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Lost in Las Vegas PDF Drucken E-Mail
Montag, 23. Juni 2008
Mit Trockenheit kennt man sich in Las Vegas aus. Doch mit der Kreditkrise sind jetzt auch die Geldströme verdunstet. Das Tropicana hätte bis 2010 zur weltgrößten Casino- und Freizeitanlage ausgebaut werden sollen, muss jetzt aber Gläubigerschutz beantragen. Dies wirft ein schiefes Licht auf die Kredite von Geschäftsliegenschaften, welche wie Subprime-Hypotheken rund um den Globus verschachert wurden.

Viele Gäste des Tropicana beschweren sich über schmutzige Zimmer und Insekten, schreibt Welt-Online. Was die Kundschaft des "Trops" zu spüren bekommen, sind die Auswirkungen der Kreditkrise. Nicht, dass die Betreibergesellschaft Tropicana Entertainment LLC, bislang Teil des Imperiums von William J. Yung III, den Sanierungsbedarf nicht erkannt hätte: Für 2,5 Mrd. Dollar (1,6 Mrd. Euro) sollte das Tropicana ausgebaut werden, finanziert durch die Crédit Suisse.

Doch dann kam die Finanzkrise. Inzwischen sind der Umsatz des Kasinos und der Wert der Immobilien aber so stark gefallen, dass das Unternehmen keine Kredite und kein Kapital mehr aufnehmen kann und im Mai Gläubigerschutz beantragen musste.

Der komplette Artikel: In Las Vegas geht das erste Kasino Pleite

Auch die Deutsche Bank hat sich mit einem Kasino verspekuliert. Die Medien hatten im Januar darüber berichtet: Deutscher Bank drohen Milliarden-Ausfälle

Die Zahlungsschwierigkeiten von Kasinos in Las Vegas sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Investoren in Geschäftsliegenschaften zu erwarten haben. Die wirtschaftlichen Probleme, welche mit den privaten Immobilien ihren Anfang nahmen, breiten sich nun auch auf dem kommerziellen Sektor aus. Mark Vitner, Chefökonom bei Wachovia, prognostiziert einen Preisverfall bei Geschäftsliegenschaften von 15 bis 20 Prozent.

Dies sind keine guten Aussichten für Aktionäre von Banken, welche stark in dieses Geschäft involviert sind, schreibt Bloomberg. Zu den grössten Marktplayern in den USA gehören Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch und Lehman Brothers, welche 84 Milliarden US$ an Hypotheken und Anleihen ausstehend haben. Davon wurden seit Beginn der Kreditkrise schätzungsweise 7 Milliarden US$ abgeschrieben.  

Die Deutsche Bank, welche 15.5 Milliarden Euro (24.2 Milliarden US$) ausstehend haben soll, hat davon 728 Millionen Euro abgeschrieben. Die Crédit Suisse hingegen habe ihr Portfolio durch Verkäufe und Abschreibungen bereits um 25 Prozent auf 18.7 Milliarden US$ reduziert.

Finanziert wurden diese Kredite grösstenteils durch commercial mortgages backed securities oder kurz CMBS. Der Markt für CMBS erreichte im vergangenen Jahr 233 Milliarden US$, das Sechsfache des Jahres 1997, solle aber Schätzungen der Ratingagentur Moody's zu Folge in diesem Jahr auf 35 Milliarden US$ einbrechen.

Mehr dazu bei Bloomberg

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