Der Investmentbanking Teil der UBS hat in den zehn Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1998 laut Bloomberg 32.5 Milliarden Schweizer Franken verdient. Die Abschreibungen seit letzten Juli betragen 38 Milliarden Schweizer Franken. Das macht summa summarum ein Verlust von 5.5 Milliarden Schweizer Franken. Eine Leistung, die Leiden schafft, aber gut honoriert wurde.
Die Investmentbanker sind die vermutlich bestbezahlte Berufsgruppe überhaupt und das ist mehr als erstaunlich, wenn langfristig ihre Arbeit wie im Falle des Investmentbanking der UBS zu Kapitalvernichtung führt. Eine ähnliche Performace erreichen höchstens Menschen, die sich ausserhalb des Gesetzes bewegen und sich dabei nicht erwischen lassen. Investmentbanker haben hingegen den Vorteil, dass ihre Boni nicht "auf Bewährung" ausbezahlt werden.
Die Vergütungsanreize für die beteiligten Mitarbeiter seien vernachlässig worden, meint die UBS selbstkritisch in einem Untersuchungsbericht. Doch geschadet hat es ihnen nicht. Den Schaden tragen die Aktionäre. Dass Eigentum verpflichtet, haben sie heftig zu spüren bekommen und das ist auch gut so. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, die hohen Eigenkapitalrenditen zu hinterfragen und Einfluss auf die Anreizsysteme zu nehmen - im ureigensten Interesse. Der Verwaltungsrat hat hier versagt, weil mit den Boni der Investmentbanker auch die Entschädigungen für die Verwaltungsräte anstiegen. Auch dieses Versagen war oekonomisch völlig logisch und zu erwarten.
Wie der UBS die Kontrolle entglitt
Doch ob die Investoren aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, ist zu bezweifeln. Den Hedge Fonds fliesst immer noch Geld zu und ihre Geschäftsmodell ist vergleichbar mit dem der Investmentbanken, nur dass hier sogar oft vierteljährlich abgerechnet wird und ihre Geschäfte noch undurchsichtiger sind.
Paradoxe Entwicklungen (Trackback)
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Geschrieben von: egghat , am 21-04-2008 22:05 Irgendwo schrieb mal jemand, dass es angesichts der Löhne, die sich die Investmentbanker auf die Tasche tun, fraglich sei, ob Investmentbanking überhaupt jemals profitabel für die Banken war ... Jetzt sehen das auch andere schon so ... Geschrieben von: HRR, am 21-04-2008 23:14 Na, so generell meinte ich es nicht. Das negative Resultat auf Sicht von 10 Jahren hätte vermieden werden können, wenn letztes Jahr keine Boni bezahlt worden wären. Seither wird es etwas schwierig Jugendlichen zu erklären, dass es einen Zusammenhang zwischen Leistung und Verdienst gibt.  Geschrieben von: Nanuk, am 22-04-2008 08:28 "Seither wird es etwas schwierig Jugendlichen zu erklären, dass es einen Zusammenhang zwischen Leistung und Verdienst gibt." Mal im ernst.Gab es da jemals einen zusammenhang??? Es gibt einen zusammenhang zwischen Macht , Einfluss und Verdienst aber mit Leistung hat das wenig zu tun. Artikel kommentieren
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