Mit dem Glauben der Menschen ein Geschäft zu machen war im Mittelalter das Tummelfeld der Religionen. Mit dem Zeitalter der Aufklärung wurde diese Feld von den Experten erobert und ihr Siegeszug hält bis heute an. Besonders gut im Geschäft sind hier die Pharmaunternehmen und die Geschäfte laufen gut, weil wir ihnen glauben wollen.
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist das Produkt Tamiflu von Roche. Obwohl sich die meisten Virologen einig sind, dass der Impfstoff wirkungslos ist, hat es dem Basler Unternehmen Milliardenumsätze beschert. Dabei hätte uns ein Blick in die Annalen des Pharmamultis skeptisch machen müssen.
Alex Capus schreibt in seinem Buch Patriarchen. Zehn Portraits über die Gründungszeit des Unternehmens eindrücklich, wie der Basler Apotheker Fritz Hoffmann-La Roche einen gänzlich wirkungslosen, aber wohlschmeckenden Hustensaft erfand und wie daraus der grösste Pharmakonzern der Welt entstand.
Viel geändert hat sich daran bis heute nicht. Illusionen und Aengste waren schon immer ein Garant für gute Geschäfte. Ein Kommentar von n-tv zu Tamiflu:
Der Impfstoff gilt seit Jahren als sehr zweifelhaft. So kam bereits 2005 im hochangesehenen, britischen Medizinerblatt "Lancet" eine Studie heraus, die das Mittel als "nicht medizinisch gesichert" darstellte. Wer glaubt, das habe dem Absatz geschadet, täuscht sich zutiefst. In den USA verkauft sich das wahrscheinlich nutzlose Medikament bestens. Eine beispiellose Medienkampagne in den USA hatte im vergangenen Jahr mehr oder minder suggeriert, dass ohne Tamiflu der Tod durch die Vogelgrippe fast gewiss sei. US-Präsident George W. Bush stellte 3,8 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,64 Milliarden Euro) zur Verfügung, um der Seuche Herr zu werden. Das meiste Geld wurde für den Erwerb von Tamiflu verwendet. Genau hier beginnt ein Wirtschafts-Thriller, der es in sich hat. Als Bush nämlich die Regierung seines Landes zum größten Einzelkunden des Pharmakonzern Roche machte, wusste er, dass sein damaliger Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein beträchtliches Aktienpaket an der Firma Gilstead besitzt. Gilstead hatte 2004 die Patentrechte für den zweifelhaften Impfstoff an den Schweizer Pharmariesen Roche für 20 Prozent Umsatzbeteiligung verkauft. Rumsfeld verdiente Millionen durch den Deal, weil seine Aktien in die Höhe schossen. Als er im Jahr 2000 Verteidigungsminister wurde, notierten die Papiere bei etwa zwei Euro. Am Freitag schlossen sie bei 32,35 Euro – ein neuer Rekord.
Eine Neuauflage gibt es jetzt wieder bei der CO2-Klimawandel-Hysterie, dabei gibt es genug Gründe, skeptisch zu sein. Die Protagonisten der neuen Heilslehre möchten uns weder den Offroader noch die Weihnachtsbeleuchtung, weder Erdbeeren aus Südafrika noch Rindersteaks aus Argentinien abspenstig machen, das wäre schlecht für das Geschäft.
Wir sollen die Glühbirnen auswechseln, Sonnenkollektoren aufs Dach legen und höhere Steuern bezahlen, kurzum der etwas müde gewordene Konsument soll in Schwung gehalten werden. Damit dies gelingt, wird der Teufel an die Wand gemalt, das hatte früher schon funktioniert und funktioniert immer noch.
Zu Risiken und Nebenwirkungen ein kleines Spässle 
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