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Citigroup-Chef Prince tritt zurück PDF Drucken E-Mail
Montag, 5. November 2007
Image Wenn die Liquidität zurückgeht, dann sieht man, wer nackt gebadet hat. Zumindest nur sehr knapp bekleidet steht nach den neuesten Turbulenzen an den Kreditmärkten die amerikanische Grossbank Citigroup da. Nach einer Krisensitzung an diesem Wochenende ist von Abschreibungen von weiteren 7-11 Milliarden US Dollar die Rede. Der CEO und Verwaltungsratsvorsitzende der Citigroup, Charles Prince, stellt sein Amt zur Verfügung. Prince kann mit einer grosszügigen Abfindung rechnen.


Während der Rücktritt von Citigroup-Chef Prince nicht unerwartet kam, zeigten sich Experten doch von den angekündigten neuen Abschreibungen im Zuge der US-Hypothekenkrise überrascht. Bereits im dritten Quartal hatten Abschreibungen von 6,5 Milliarden Dollar der Citigroup Löcher in die Bilanz gerissen und einen Gewinneinbruch von fast 60 Prozent eingebrockt.

Prince übernahm die Verantwortung für den negativen Geschäftsverlauf der Citigroup in den vergangenen Monaten. “Wegen des Ausmaßes dieser Belastungen ist ein Rücktritt für mich als Chief Executive Officer der einzig ehrenhafte Schritt“, erklärte Prince in einem Schreiben an die Bankmitarbeiter.

ImageZum Interims-Unternehmenschef wurde der in Deutschland geborene, derzeitige Vorsitzende des Europa-Geschäfts der Citigroup, Sir Win Bischoff, berufen. Der ehemalige US-Finanzminister Robert Rubin wurde zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates ernannt. Der scheidende, 57 Jahre alte Prince hatte auch dieses Amt inne. Eine Findungskommission soll die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger übernehmen. In Frage kämen interne wie externe Kandidaten, sagte Rubin.

Charles Prince ist bereits der zweite Grossbanker, der im Zuge der Krise sein Amt verliert: Erst vor einer Woche war der Chef der Investmentbank Merrill Lynch, Stan O'Neal, nach Rekordverlusten seines Hauses durch die Immobilienkrise zurückgetreten. Prince kann aber nach Angaben von US-Medien nach seinem Abgang mit einer grosszügigen Abfindung in einer Grössenordnung zwischen 31 und 94 Mio. Dollar rechnen.

Bei einer solch „ausserordentlichen“ Leistung sicher nicht ganz unverdient... Yell

P.S. Cartoon via Immobilienblasen


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