Die amerikanischen Zeitungen sind voll von betrogenen Eigenheimbesitzern, die ahnungslos ins Verderben gestürzt sind. Doch so einfach ist es nicht. Für einen Tango braucht es immer zwei und nicht alle Käufer waren auf den Kopf gefallen, sie konnten nur ihrer Konsumgier nicht widerstehen, wie das Beispiel der Familie Oropezas eindrücklich zeigt.
Die Oropezas kauften sich ein Haus in der Canon Road in Calle im Jahre 2004. Sie bezahlten dafür 557'000 US Dollars. Finanziert wurde das Eigenheim mit vier Schlafzimmern mit einer Hypothek von 500'000 US Dollars. Herr Oropezas arbeitete als Manager bei einem Händler für Autoteile, seine Frau in einem Shop für ergänzende Nahrungsmittel.
Der Wert des Hauses stieg bis 2006 auf US Dollars 835'000. Den Preisanstieg haben die Oropezas genutzt, um die Hypothek dreimal aufzustocken. Das Geld wurde für Inneneinrichtung, ein Wasserspiel im Garten und Kreditkartenrechnungen ausgegeben, kurzum das Haus war ihre Cash-Maschine für einen aufwendigen Lebensstil.
Zu Beginn dieses Jahres wollten sie das Haus für USD 839'000 verkaufen, doch niemand war daran interessiert. Laut Elsi Cambone, ihrer Liegenschaftshändlerin, wurden mögliche Käufer durch das leer stehende Haus gleich neben den Oropezas abgeschreckt.
Noch 2006 wurde Herr Oropeza von seinem Arbeitgeber aufgefordert, seinen Arbeitsstandort nach Texas zu verlegen. Bereits im Juni 2006 kaufte die Familie in einem Vorort von Houston ein Haus für USD 283'000. Das Geld haben sie innert sieben Tagen erhalten. „Es war einfach, wir galten als gute Schuldner“, sagte Mrs. Oropeza.
Noch bevor ihrem Wechsel nach Texas gönnte sich die vierköpfige Familie einen Urlaub in der Karibik. Nach ihrer Rückkehr packten sie ihre Sachen und machten sich auf nach Houston. Nachbarn berichten, dass sich die Oropezas noch kurz vor ihrer Abreise einen neuen Lexus gekauft haben.
Mrs. Oropezas bestätigte diese Aussage: „Wir hatten kürzlich einen Lexus und einen Chevrolet Suburban ohne Anzahlung auf Kredit gekauft.“ Sie verneint aber, dass sie das Haus in Kalifornien sich selbst überlassen haben: "Wir hatten uns einfach für das Haus in Texas entschieden." (Quelle)
Machen wir jetzt mal die Rechnung. Die Familie Oropeza hat zu Beginn USD 57'000 investiert und danach USD 335'000 durch Hypotheken-Aufstockungen in cash ausbezahlen lassen. Ob das Haus je wird verkauft werden können und zu welchem Preis steht in den Sternen.
Die Oropezas gehören zu den Menschen, welche Hank Paulson, Ben Bernanke und Hillary Clinton als Opfer bezeichnen. Was da wohl die sächsischen Steuerzahler, um nur ein Beispiel zu nennen, sagen werden.
UPDATE:
Tja, was sich anhört, als wäre es das Normalste der Welt, wurde in den USA durch die Fed erst jetzt eingeführt.
Da muss doch jetzt tatsächlich vor der Vergabe einer Hypothek von 200 oder 300 Tausend Dollar geprüft werden, ob der Kreditnehmer diese auch zurückzahlen kann!?! LOL!
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Geschrieben von: Saviano , am 19-12-2007 20:59 Tja, wirklich köstlich die "naiven" Amerikaner... Die Frage ist, ob diese Familie nun als beispielhaft für den amerikanischen Konsumenten gehalten werden kann? Das werden wir sehen (ich habe da meine Zweifel). Ansonsten, was kann man hier noch sagen? Vielleicht "Raus aus den Schulden" auf RTL schauen... Geschrieben von: Michael, am 19-12-2007 22:02 Wo stehen die Amis denn bei Pisa ? Aber immerhin, der amerikanische Traum... Und all die armen Opfer... Wie leid sie uns tun... Mit 50000 $ rund 1000000 zu finanzieren ... Das ist ein Hebelchen unter Zockern von 1:20...  Geschrieben von: egghat , am 21-12-2007 12:59 Also wenn die Amis nicht auch das Fernsehformat mit dem Schuldenberater erfunden habe, würde es mich sehr wundern ... Aber manchmal gibt es ja so Wunder: Die Handies kommen auch aus Finnland und nicht aus Italien (wenn man mal Italiener mit ihren Handies im Meer(!) auf der Luftmatratze gesehen hat, will man das auch nicht glauben. Bye egghat Geschrieben von: herbert, am 27-12-2007 09:28 Ich befürchte, nicht nur in Amerika sind manche "Opfer" keine Opfer sondern ganz einfach blöd, so hart das auch klingt Artikel kommentieren
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