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Social-Networking: Megatrend oder Megahype? |
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Donnerstag, 25. Oktober 2007 |
Das explosionsartige Wachstum von Social-Networking-Plattformen im Internet wird in wenigen Jahren sein Ende finden, glaubt das Marktforschungsunternehmen Datamonitor. Diesen Glauben teilt offensichtlich Microsoft nicht. Das in Seattle beheimatete Unternehmen steigt mit einem Minderheitsanteil bei der Community-Website Facebook ein und wird für sie weiterhin die Werbung abwickeln, nun zusätzlich auch die internationale.
Der Software-Konzern zahlt für einen Anteil von 1.6 Prozent 240 Millionen US Dollar, wie Facebook nach Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Das gibt hochgerechnet einen Marktwert von 15 Milliarden US Dollar. Zum Vergleich: Google hatte vor Jahresfrist 1.6 Milliarden US Dollar für Youtube auf den Tisch gelegt. Und es ist gerade mal zwei Jahre her als der Medienmogul Rupert Murdoch für 580 Millionen US-Dollar MySpace kaufte. MySpace hat laut Angaben in Vanity Fair vom 12. Juli 2007 ca. 180 Millionen Mitglieder. Das 100-Millionste Mitglied hat sich am 9. August 2006 angemeldet. Murdoch wurde damals von vielen Experten belächelt und wird heute für seine Weitsicht beneidet.
Bei Facebook können Nutzer Seiten mit ihren Profilen anlegen und miteinander kommunizieren. Die Plattform hat mit 50 Millionen zwar weniger Nutzer als der bekanntere Konkurrent Myspace. Allerdings ist Myspace vor allem bei Teenagern populär, während unter den Facebook-Nutzern viele Studenten und junge Berufsttätige sind, die als attraktivere Werbe-Zielgruppe gelten. Gegründet wurde Facebook im Jahr 2004 vom inzwischen 23-jährigen Mark Zuckerberg, bekannt geworden auch für sein Flair für Badelatschen (siehe Bild). Community-Plattformen wurden bislang vor allem von Jugendlichen genutzt. Immer mehr breiteten sich diese Netzwerke aber auch in anderen Zielgruppen aus. Für Interaktive im fortgeschrittenen Alter gibt es Eons, Rezoom oder TeeBeeDee. Das einzige was sich ändert sind die Themen:
Ich spreche über meine Scheidung oder meine medizinischen Probleme, erklärt die 52 jährige Martha Starks, die nach eigenen Angaben täglich ein bis zwei Stunden auf Eons verbringt. Darüber würde ich mich bestimmt nicht mit einem 20-Jährigen unterhalten.
Community-Plattformen gibt es nicht nur für das passende Alter sondern auch für das passende Einkommen. Dass Gutbetuchte ihre Zeit gerne unter sich verbringen, hat Erik Wachtmeister dazu bewogen, A Small World ins Netz zu stellen. In diesem virtuellen Country-Club können sich die (Einfluss)Reichen über Privatjets und Nobelhotels unterhalten. Die Anzahl der Mitglieder dieser exklusiven Communities wird bewusst tief gehalten.
Ob der Einstieg bei Facebook eine Verzweiflungstat des gegenüber Google ins Hintertreffen geratenen Microsoft ist, lässt sich im Moment nur schwer abschätzen. Keine Freude dürfte aber bei den "alten" Medien wie Zeitungen und Fernsehen aufkommen, wenn sich der Werbekuchen zunehmend ins Internet verschiebt.
Social-Networking-Boom: Ende des Wachstums in Sicht
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