Zeitenwende.ch        WIRTSCHAFT - geschüttelt statt gerührt
Die Lösung für die Kreditkrise PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 2. Juli 2008
Beitragsinhalt
Die Lösung für die Kreditkrise
Seite 2
Von Lesern erreichen mich in regelmässigen Abständen Mails, welche mir einerseits attestieren die Situation an den Finanzmärkten treffend zu beschreiben aber andererseits keine Lösung anzubieten. Was nützen Informationen, wenn man nicht darauf reagieren kann, ausser sein Wertschriftendepots neu auszurichten, fragen die Verfasser durchaus zu recht. Nun, es gibt eine Lösung, wie wir uns aus dieser verfahrenen Situation befreien können. Die Lösung ist genau so revolutionär wie einfach.

Die Wirtschaft ist ein kollektiver Spiegel für die Verfassung des menschlichen Zusammenlebens und wohin man auch blickt türmen sich Schuldenberge auf. Die Schuldenberge sind inzwischen so gross geworden, dass die Schuldner drohen, daran zu Grunde zu gehen und dabei gleich die Gläubiger mitzuziehen. Egal auf welcher Seite man auch steht, die Aussichten sind nicht gerade rosig.

Allein der Glaube, dass der Staat zur Not zur Hilfe eilt, sorgt jeweils für Beruhigung. Die Gläubiger vertrauen auf den Gläubigerschutz und die Schuldner auf den Sozialstaat und machen einfach mal weiter in der Hoffnung, dass die Zeit die Lösung bringen wird, wie so oft in der Vergangenheit.

Doch die "Lösungen" der Vergangenheit haben nur immer wieder zu einer noch grösseren Blasenbildung geführt. Blasen, welche nie entstanden wären, wenn die Akteure nicht davon ausgegangen wären, dass der Staat in der Not einspringen wird. Man könnte auch die globalen Staatsschulden als das kollektive Unbewusste der Menschheit betrachten - aus den Augen, aus dem Sinn.

Auch in der aktuellen Kreditkrise wird immer weiter gemacht, obwohl zahlreiche Unternehmen faktisch bankrott sind. Der Wert mancher Grossbanken misst sich nur noch an der Unfähigkeit, sie bankrott gehen zu lassen. Zu gross wäre der angerichtete Schaden. Was glauben Sie, wieviele Aktionäre den Investmentbanken den Rücken über Nacht zuwenden, wenn die Zentralbanken eine Rettung kategorisch auschliessen würden? Weshalb notieren die Aktien der zwei grössten Hypothekenfinanzierer der USA, Fannie Mae und Freddie Mac nicht bei Null und weshalb finden deren Anleihen immer noch Käufer? Börsenhändler sprechen hier von einer impliziten Staatsgarantie. Sie gehen davon aus, dass der Staat einspringen wird und handeln dementsprechend.

Doch wenn der Staat die Unternehmen nicht zugrunde gehen lassen will, dann wird der Staat früher oder später an seinen eigenen Schulden zugrunde gehen. Nach der Bankenkrise ist vor der Staatskrise. Jeder bewusste Konflikt wird ins globale Unterbewusste weggeschoben und meldet sich plötzlich an ungewohnter Stelle zurück - zum Beispiel beim Oelpreis oder den Nahrungsmitteln. Interessanterweise leiden darunter am meisten die Länder, deren Staatsschulden sich munter weiter auftürmen.

Das Gegenbeispiel ist die Schweiz. Die Eidgenossenschaft konnte in den letzten Jahren Budgetüberschüsse produzieren. Die gefühlte Inflation ist an den helvetischen Stammtischen kein Thema. Moniert werden nur die steigenden Benzin- und Tabakpreise. Doch die Schweiz ist auch die Heimat der Bank, welche mitten im Zentrum der Kreditkrise steht. Und hier schliesst sich der Kreis. Die globalisierte Wirtschaft ist wie ein menschlicher Körper. Ein Mückenstick am kleinen Zehen kann das Herz zum Rasen bringen. Alles ist miteinander vernetzt, wenn auch die Auswirkungen sich unterschiedlich manifestieren.



 
< zurück   weiter >

Blog-Verzeichnisse

Schweizer Blog Verzeichnis TopBlogs.de slug.ch Blogs, die hierher linken list.blogug.ch bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Blogverzeichnis Bloggeramt.de investinformer.de - TOP100 Investment Sites Blogparade