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Zentralbanken: Im eigenen Interesse |
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Montag, 29. Oktober 2007 |
Dass bei einer Finanzmarktkrise Gold und Oel auf Rekordhoch notiert, wird kaum jemanden verwundern. Dass bei dieser Konstellation auch zahlreiche Aktienindexes Höchststände erreichen, verwundert dafür umso mehr und Hand aufs Herz, wer hätte diese Prognose vor ein paar Jahren gewagt? Wer investiert war, gehört heute zu den Glücklichen – wo investiert wurde, spielte nur eine untergeordnete Rolle.
Doch wenn alles steigt, dann haben wir Inflation und wir haben diese Inflation auch dann, wenn sie von den Statistikern der Regierung nicht ausgewiesen wird. Die Statistiker haben bei ihren Messungen das Problem, dass ihre Zahlen im Idealfall den Vorstellungen der Politik gerecht werden sollen. Damit dies möglich ist, wird an allen Ecken und Enden ein wenig gedreht. Da fallen dann von Land zu Land unterschiedlich, die Inflation der Energie, der Nahrungsmittel oder der Gesundheitskosten unter den Tisch.
Die Statistiker wissen natürlich, dass die von ihnen gelieferten Zahlen nicht der gefühlten Inflation eines durchschnittlichen Haushaltes entsprechen, aber wer beisst schon in die Hand des eigenen Brötchengebers. (Dem eigenen Gewissen zuliebe werden dann noch zahlreiche Fussnoten den offiziellen Zahlen beigefügt, die von niemandem gelesen werden).
Dieses Dilemma kennen viele Berufsgruppen. Bankanalysten sind zurückhaltend mit kritischen Aeusserungen bei Anleihen, welche sich in den Büchern der eigenen Bank auftürmen. Journalisten üben vornehme Zurückhaltung wenn es um Berichte über ihre besten Anzeigenkunden geht. Aerzte schenken gerne Glauben an die Wirkungen neuer Medikamente, wenn dies ihrem Einkommen zuträglich ist. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
In Deutschland wird die Pressefreiheit heute eher durch das Geld als durch den Staat bedroht; Ausnahmen bestätigen die Regel. Das heißt, Medien und Journalismus bringen sich durch ihre Geschäftsmodelle und Praktiken selbst in die Bredouille. (Quelle)
Bei der Frage Profit oder Ethik nehmen die Aushängeschilder von Politik und Wirtschaft eine Vorbildsfunktion ein. Dass die amerikanische Zentralbank FED nun versucht, Banken zu helfen unabhängig davon, ob sie bei der Kreditvergabe ethische Regeln berücksichtigt haben, ist ein denkbar schlechtes Signal für die Gesellschaft. Dennoch wird sie alles versuchen, die schlechten Kredite nicht zum Platzen zu bringen, notfalls auch mit einer Staatsgarantie. Das einzige was sie noch davon abhält, ist das Vertrauen der Investoren. Wenn sie dieses Vertrauen verspielt, dann verliert sie alles. Das ist bei der FED genau gleich wie bei allen anderen Berufsgruppen.
Die Beziehung zwischen den Banken und der FED ist vergleichbar mit der eines Drogensüchtigen und seinem Betreuer.
Wenn der Betreuer dem Drogensüchtigen keinen neuen Stoff gibt, kann er ziemlich unangenehm werden.
Gibt der Betreuer dem Drogensüchtigen den Stoff, hat er kurzfristig Ruhe, verschärft aber langfristig das Problem.
Gibt der Betreuer dem Drogensüchtigen den Stoff nicht, klappt der Drogensüchtige kurzfristig zusammen, kann aber langfristig genesen.
und nicht zu vergessen...
Wenn es keine Drogensüchtigen gibt, verliert der Betreuer seine Existenzberechtigung.
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