Der Aufschwung der letzten Jahre wurde massgeblich von Leuten getragen, die sich verschuldet haben ohne je eine Chance zu haben, diese Schulden auch wieder zurück zu bezahlen. Die Auswirkungen dieser Kreditvergabe hängt nun wie ein Damoklesschwert über den Finanzmärkten. Einerseits fehlen nun neue Kredite, welche die Wirtschaft am Laufen halten und andererseits löchern die Verluste aus Kreditausfällen das Fundament der Bankbilanzen.
Doch die Wall Street wäre nicht das Finanzzentrum der Welt, wenn sie nicht zaubern könnte. Das neueste Produkt aus der kreativen Produktionsstätte moderner Finanzwundertüten heisst M-Lec.
Der neue Fonds soll nur schwer verkäufliche Wertpapiere der sogenannten Structured Investment Vehicles (SIV) ankaufen. Dies sind von den Banken gesponserte, aber rechtlich unabhängige Einheiten. Sie haben Schwierigkeiten, sich im festgefahrenen Markt für mit Vermögenswerten abgesicherte Papiere umzuschulden und ihre eigenen Wertpapiere zu verkaufen. Dieser Markt war wegen der Hypotheken- und Kreditmarktkrise fast zum Stillstand gekommen und bedrohte damit auch Unternehmen und die US-Wirtschaft. Die teilnehmenden Banken Citigroup , Bank of America und JP Morgan Chase sowie mehrere andere Finanzinstitute hätten sich im Grundsatz auf die Bildung des M-LEC-Fonds geeinigt, hieß es. Der M-LEC solle nach der Bildung hochrangige Vermögenswerte von existierenden SIVs ankaufen. Der Zugang zu der Liquiditätsquelle solle den teilnehmenden Verkäufern die Möglichkeit geben, anstehende Tilgungen vorzunehmen. Sie solle auch die Commercial-Paper-Umschuldung ermöglichen. M-LEC werde seinerseits kurzfristige Kreditinstrumente begeben, um die Ankäufe von Vermögenswerten der teilnehmenden SIVs zu finanzieren. ( Quelle) Falls Sie das jetzt nicht verstanden haben wundern Sie sich nicht, dass ist das Ziel dieser Uebung 
 Schon die SIVs hat fast niemand verstanden und hätten es die Käufer verstanden, hätten sie es nicht gekauft. Der Grund warum die Käufer gekauft haben, war nicht weil sie die SIVs verstanden haben, sondern weil Top-Ratings von den Ratingagenturen mitgeliefert wurden. Die Ratingagenturen haben die Produkte zwar auch nicht verstanden, aber sie wurden wenigstens dafür bezahlt, während die Käufer jetzt dafür bezahlen müssen – alles klar?
Das Problem an dem die Weltwirtschaft hängt kurz auf den Punkt gebracht: Es sind mehrere Hundert Milliarden US Dollar Schulden da (sehr vorsichtig ausgedrückt), deren Bedienung in Frage gestellt ist. Die Investoren sind nicht mehr bereit, dafür ihr Erspartes zu riskieren, sie trauen dem Braten nicht mehr. Die Lösung soll nun M-Lec sein, das selbe wie vorher nur neu zusammen geschnürt
Mir kommt das vor wie Atomenergie. Die positive Seite dieser Energie ist inzwischen verpufft, was bleibt ist der Abfall. Das Endlager ist, soweit ich dies mit meinen bescheidenen Mitteln erkennen kann, noch nicht gefunden, aber mich würde es nicht wundern, wenn wieder eine Menge Investoren auf bunte Faltprospekte mit schönen Renditeversprechen hereinfallen würde und der Tag der Abrechnung weiter hinaus geschoben würde.
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Geschrieben von: egghat , am 19-10-2007 17:29 Das interessante an dem neuen Mega-SIV: Den Banken gehören nicht mehr 50% oder mehr daran, weil ja jeder nur ein Drittel bekommt (oder wenn noch mehr Banken mitmachen noch weniger). Daher besteht so gut wie keine Gefahr, dass man das jemals in der eigenen Bilanz konsolidieren muss. Hatte darüber schonmal am Anfang der Woche etwas gebloggt: Mal ein Blick auf die Verschuldungssituation in Europa. Der Superconduit kommt im zweiten Teil des Artikels ... Geschrieben von: HRR , am 20-10-2007 06:01 Guter Hinweis, Danke!  Geschrieben von: pater, am 02-11-2007 18:17 Klasse Idee, so kriegen die Banken das Zeug aus der Bilanz, aber in irgendeiner Bilanz muss es ja stehen. Tut mir leid, aber wenn man 100 Milliarden umlagert, sind des exakt 100 Milliarden, die irgendwo fehlen. Artikel kommentieren
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