US-Finanzminister Henry Paulson fordert eine grundlegende Reform der US-Finanzaufsicht. Laut Medienberichten soll er heute Montag darüber berichten. Das Ziel dürfte sein, die Kompetenz der FED massiv auszuweiten, um die Investmentbanken an die Kandarre zu nehmen. Das tönt gut, allein mir fehlt der Glaube.
Paulsons Plan sieht vor, dass die US-Notenbank Fed mehr Zugriffsmöglichkeiten auf Investmentbanken erhält. Die Fed soll demnach direkt bei den Instituten eingreifen dürfen, wenn die Stabilität des Finanzsystems gefährdet ist. Bisher ist sie für die Aufsicht über US-weit tätige Großbanken zuständig, nicht aber über Investmentbanken und Brokerhäuser. Diese unterstehen der Börsenaufsicht SEC.
Die SEC würde nach den Vorschlägen Einfluss verlieren und mit der Terminmarktaufsicht CFTC fusionieren. Die CFTC überwacht derzeit den täglich rund 4200 Mrd. Dollar (2660 Mrd. Euro) schweren Handel mit Terminkontrakten auf so unterschiedliche Produkte wie Orangensaft und Fremdwährungen.
Die Notenbank Federal Reserve soll das Recht erhalten, die Bilanzen jedes Finanzakteurs zu prüfen, dessen Probleme zu Schwierigkeiten für das gesamte Finanzsystem werden könnten. Das würde auch Hypothekenbanken betreffen, deren leichtfertige Kreditvergabe an Kunden mit schlechter Bonität die Kreditkrise auslöste.
Die Botschaft, die bei den Investoren ankommen soll heisst: Der Staat übernimmt die Kontrolle über die Wall Street.
Wer aber sind die Personen, die die Wall-Street-Banken kontrollieren sollen?
Henry Paulson - seit Mai 2006 Finanzminister der USA - war von 1999 bis 2006 Vorsitzender und CEO der US-Investmentbank Goldman Sachs.
Stephen Friedman - seit Januar 2008 Vorsitzender der New Yorker FED - ist Verwaltungsratsmitglied von Goldman Sachs
Selbst das Wall Steet Journal war die Nomination von Stephen Friedman zum Chef der New Yorker Fed suspekt, wobei sie vergass zu erwähnen, dass Friedman immer noch bei Goldman Sachs ist: Private Equity Invades the Fed
Die Verflechtungen zwischen der Fed, dem Finanzministerium und der Wall Street sind so eng, dass man sich getrost fragen darf, ob nicht Interessenskonflikte die Politik am rechtzeitigen Eingreifen gehindert hatten. Zur Erinnerung: Goldman Sachs ist jene Investmentbank die am besten durch den Sturm navigierte und jetzt mit den düstersten Schätzungen zu globalen Verlusten auf sich aufmerksam macht: Goldman sees $1.2 trillion global credit loss
Hat hier jemand gerade Bananenrepublik gerufen? 
UPDATE: Wie Paulson das US-Finanzsystem umbauen will
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Geschrieben von: Nanuk, am 31-03-2008 13:26 Ich bin ja bzw war eher skeptisch was Gold angeht. Aber so langsam fange ich an mir ernsthaft Sorgen zu machen.Da bleibt selbst einem Zyniker wie mir das Lachen im Halse stecken.  Geschrieben von: HRR, am 31-03-2008 13:56 Zur Abwechslung Eckhart Tolle lesen, das hilft zeitenwende.ch/buch-tipps/eine-neue-erde/ Geschrieben von: nanuk, am 31-03-2008 14:18 "Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt." Arthur Schopenhauer und damit es nicht ganz so schwarz wird "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion. Voltaire" Artikel kommentieren
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