai und anderen. Am 13. Februar 2003 erschoss ein geprellter Tscheche aus Rache den nigerianischen Botschafter in Prag, obwohl dieser nichts mit den Betrügern zu tun hatte.
 

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Steve, am 26-05-2009 16:28
Noch besser gehts von Italien aus.

Ich verkaufe grad meine Wohnung und bisher haben 3 Italiener und 1 Holländer angerufen, die mich in Milano treffen wollen um alles zu besprechen.

Was dann passieren würde ist klar,
man wird eingeladen, wohl in 5* Hotel, bezahlt und dann können sie nicht zahlen oder wollen wechseln mit Kurs zu meinen Gunsten etc. Nur dann bekommt man entweder Falschgeld, Geldschnitzel oder wird zum Devisenschmuggler.

Bisher angerufen:
Hr. Khalid, 0039 3899911440
Hr. Constantin
Hr. Balduin.

Alle wollen nur in Milano alles besprechen. Zum Teil waren sie so blöd, dass ihre angegebenen Adressen nicht existieren.


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