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Amerikas verrückte Schwestern |
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Mittwoch, 7. Mai 2008 |
Die Achterbahnfahrt der Fannie-Mae Aktien gestern zeigt eindrücklich auf, wie es um die Psyche der Investoren bestellt ist. Zuerst tauchen die Aktien wegen katastrophaler Nachrichten des grössten Hypotheken-Finanzierers und danach drehen die Aktien ins Plus, weil Investoren davon ausgehen, dass der Staat rechtzeitig zur Hilfe eilt.
Die erste Reaktion basierte somit auf der realen Situation am Häusermarkt, die zweite Reaktion auf der Staatshilfe.
Wenn aber der Staat und somit der Steuerzahler die Aktien nach oben treibt, dann ist es mit der freien Wirtschaft definitiv vorbei und genau darauf spekulieren die Marktteilnehmer. Die Aufkäufer der Hypotheken können nicht fallen gelassen werden, wenn sie nur gross genug sind - to big to fail.
Dazu ein paar Zahlen, die den Irrsinn belegen. Fannie Mae und Freddie Mac haben ein "cushion" (dt. Kissen) von 83 Milliarden US Dollar. Das ist das Kapital, welches die Firmen halten müssen gemäss den Regulatoren. Diesen 83 Milliarden stehen 5000 Milliarden Schulden und andere finanzielle Verpflichtungen gegenüber.
Dabei muss man wissen, dass Fannie und Freddie nicht direkt Geld an Immobilienkäufer ausleihen. Sie kaufen Hypotheken von Banken und beliefern so den Markt mit frischem Kapital. Die zwei Firmen behalten einen Teil der Hypotheken welche sie kaufen in der Hoffnung Gewinn zu machen und verkaufen den Rest an Investoren mit der Garantie den Kredit auszuzahlen, wenn die Hypothekenschuldner nicht mehr zahlen können.
(Cartoon via Immobilienblasen) Bei Fannie stehen den Hypotheken im Wert von 724 Milliarden USD in den eigenen Büchern ausstehende Anleihen in der Grösse von 796 Milliarden USD gegenüber. Dazu garantiert sie noch Hypotheken im Wert von 2100 Milliarden. Bei Freddie sind es 710 Milliarden Hypotheken welche 739 Milliarden an Schulden entsprechen. Freddie garantiert daneben noch Hypotheken von 1400 Milliarden.
Dass überhaupt jemand Anleihen oder Aktien von Fannie und Freddie kauft hängt von der impliziten Staatsgarantie ab, das heisst, alle Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Staat diese zwei Firmen retten wird. Die Folge davon waren AAA-Ratings und die Firmen konnten sich zu absoluten Tiefzinsen refinanzieren. Das Resultat waren in der Vergangenheit enorme Gewinne von denen die Aktionäre und die Manager profitierten. Zwischen 1990 und 2000 haben sich die Aktien verfünffacht und die CEOs Millionen von Dollars nach Hause getragen.
Weder die tiefen Zinsen noch die Top-Ratings haben etwas mit der wirtschaftlichen Realität der Firmen zu tun. Beides fusst auf dem Glauben, dass der Staat in der Not den Rettungsring auswerfen wird. Wegen der Kreditkrise und dem Rückzug der Wall Street-Firmen ist der Anteil der Hypotheken, welche bei Fannie und Freddie landen auf über 80 Prozent gestiegen.
Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, dann frage ich mich, weshalb der gestern von Fannie Mae verkündete Verlust von 2.19 Milliarden USD überhaupt für Schlagzeilen gesorgt hat, denn sie hätten auch einen Verlust von 10, 20 oder 50 Milliarden ankünden können. Der Unterschied liegt allein in der Bewertung und die Bewertung macht das Unternehmen selbst. Laut Big Picture hat Fannie Subprime-Hypotheken in den Büchern oder garantiert für diese im Umfang von 51.2 Milliarden und Alt-A Hypotheken von 344,6 Milliarden.
Die FAZ zur Situation von Fannie Mae: Wird sich der Immobilienmarkt nun weiter verschlechtern, dann ist es wahrscheinlich, dass alles zulasten des Steuerzahlers wieder in Ordnung gebracht wird, lautet die Spekulation, die so unwahrscheinlich nicht scheint. Schließlich ist Wahljahr.
Wenn sich die Investoren nur nicht täuschen, so tief sind nicht einmal die Taschen der amerikanischen Steuerzahler.
Doubts Raised on Big Backers of Mortgages
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Geschrieben von: Nanuk, am 07-05-2008 14:37 Ach das geht noch viel besser... http://online.wsj.com/article/SB121011673771072231.html Wenn man bei Mensch ärgere dich nicht verliert... änder einfach die Regeln What is Money worth?????  Artikel kommentieren
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