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Deal or no Deal? PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 24. Januar 2008
Image Deal sagen die Amerikaner. Das Ankurbelungsprogramm für die US-Wirtschaft steht. Wie Finanzminister Henry Paulson sowie Spitzenvertreter der Demokraten und Republikaner am Donnerstag in Washington mitteilten, sieht das Kompromisspaket für die meisten Amerikaner Steuerrückzahlungen von bis zu 600 US-Dollar für Ledige und bis zu 1200 US-Dollar für Verheiratete plus 300 US-Dollar für jedes Kind vor. In den Genuss kämen den Angaben zufolge etwa 117 Mio. Familien.

Also für jeden den passenden Geld-Koffer. Und wer soll das bezahlen? Die Steuerzahler von morgen. Sie fühlen sich dank den Checks zwar persönlich reicher, haben aber als Staatsbürger mehr Schulden. Sparen wäre angesichts der gerade mal 24 Stunden alten Meldung eher angebracht gewesen: 

Das US-Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr auf 250 Milliarden Dollar steigen, wie der Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses mitteilte. (Quelle)
 
Je klammer die Kasse, desto grösser die Ausgaben. Was der Amerikaner privat macht, macht der Staat gleich eine Nummer grösser. Das Resultat ist daher wenig überraschend. Der US Dollar findet keinen Weg aus der Krise und das Gold hüpft weiter nach oben. Wer weiss, vielleicht verdampfen die Checks schon allein wegen der Inflation wie Schnee an der Frühlingssonne.

Glaubt wirklich jemand, dass solche Massnahmen eine Rezession verhindern können? Die Börsianer zumindest haben kurzfristig die Pille geschluckt, nachhaltig wird das aber nicht sein. 
 
Der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IFW), Dennis Snower, sagt im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Wenn das Staatsdefizit so hoch ist wie in den USA, besteht die große Gefahr, dass Steuersenkungen keine allzu große Wirkung haben. Weil offensichtlich ist, dass sie nur vorübergehend sind." Auch der Harvard Management-Professor George William kommentiert das Paket nur mit den Worten. "Die Probleme der US-Wirtschaft liegen tiefer." (Quelle)
 

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RSS Kommentare Kommentare (4)

Geschrieben von: Nanuk, am 25-01-2008 07:42
Ich kann auch nicht verstehen wieso man nicht akzeptieren kann das alles in Zyklen läuft.
Man braucht doch nur aus dem Fenster zu schauen.
Niemand dessen Verstand halbwegs in Ordnung ist würde auf die Idee kommen den Winter aufzuhalten. :?

Geschrieben von: egghat website, am 25-01-2008 10:55
Was mich auch wundert: Wie unglaublich dumm das Programm ist.

Wir haben ein Problem am Immobilienmarkt und eines an den Finanzmärkten. Und nicht wirklich beim Konsum (wbei das nicht heisst, dass da keins entstehen wird). Aber erstmal sollte man die Probleme lösen, die da gerade drohen.

Und das zweite, was extrem dumm ist: Das Programm ist extrem blöde Gießkannenpolitik. Wie wäre es mal, spritsparende Autos zu fördern? Oder Energiesparmaßnahmen in Immobilien? Oder 20 Milliarden in Bildung zu stecken (neue Schulen z.B.)? Oder 20 Milliarden oder oder.

Aber 150Milliarden einfach mit der Gießkanne ausschütten: Dümmer geht's nümmer ...

Aber es ist Wahlkampf und da muss man alle gleichmäßig bestechen ...

Geschrieben von: Michael, am 25-01-2008 13:54
Das Programm ist im Gegensatz zu den Leitzinssenkungen der FED aus meiner Sicht völlig richtig. Wenn Ausländer den Dollar zur Bezahlung akzeptieren ist das allein ihr Problem. Wie schon ein früherer US - Schuldenminister sagte : "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem. " 8)

Geschrieben von: Jörn, am 25-01-2008 14:16
Eine drohende Rezession durch Konjunkturprogramme zu verhindern ist ein verzweifelter wie sinnloser Versuch. Die FED alleine hat mit ihren milliardenschweren Geldmarktspritzen und ihrer agressiven Zinssenkungspolitik einerseits einen dramatischen Rückgang der Kreditvergabe nicht verhindern können und andererseits für eine Entwertung des US-Dollars sowie für eine ausufernde Inflation gesorgt. Die gerade in einem beginnenden Wahlkampf vollmundig verkündeten Konjunkturprogramme (meistens eh nur Steuerkürzungen, welche die enorme Verschuldung der USA noch weiter ansteigen lassen) verpuffen angesichts des Ausmaßes der Kreditkrise, erst recht wenn die nächsten Leichen aus dem Keller das Licht erblicken und die Konjunkturindikatoren in den USA weiter auf Talfahrt gehen. Nichts ist gruseliger als eine inflationäre Resession.


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