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Jetzt geht's um die Wurst PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Oktober 2007

Image Konrad Hummler, Teilhaber der St.Galler Privatbank Wegelin und einer der mächtigsten Strippenzieher in der Schweizer Wirtschaft (Cash daily) ist um Worte und Vergleiche selten verlegen. Seine Kommentare sind allein schon wegen der Wortakrobatik ein Lesegenuss. Aber lesen Sie doch selbst:

 

 Es gibt kaum eine adäquatere Metapher zur gegenwärtigen Kreditmarktkrise als die Wurst und alles, was mit deren Produktion, deren innerem Wesen, deren Verkauf und deren – freiwillig-kulinarischen oder erzwungenen – Entsorgung zusammenhängt. Weshalb? Eine Wurst ist ja bekanntlich ein in ein dünnes, meist verspeisbares Behältnis verbrachtes Gemenge von Inhalten, die früher einmal reelle Fleischstücke waren; eine Wurst ist sozusagen ein Fleischderivat. Speckseiten, Innereien, Schwarten, gegebenenfalls aber auch wertvollere Stücke werden zu Nahrungsmitteln mit durchaus eigenständigen Charakteristiken und Qualitäten verarbeitet. Der Phantasie sind auf dem Gebiete der Fleischderivate kaum Grenzen gesetzt; so unbestreitbar köstlich eine St. Galler Bratwurst sein mag – eine Salami oder eine Andouillette sind auch nicht zu verachten! Kein Kulturkreis ohne Würste.

Und kein Fleisch ohne Würste: Die Fleischproduktion, das heisst der Markt für reelle Fleischstücke wie Entrecôtes und Koteletts, und die Produktion von Fleischderivaten bzw. der Markt für Wurstprodukte sind aufs engste miteinander verbunden und voneinander abhängig. Zwischen Fleisch und Wurst gibt es allerdings einen wesentlichen Unterschied. Im einen Fall weiss man, was man in der Hand hat, im anderen nicht unbedingt. Das Verspeisen einer Wurst bedarf eines hohen Masses an Vertrauen in deren Hersteller, und man braucht kein eingefleischter Vegetarier zu sein, dass einen ab und zu das nackte Grauen ob der Möglichkeiten packte, was alles auch noch in einer Wurst sein könnte.

„Was alles auch noch in einer Wurst sein könnte“: Das ist nun aber genau die Frage, die seit einigen Monaten die Kreditmärkte bedrängt und an den Rand des Kollapses gebracht hat. 

Wer den kompletten Anlagekommentar der Bank Wegelin lesen möchte: Bitte schön

Da ist noch mehr Zündstoff drin: Top-Banker Hummler kritisiert die UBS scharf

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