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Montag, 7. Mai 2007 |
„Der Markt wird es richten“ ist das Motto der Liberalen und dieses Motto hat gute Argumente. Denn wo wenn nicht am Markt treffen sich alle Interessen - ein urdemokratisches Prinzip – die Mehrheit macht den Trend.
Dennoch scheinen die Interessen der Mehrheit in verschiedenen Belangen dem Markt nicht zu entsprechen. Zum Beispiel bei der Oekologie.
Das Schweizer Volk hat sich mehrfach für eine ökologische Landwirtschaft an der Urne stark gemacht und ist auch bereit dafür zu bezahlen. Doch weshalb kaufen die gleichen Menschen Aktien von Unternehmen, die sich nur am Profit orientieren – auch auf Kosten der Umwelt?
Weiss die linke Hand nicht, was die rechte tut? Offensichtlich, denn das Verhalten der Mehrheit lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. Bei politischen Abstimmungen sind die Schweizer „grüner“ als bei der Wahl ihrer Aktien – ein Widerspruch.
Zu meiner Zeit als Anlageberater – das ist zwar schon eine Weile her, der Sachverhalt dürfte aber der selbe sein – hat sich NIE ein Kunde dafür interessiert, WIE ein Unternehmen Profit macht. Dies führt manchmal zu absurden Situationen. Stellen Sie sich vor, ein Anleger kauft Aktien eines Unternehmens, weil sein Anlageberater von den guten Aussichten (steigenden Profiten) dieses Unternehmens geschwärmt hat.
Was passiert nun, wenn dieses Unternehmen versucht Kosten einzusparen – den Profit zu erhöhen, in dem es...
- die Abwässer nicht reinigt und der Anleger in der Nähe dieser Abwässer wohnt?
- keine Arbeitsplätze für Auszubildende mehr anbietet und der Sohn des Anlegers auf Stellensuche ist?
- Invalide oder Teil-Invalide entlässt um die Produktivität zu erhöhen und deswegen die Versicherungsprämien steigen?
Was uns einen Profit bei Aktien einbringt, kann höhere Kosten in anderen Lebensbereichen verursachen.
Das Problem ist also nicht der Markt, sondern die Marktteilnehmer, die
oft gegen ihre ursprünglichen Interessen handeln, weil sie bei
Finanzanlagen zu einseitig auf den Profit schielen.
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