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Die Kunst der Inflationsmessung |
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Donnerstag, 1. Mai 2008 |
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Seite 1 von 3 Man kaufe einen Korb voll alltäglicher Güter, messe deren Wert in regelmässigen Abständen und berechne die Differenz und schon hat man die Inflation. So einfach kann Theorie sein, die Praxis sieht ganz anders aus. Die Regierungen haben aus der Inflationsmessung eine Kunst gemacht, weil sie mit dem Resultat nicht immer zufrieden waren. Inzwischen sind sie mit dem Resultat zufrieden, mit der wahren Inflation hat das aber gar nichts zu tun und kommt die Bürger teuer zu stehen.
Inflation ist eine der wichtigsten Kennzahlen einer Volkswirtschaft. Ihre Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden:
- Zentralbanken machen ihre Zinsentscheidungen davon abhängig
- Rentenzahlungen und staatliche soziale Leistungen werden direkt oder indirekt von der Inflation beeinflusst
- das reale BIP steigt bei tiefer Inflation
- Lohnzahlungsforderungen hängen von der Inflation ab
All jene, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Messung der Inflation haben, sind an einer möglichst tiefen Inflation interessiert. Wir haben es hier mit einem handfesten Interessenskonflikt zu tun. Dass da gerne die Wahrheit auf der Strecke bleibt, haben auch die einfachsten Gemüter in der aktuellen Kreditkrise gelernt.
Grund genug für John Williams von shadowstats.com den kreativen Beamten aus Washington etwas in die Bücher zu schauen und tatsächlich - Inflation ist nicht einfach Inflation. Zwei politische Entscheidungen haben die Zahlen aus den USA massiv beeinflusst. Die erste war 1983 unter Ronald Reagan und die zweite 1998 unter Bill Clinton (Die Partei spielt bei den wirklich wichtigen Dingen keine Rolle). Den Einfluss dieser Aenderungen sehen Sie im folgenden Chart.

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