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Dienstag, 6. November 2007 |
Die Schätzungen, wieviel die Hypotheken-Krise kosten wird, gehen noch weit auseinander. Einig sind sich aber fast alle Analysten darin, dass wir noch nicht alles gesehen haben. Die Preise für Immobilien fallen im Moment schneller, als die Banken die Wertberichtigungen vornehmen können. Dazu kommt noch, dass die Banken nicht alleine auf diesen Wertschriften sitzen geblieben sind. Bislang blieb es vor allem bei den Versicherungen und Pensionskassen ruhig.
Die Investmentbank JPMorgan rechnet damit, dass die Abschreibungen von an Hypotheken gekoppelten Wertpapieren bis zu 200 Milliarden Dollar erreichen können. Die Finanzwirtschaft habe mindestens 60 Milliarden Dollar Verluste noch nicht bekannt gegeben, sagte Analyst Christopher Flanagan am Montag. Wo aber sind diese Verluste? Die Financial Times ist bei Goldman Sachs fündig geworden
Etwas Licht ins Dunkel bringt die englische Ausgabe der Financial Times. Sie macht vor allem noch Fragezeichen hinter Goldman Sachs. Bislang machte es den Anschein, als hätte Goldman Sachs die Party gerade noch rechtzeitig verlassen. Offensichtlich zu schön um wahr zu sein. Laut der FT liegt es an den Buchhaltungskünsten von GS, dass sie bis dato so erfolgreich davon gekommen ist.
Es wird langsam klar, dass Goldman weit mehr als jede andere Bank Wertschriften zu „Level 3“-Preisen bewertet hat. „Level 3“ kommt immer dann zum Zug, wenn keine Marktpreise zur Bewertung hinzu gezogen werden können. Diese Preise kommen aufgrund von (selbst gemachten) Modellen zustande.
Laut dem Fortune magazine machte Goldman einen Netto Gewinn von US$ 2.94 Milliarden auf Derivaten, die unter “Level 3” verbucht wurden, wovon US$ 2.62 Milliarden unrealisierte Gewinne sind.
Wenn diese Preise, die Goldman für die Bewertung hinzu gezogen hat, tatsächlich realistisch sind, dann fragt sich auch, wer denn die Verlustseite dieser Derivate auf den Büchern hat. Hedge-Funds?
Auch Citigroup sorgt mit ihren “Level-3”-Positionen für Furore. US$ 134,8 Milliarden soll die amerikanische Bank nach eigenen Modellen verbucht haben, weil es keine Marktpreise gab. Ob die bis jetzt vorgenommenen Abschreibungen schon genügen, ist mehr als fraglich.
Doch nicht nur die Banken sind in die aktuelle Krise involviert. Die mit Hypotheken gedeckten Anleihen wurden breitflächig verkauft, doch die üblichen Verdächtigen wie Versicherungen und Pensionskassen halten sich noch bedeckt.
Die Firma Markit, die Indizes für Asset-Backed-Securities publiziert, berechnet für die Papiere mit dem besten Rating AAA einen Wert von 80% des Nominalwertes. Für das schlechteste Rating BBB müssen gar nur noch 25% berappt werden. Ob die Münchner Rück dies bei ihren Zahlen berücksichtigt hat?
Der Finanzvorstand der Münchner Rück versicherte, das Thema sei gelaufen. Seit Jahresbeginn habe es Verluste von 150 Millionen Euro in den kritischen Märkten gegeben, mehr als befürchtet. Das Portfolio im Zusammenhang mit schwach abgesicherten US-Hypothekenkrediten sei um ein Drittel auf knapp 400 Millionen Euro reduziert worden - bei Kapitalanlagen von insgesamt mehr als 170 Milliarden Euro.
Eine erstaunlich gute Leistung, wenn es denn so bleibt. Denn einiges liegt nach Expertenmeinung noch unter dem Teppich, bei wem auch immer.
Ex-Fed-Chef Alan Greenspan oder der Milliardär George Soros sehen bislang nur die Spitze des Eisbergs offengelegt. Aktive Notenbanker wie der Chef der Bank of England, Mervyn King, teilen diese Ansicht. Tja, und ich auch 
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