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Die UBS ist ihr Sorgenkind nicht los |
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Mittwoch, 21. Mai 2008 |
Die UBS verkauft 22 Milliarden an Ramschanleihen an den amerikanischen Vermögensverwalter Black Rock zu einem Preis von 15 Milliarden. Was auf den ersten Blick nach einem Ende mit Schrecken aussieht, könnte sich noch als ein Schrecken ohne Ende herausstellen, denn die UBS ist gleichzeitig auch der Kreditgeber von Black Rock. Ein Verkauf mit Verpflichtungen also, dabei wollte man doch Verpflichtungen loswerden.
Die UBS Aktionäre nahmen vor ein paar Wochen die Meldung dankbar auf als durchsickerte, dass die Bank sich von einem grossen Brocken ihrer Ramschanleihen aus dem Immobiliendebakel in den USA trennen wollte, obwohl die Vertragsbestimmungen nicht besonders sexy waren. 30 Prozent müsse die UBS auf den zu verkaufenden Beständen abschreiben, hiess es damals. Es sah nach einer schwierigen aber nötigen Entscheidung aus, um endlich wieder nach vorne blicken zu können.
Heute wissen wir es besser. Die offizielle Medienmitteilung der UBS:
UBS gab heute bekannt, den Verkauf von US-amerikanischen Residential Mortgage-Backed Securities – hauptsächlich mit Einstufung Subprime und Alt-A – in Höhe von rund 15 Milliarden USD abgeschlossen zu haben. Käufer ist ein neu gegründeter Fonds für gefährdete Papiere, der vom globalen Vermögensverwalter BlackRock verwaltet wird.
Marcel Rohner, Chief Executive Officer von UBS, sagte: «Die Reduktion der Risiken bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer laufenden finanziellen Restrukturierung, und dieser Verkauf ist ein grosser Schritt hin zu einem weiteren Abbau unserer Positionen in dieser Anlagekategorie. Wir verwalten die Risiken der verbleibenden Altlasten weiterhin flexibel und kreativ im besten Interesse unserer Aktionäre.»
Jerker Johansson, Chairman und CEO von UBS Investment Bank, sagte: «BlackRock erwies sich als idealer Partner für diese Transaktion und stellte über BlackRock Solutions führende Analyse-, Strukturierungs- und Beratungsdienstleistungen zur Verfügung.»
UBS verkaufte dem neuen Fonds Positionen mit einem Nominalwert von rund 22 Milliarden USD für einen Verkaufspreis von insgesamt rund 15 Milliarden USD. Gemäss Kategorisierung von UBS handelt es sich mehrheitlich um etwa gleich grosse Anteile an Subprime- und Alt-A-Beständen und beim Rest um Prime-Positionen. Der Fonds kaufte die Papiere mit rund 3,75 Milliarden USD an Mitteln, die BlackRock bei Anlegern aufgenommen hatte, sowie mit einem mehrjährigen, besicherten und befristeten Kredit von UBS in Höhe von rund 11,25 Milliarden USD.
Die Transaktion ist abgeschlossen, und weitere Vertragsbedingungen wurden nicht offengelegt.
Dank dieser Transaktion verschwinden jetzt 22 Milliarden USD an Ramschanleihen aus der Bilanz der UBS und werden ersetzt durch ein Darlehen von 11.25 Milliarden USD und einen realisierten Verlust von 7 Milliarden USD. Was die UBS nach dem Verkauf wirklich in der Hand hält sind 3.75 Milliarden USD, welche Black Rock bei ihren eigenen Anlegern aufgenommen hat.
Was aber passiert, falls die Anleihen mit einem nominalen Wert von 22 Milliarden USD - die nun im Besitz des Fonds von Black Rock sind - wertlos verfallen? Muss sich dann die UBS das Darlehen an den Fonds in der Höhe von 11.25 Milliarden USD ans Bein streichen? Ich weiss es nicht und die UBS gibt darüber keine Auskunft. Schafft man so Klarheit? - und wurden wirklich Risiken abgebaut oder nur die Bilanz kosmetisch aufgepeppt? Ich vermute, dass die UBS ihr Sorgenkind nur im optimalen Falle - einem baldigen Ende der Immokrise in den USA - los ist, in diesem Fall hätte sie aber auch Black Rock nicht gebraucht.
UPDATE
Die NZZ schreibt zu diesem Geschäft:
...die UBS hat ihr kurzfristiges Risiko von Bewertungsverlusten auf den Subprime-Papieren in ein Kreditrisiko gegenüber Black Rock umgewandelt. Über die Konditionen des Kredits hat die UBS nichts bekannt gegeben. Letztlich dürfte es aber genau von diesen Konditionen abhängen, ob sich der Deal für die Grossbank am Ende auszahlen wird. Tatsächlich wissen wir nicht einmal ob im Verlustfalle Black Rock für diesen Fonds haftet. Ein Detail, welches die NZZ in ihrem Artikel nicht berücksichtig. Sie schreibt...
Im allerschlimmsten Szenario könnte langfristig gesehen auch ein Konkurs von Black Rock drohen– sollten weiter negative Einflussfaktoren hinzukommen. In diesem allerdings aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlichen Szenario würden die UBS von den abgestossenen Problempositionen wieder vollumfänglich eingeholt: Die Grossbank müsste den Kredit von 11,25 Mrd. $ gänzlich abschreiben. Ich gehe davon aus, dass es keine Garantie von Black Rock für diesen Fonds gibt und deshalb bereits ein Konkurs dieses Fonds (und nicht von Black Rock selbst) voll auf die UBS zurück schlagen könnte. Es wäre begrüssenswert, wenn die UBS in diesem Punkt für Klarheit sorgen würde.
Link zum NZZ-Artikel: UBS finanziert Black-Rock-Deal mit Milliarden-Kredit
Zusätzlich bringt mich nun dieses Geschäft auf den Gedanken, dass auch andere Aufkäufe von Ramschanleihen durch Hedge Fonds und Privat Equity Firmen durch Kredite von Banken finanziert wurden, welche die Positionen loswerden wollten. Dies macht buchhalterisch durchaus Sinn. Nochmals zum NZZ-Artikel:
Die UBS könne dadurch die Kapitalunterlegung in der Bilanz deutlich reduzieren, da die Position neu als «collateralised loan» geführt werden, für die nur noch eine Risikogewichtung von 20% anstatt 75% nötig sei. (Trackback)
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