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Statistisch ausgehungert PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 14. Mai 2008
Image Dass ich die offiziellen Inflationszahlen made in USA für ein Kunstprodukt fern jeder Realität halte, hatte ich schon mehrfach geschrieben. Doch es ist sogar noch schlimmer. Will man den amerikanischen Zahlenakrobaten Glauben schenken, dann geben die Amerikaner prozentual weniger Geld ihres Einkommens für Essen aus als die Europäer. Statistisch gesehen ist dies natürlich sehr hilfreich, weil die steigenden Kosten für Lebensmittel so nur geringfügiger als anderswo Einzug in die Inflation halten und der Fed die Möglichkeit geben, mit ihrer Tiefzinspolitik weiter zu fahren.

Abgesehen von den Trickserein zur Inflationsmessung, die ich in Die Kunst der Inflationsmessung und Staatliche Schönheitsoperationen bereits erwähnt habe, wurde ich dank Big Picture noch auf ein weiteres Phänomen aufmerksam. Gemäss Marc Faber geben die Amerikaner theoretisch nur 8 % ihres Einkommens für Essen und Gesundheitsprodukte aus, während in Grossbritannien 10 Prozent dafür berechnet werden und ungefähr 15 Prozent in den anderen europäischen Staaten. Bei den Japanern sind es sogar 18 % des Konsumentenpreisindexes, welche für die Grundbedürfnisse eingesetzt werden.

Man braucht nun wirklich kein rocket scientist zu sein um zu realisieren, dass dies nicht die Realität des durchschnittlichen Amerikaners widerspiegelt. Allein ein Blick auf den Bauchumfang liesse schon das Gegenteil erwarten, nämlich dass die Japaner viel weniger Geld für das Essen ausgeben als die Amerikaner. Aber hier geht es auch nicht um die Realität sondern um das Wünschenswerte, damit die aktuelle Politik zu Gunsten der Wall Street weiter geführt werden kann. Wünschenswert aber ist diese Realität definitv nicht für den Durchschnittsamerikaner.

Laut Bill Fleckenstein geben 80 Prozent aller Amerikaner 20 Prozent und mehr ihres Einkommens fürs Essen aus. Nur bei den reichsten 20 Prozent sind die Kosten für das Essen tiefer. Das scheint viel plausibler, aber wen interessiert schon die Realität, wenn die Statistik so schön aussiehtWink

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