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Aepfel und Birnen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 29. April 2008
Image In den USA tut sich Unheimliches. So beginnt die NZZ einen Artikel, in dem sie auf die erstaunliche Performance amerikanischer Aktienindexes hinweist, die sich trotz Finanzkrise überraschend gut entwickelt haben insbesondere im Vergleich zu europäischen Aktienwerten. Die NZZ macht dabei einen Fehler, der einem bei der Börsenberichterstattung immer wieder begegnet - es werden Dinge verglichen, die nicht die gleiche Basis haben.

Wer Aktienindexes vergleichen möchte, muss diese in eine - egal welche - Währung umrechnen. Als Schweizer interessiert mich natürlich wie der Dow Jones Index in Schweizer Franken performt hat. Allein in den letzten zwölf Monaten kommt da noch ein Währungsverlust von 20 Prozent dazu.

So hat zum Beispiel der SMI innert Jahresfrist 22 Prozent verloren, der amerikanische S&P500 hingegen "nur" 7 Prozent. Nimmt man jetzt noch den Währungsverlust von 20 Prozent dazu, schnitten die Schweizer Aktien besser ab als die amerikanischen.

Dass die amerikanischen Aktien in USD die Krise relativ gut gemeistert haben liegt wenig überraschend an den Währungsgewinnen, welche amerikanische Unternehmen im Ausland machten. Das Gegenteil ist für europäische Unternehmen der Fall, welche in den USD-Raum exportieren. Hätte die NZZ die unterschiedlichen Währungen in ihrer Analyse berücksichtigt,  müsste sie nicht auf solch abenteurlichen Hypothesen zurück greifen.

Diese Unterschiede lassen sich zum einen damit erklären, dass viele Indizes in Europa traditionell volatiler sind als die Barometer in den USA, und zum anderen resultieren sie daraus, dass während eines Paniktages in Europa die US-Börsen wegen eines Feiertages geschlossen waren und diese Bewegung nicht nachholten.

Wenn man der NZZ-Begründung Glauben schenken wollte müsste man an heiklen Tagen nur die Börsen schliessen und alles wäre in Butter. Wenn es doch nur so einfach wäre...

Der Dow Jones Industrial zeigt eine erstaunliche Stärke

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RSS Kommentare Kommentare (8)

Geschrieben von: Nanuk, am 29-04-2008 15:02
http://www.youtube.com/watch?v=7WMi5TUJDso
:grin :grin

Geschrieben von: HRR, am 29-04-2008 15:37
Tolles Video, könnte das 1 x 1 des NZZ-Journalisten sein :zzz

Geschrieben von: Saviano website, am 29-04-2008 19:34
Diese Diskussion wurde auch bei mir kurz geführt. Prinzipiell ist es natürlich richtig, Indizes in der selben Währung zu vergleichen. Dennoch möchte ich noch einige Aspekte erwähnen, die eine solche Relativierung der Performance, wieder ... relativieren.

Vielleicht fange ich mit einem solchen Beispiel an:

Seit 2002 hat sich der Euro ggü. dem Dollar nahezu verdoppelt. Jetzt stelle man sich vor, der Dow Jones wäre in diesem Zeitraum um 100 Prozent gestiegen, der Dax hingegen um 50% gefallen. Wie fühlt sich das an? Relativ gesehen hat sich doch nichts getan, würde man der obigen Überlegung folgen!

Wie gesagt, im Prinzip ist es richtig, aber offensichtlich nicht ganz...

Denn, erstens, investieren die meisten Menschen am meisten in ihrer lokalen Währung (zumindest in den USA und in Europa) und rechnen auch entsprechend. 100% Dow Jones Gewinn würden (es sei denn die Inflation in den USA explodiert regelrecht um 100%) ganz schöne Gewinne bzw. Vermögenseffekte bringen.

Die europäischen Dax-Anleger müsste man hingegen doch ganz lange überzeugen, dass sie eigentlich nichts verloren hätten ... würde man nur in Dollar umrechnen.

Zweitens, wir leben in einer nominellen Welt (zumindest spielt das eine große Rolle). Substanzielle nominelle Verluste sind viel schwieriger zu verkraften (daher ist auch eine Deflation so gefährlich, obwohl sie - wiederum rechnerisch - einen realen Gewinn bedeuten könnte... Dennoch reist sie die Wirtschaft nach unten mit...).

Also, die Umrechnung ist nicht immer angebracht.

Zusätzlich würde ich zum Artikel noch sagen, dass sich die Aktien - relative Vergleiche hin oder her - insgesamt (und vor allem in den USA) doch ganz prima gehalten haben, wo der Himmel *so offenbar* einstürzt.

Grüsse

Geschrieben von: Saviano website, am 29-04-2008 19:41
Korrektur: Beim Beispiel oben habe ich etwas zu heftig gegriffen -- man sollte Gewinn und Verlust um die Hälfte reduzieren, damit der Währungseffekt ausgleichend wirkt. An der Sache ändert das aber nichts.

Geschrieben von: HRR, am 29-04-2008 20:21
"Die europäischen Dax-Anleger müsste man hingegen doch ganz lange überzeugen, dass sie eigentlich nichts verloren hätten ... würde man nur in Dollar umrechnen."

Es geht nicht darum, dass der europäische Anleger den DAX in USD umrechnet, sondern dass der europäische Anleger die Performance in amerikanischen Aktien in Euro/Sfr. umrechnet. Das hat die NZZ nicht getan, aber nur darum geht es schliesslich. Denn nur ein Gewinn in der eigenen Währung ist das Ziel des Anlegers.

Was nützt mir z.Bsp. ein Aktiengewinn von 1000% in Aktien aus Simbabwe, wenn die Währung noch mehr kollabiert? Davon kann ich mir gar nichts kaufen. Vergleiche müssen immer währungsbereinigt sein und zwar in die Währung des Anlegers.

Geschrieben von: Saviano website, am 29-04-2008 23:11
Das habe ich schon verstanden...

Vielleicht kann man die Sache so sehen: Die Amerikaner haben einen kleineren Vermögensverlust aus Aktien erfahren (obwohl es hier leichtsinnig ist, für solche kurze Fristen von Vermögensänderungen zu sprechen) -- kleinere Verluste ggü. einer nur etwas höheren Inflation. Die Europäer haben größere Vermögensverluste. Und zwar für beide jeweils in der Währung, in der sie rechnen, leben, einkaufen...

Geschrieben von: Nanuk, am 30-04-2008 06:42
Es ist viel einfacher der Dollar ist weniger Wert...
Also sind auch die Aktien in Dollar weniger Wert...
Ja so einfach ist das!
Alles andere ist bla bla...
Dafür braucht man kein Wirtschaftsstudium drei Wochen Grossmarkt reichen da vollkommen.Wir gehen zusammen dahin sie bekommen 1000 Dollar und ich 1000 Euro wer hat wohl am Ende mehr Tomaten.
:grin :grin :grin

"obwohl es hier leichtsinnig ist, für solche kurze Fristen von Vermögensänderungen zu sprechen"
Da hat jemand nicht verstanden wie Börse funtioniert da wird jeden Tag darüber gestritten was der richtige Preiss ist und ein Verlust ist ein Verlust zu dem Zeitpunkt wo in ihrem Depot ein minus steht.Nicht beim Verkauf sondern sofort. :zzz

Geschrieben von: Det website, am 30-04-2008 15:14
@nanuk. da muss ich dir recht geben!


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