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Picasso auf Kredit PDF Drucken E-Mail
Montag, 5. Mai 2008
Image Dass Künstler keinen Alleinanspruch auf Kreativität haben können, dürfte spätestens seit der Kreditkrise klar geworden sein. Auch Banker haben Phantasie und ihre Produkte sind an Techniken und Ausdrucksformen so vielschichtig, dass deren Botschaft vom Käufer so schwer zu verstehen ist wie bei zeitgenössischen Werken. Da schliesst sich der Kreis mit der Kunst, aber er schliesst sich auch auf einer anderen Ebene. Ohne billige Kredite hätte es auch den Boom in den Galerien und Auktionshäusern so nicht gegeben.

Vermögende amerikanische Spekulanten...äh, hüstl,... Kunstsammler sollen geschätzte zwei bis drei Milliarden US Dollar von Banken ausgeliehen haben um ihre Kollektionen aufzubauen. Die Kredite seien oft ganz oder teilweise mit der Kunst gedeckt schreibt Robert Frank im Wealth Report Blog. Wenigstens können die Banken falls die Kredite platzen ihre Büros neu dekorieren. Mit Blick auf einen Picasso lassen sich vielleicht die Verluste einfacher verschmerzen.
 
Philip Hoffman, vormals Finanzdirektor des Auktionshauses Christie's International, hat einen Kunstfonds aufgelegt. Nach seinem eigenen Bekunden zählt nicht das Wahre, Schöne, Gute, wenn er für Millionen Dollar Kunst kauft, sondern die Rendite, so wie bei Aktien oder Anleihen: "Wir betrachten das vollkommen kühl und sachlich." Seinen Fine Art Fund verwaltet Hoffman wie einen Hedge-Fonds - auch was die Gebührenstruktur betrifft.  (Quelle)
 
Doch nicht nur die Banken und Hedge Fonds sind finanziell am Kunstmarkt beteiligt. Auch Auktionshäuser sollen inzwischen im Roulette der Künste mitspielen. Laut Spiegel munkelt man sogar, dass Christie’s und Sotheby’s dazu übergegangen sind, einige der Werke, die sie versteigern, den Anbietern vorher komplett abzukaufen. Auf diese Weise versuchen die Häuser, den immer nervöser werdenden Sammlermarkt zu beschwichtigen.

"Das geht so lange gut, wie die Nachfrage wächst", sagte der New Yorker Kunsthändler Richard Feigen dem "Wall Street Journal". "Aber wenn die Nachfrage plötzlich ausbleibt, haben die Firmen ein massives Problem."

Ein Problem haben auch die Investoren. Der Chart zeigt die Performance der Sotheby's-Aktien der letzten 12 Monate. Der Einbruch im November erfolgte, weil die "Weizenfelder" von Vincent Van Gogh bei Sotheby´s keinen Käufer fanden. Dass die Bieter nicht über 25 Millionen Dollar kamen - das Bild war zwischen 28 und 35 Millionen Dollar bewertet worden -, schien Anlegern ein böses Vorzeichen.


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Zu recht - Sotheby's blickt für das Jahr 2007 auf ausstehende Rechnungen in Höhe von 835 Millionen Dollar - so viel wie nie zuvor in der traditionsreichen Geschichte des Hauses. 

Drohende Kunstmarkt-Rezession: Es wird hässlich werden 
Banks Cut Off Loans to Art Buyers

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