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Allianz-Versicherung zieht Nena vor Gericht PDF Drucken E-Mail
Samstag, 7. Juli 2007

Die Allianz-Versicherung wollte ihre besten Mitarbeiter mit einem Nena-Konzert belohnen. Das ging gründlich schief und die Allianz zog die Sängerin vor Gericht. Das ging auch schief, aber lesen Sie selbst.

"Nena", die mit bürgerlichem Namen Gabriele Kerner heißt, sollte auf einer "Incentive-Veranstaltung" für vier- bis fünfhundert verdiente Allianz-Mitarbeiter singen. Doch während ihres 25 - 30 Minuten dauernden Auftritts verließ mindestens die Hälfte der Anwesenden den Saal, der Rest blieb angeblich zum größten Teil nur deshalb, weil nach dem Auftritt die "Ziele" für das neue Jahr bekannt gegeben wurden.

Was war geschehen?

Nena soll laut Zeugenaussagen die Allianz-Mitarbeiter mit "Krawattenträger" angesprochen haben  und sie zum Mitsingen aufgefordert haben mit dem Zuruf "Singen kann jeder – genauso wie Versicherungen verkaufen". Den größten Unmut scheint bei den Allianz-Mitarbeitern aber eine Äußerung hervorgerufen zu haben, die von den Zeugen in leicht verschiedenen Versionen wiedergegeben wurde: Danach habe Frau Kerner gesagt, dass sie ihre Allianz-Krankenversicherung entweder gerade gekündigt habe oder kündigen wolle. Auch von Drogeneinfluss sei die Rede gewesen.

Als Belohnung haben die Allianz-Mitarbeiter den Nena-Auftritt offensichtlich nicht betrachtet, belohnt wurde aber Frau Kerner. Für den 30-Minuten-Auftritt soll sie zwischen 100'000 und 120'000 Euro kassiert haben. Wegen Beleidigung forderte darauf die Allianz die Hälfte der Gage zurück. Als die Sängerin dies verweigerte, strengte die Versicherung beim Landgericht München I eine Klage auf "Minderung und Schadensersatz" an.

Da nicht alle geladenen Zeugen erschienen waren, kam das Gericht zu keinem Abschluss, legte den gegnerischen Parteien aber nahe, sich mittels einer Spende der Sängerin an eine gemeinnützige Organisation gütlich zu einigen.

Und was lernen wir daraus?

Als Manager der Allianz würde ich den zuständigen Mitarbeiter in der Incentive-Abteilung entlassen, dem mit einem Budget von Euro 100'000 nichts Kreativeres einfällt als einen 30-Minuten-Auftritt von Nena.
Als Aktionär der Allianz-Versicherung würde ich den Manager, der weder kreativ noch innovativ ist, noch solche Mitarbeiter hat, sofort entlassen.
Als Nena würde ich fröhlich weitersingen, solange es Mitarbeiter, Manager und Aktionäre gibt, die jegliches Augenmass verloren haben.

Ich nimm schon mal Gesangsstunden...Smile

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