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Credit Suisse steht wegen Regenwald-Geschäften am Pranger PDF Drucken E-Mail
Freitag, 4. Mai 2007
Das Wort Nachhaltigkeit findet sich in fast jedem politischen Statement und Unternehmen versuchen, sich damit einen ethischen Anstrich zu geben. So auch die Credit Suisse.

 
Alle in und für unser Finanzinstitut Tätigen sind in ihrem Wirkungsbereich für den Schutz der Umwelt verantwortlich.
 

Dies steht in den Nachhaltigkeitsrichtlinien der Credit Suisse, die Konzernchef Oswald Grübel im vergangenen September persönlich verabschiedet hat. Die Bank hat auch die «Equator Principles» für nachhaltige Projektfinanzierungen unterzeichnet und rühmt sich, dass ihre Aktie «in wichtigen Nachhaltigkeits-Indizes» vertreten sei.

Dieses Nachhaltigkeits-Versprechen wird nun vom Bruno-Manser-Fonds BMF in Frage gestellt, weil sich die Credit Suisse am Börsengang von Samling beteiligte. Samling habe eine führende Rolle bei der Abholzung der Regenwälder in Malaysia und Guyana und bei der Missachtung der Rechte der indigenen Urwaldbevölkerung inne, so der BMF.

Der BMF fordert nun von der Credit Suisse, sie solle knapp über 12 Mio. Franken - den Ertrag aus dem Börsengang des Tropenholz-Konzerns Samling - an die Bewohner der Regenwälder zahlen. Doch gemäss der Credit Suisse entbehrt die Forderung nach einer Entschädigung jeglicher Grundlage:

 
Zusammen mit anderen Bankinstituten sind wir zum Schluss gekommen, dass Samling die massgebenden Gesetze und Standards einhält.
 
Eine schwammige Formulierung, offensichtlich ist sich die Credit Suisse bei dieser Sache doch nicht so sicher, sonst hätte sie gesagt: Samling hält alle massgebenden Gesetze und Standards ein. Noch interessanter wäre es natürlich gewesen, wenn die Credit Suisse diese Gesetze, auf deren Basis sie sich entschieden hat, veröffentlicht hätte.

Doch Credit Suisse hin oder her, der Aktionär kann sich selber entscheiden, ob ihm die Nachhaltigkeit oder der Profit wichtiger ist.

Ein besonders pikantes Detail in dieser Sache hat der Medienspiegel ausgegraben. Die NZZ hatte im Februar dieses Jahres ein Inserat des Bruno Manser Fonds abgewiesen:  Unter dem Titel «Schluss mit der Zerstörung der Regenwälder» wurde die Credit Suisse im Inserat aufgerufen, von einem Mittun beim Börsengang des malaysischen Holzkonzerns Samling abzusehen.

Eine Sprecherin der NZZ bestätigte auf Anfrage die Ablehnung des Inserates. Die CS werde mit der Zerstörung des Regenwaldes in Verbindung gebracht, hiess es. Ohne entsprechenden Nachweis drucke man so ein Inserat nicht ab. (Quelle )
 
Ein hoher Anspruch, welcher die NZZ für die geschalteten Inserate erhebt. Ob sie dies bei allen Inserenten so genau nimmt?
 
Bruno Manser Fonds - Fairness im Tropenwald
Credit Suisse soll Entschädigung zahlen
Biographie von Bruno Manser

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