Es kam wie es kommen musste. Seit die amerikanische Zentralbank FED vor einem Monat die Investmentbank Bear Stearns vor dem Bankrott rettete und die Wall Street mit ausserordentlichen Liquiditässpritzen vor der selbstverschuldeten Trockenheit an den Finanzmärkten schützt, landen immer neue Begehrlichkeiten auf dem Schreibtisch des Vorsitzenden Ben Bernanke. Die Büchse der Pandora ist geöffnet und wird auch nicht mehr so schnell zu schliessen sein.
Die FED greift den Investmentbanken unter die Arme in dem sie ihnen Staatsanleihen gegen hypothekarisch gedeckte Anleihen auf Zeit ausleiht. Doch nicht nur die Hausbesitzer sind in den USA in der Klemme. Die Kreditkrise sorgt auch bei den Studenten für Unruhe. Aktuell haben 7,5 Millionen Studenten rund 92 Milliarden Dollar Schulden und deren Zahlungsfähigkeit lässt zu wünschen übrig. Der grösste Anbieter - Sallie Mae hatte im ersten Quartal 2008 einen Verlust von 104 Millionen US Dollar gemeldet und mehr als 60 Banken haben sich inzwischen aus dem Geschäft mit Studienkrediten zurückgezogen.
Politiker aus diversen amerikanischen Bundesstaaten haben nun die Zeichen der Zeit erkannt und fordern von der FED, dass sie auch mit Studienkrediten gedeckte Anleihen gegen Staatsanleihen tauschen soll, damit die Banken ihre Schatulle wieder aufmachen. Das Weisse Haus geht noch weiter. Es hat den US-Kongress um die Bevollmächtigung gebeten, selber staatlich garantierte Studienkredite aufkaufen zu dürfen, um eine Ausweitung der Kreditkrise zu verhindern. In einem Brief drängten Bildungsministerin Margaret Spellings, Finanzminister Henry Paulson und der Budgetchefs im Weißen Haus, Jim Nussle, die Gesetzgeber dazu, die entsprechende Vollmacht noch vor Beginn des nächsten Studienjahrs zu erteilen.
Studienkredite sind nur der Anfang. FED-Beobachter sagen laut Bloomberg, dass Bernankes Massnahmen, um Bear Stearns zu retten, die Zentralbank weiter unter Druck setzen wird weitere Unternehmen oder ganze Industrien zu unterstützen, welche von den Politikern als wichtig betrachtet werden. "Es ist erschreckend, wo wir jetzt stehen", sagte der kürzlich pensionierte Präsident der FED von St. Louis William Poole, "die FED hat eine Kreditlinie für das gesamte Finanzsystem eingeführt."
Es versteht sich von selbst, dass dadurch der Anreiz möglichst hohe Risiken einzugehen gefördert wurde. Anna Schwartz, Autorin von "A Monetary History of the United States" nennt den Bail-Out von Bear Stears ein "Schurkenstück". Die FED hätte dies nicht tun dürfen.
Die Märkte reagieren bereits auf das von der FED aufgespannte Sicherheitsnetz. So ist der Risikoaufschlag der Anleihen der schwer angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddy Mac gegenüber den amerikanischen Staatsanleihen innert Wochen massiv zusammen geschmolzen. Die Investoren gehen davon aus, dass das Risiko, dass der Staat die Hypo-Schwergewichte fallen lässt, gegen Null tendiert. Diese Reaktion ist verständlich. Wenn die FED alle retten will, dann gibt es auch keinen Grund dafür, weshalb Anleihen noch unterschiedliche Renditen haben sollen.
Die USA ist auf dem besten Weg den Markt auszuschalten und seinen Erzfeind Russland links zu überholen - Nasdrowje! - ich bestell schon mal den Vodka.
Quellen: Fed `Rogue Operation' Spurs Further Bailout Calls Weißes Haus will US-Studienkredite aufkaufen (Trackback)
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Geschrieben von: Nanuk, am 05-05-2008 14:03 Das was als nächstes folgt heist doch jetzt Politisch Korrekt gelenkte Marktwirtschaft oder??? Es gibt da noch so ein Paar ewig Gestrige die sagen Diktatur dazu aber egal hauptsache der Rubel ähm der Dollar rollt... Geschrieben von: Nanuk, am 05-05-2008 14:29 Die FED ja die FED die hatt immer Recht http://www.youtube.com/watch?v=OPNin0-dLVE&feature=related  Geschrieben von: Kasper David, am 05-05-2008 16:32 Im "gelben Forum" gab es gestern einen Beitrag von Amanito. Der passt perfekt hier herein Paradoxon verfasst von Amanito , Wien, 04.05.2008, 23:38 wenn man individuelles Scheitern (von Unternehmen wie Bear Stearns, Schülern...) nicht mehr zuläßt, dann führt dies zum Scheitern des Systems... es gibt interessante Forschungsarbeiten darüber, daß der Versuch auf der Mikro-Ebene, seine Risiken abzusichern (Hedgen, Versicherungen...) paradoxerweise dazu führt, daß das Systemrisiko erheblich steigt. Oder wie es Jim Rogers formulierte: die Kosten des Versuchs, eine Rezession abzuwenden sind höher als die Kosten der Rezession selbst... mfg, KD Geschrieben von: Nanuk, am 05-05-2008 17:15 Das ist doch kein Paradoxon??? Das ist rationales handeln eines Traders kein Risiko so einfach ist das,dass führt dazu das man noch mehr Risiko nimmt.Was zwar langfristig zu mehr schieflagen führt aber das Interesiert nicht. Das ist das Fiat Money System, es wird so lange gezockt bis der Laden in die Luft fliegt... Wie sagte der CEO von Citigroup so schön: "So lange die Musik spielt wird getanzt..."  Artikel kommentieren
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