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Donnerstag, 17. April 2008 |
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Seite 1 von 2 Vor ein paar Tagen hatte die Weltbank die Geberländer aufgerufen, möglichst schnell 500 Millionen Dollar für Lebensmittel zur Verfügung zu stellen, damit keine Hungerkatastrophe in Entwicklungsländern ausbricht. Das sind gerade einmal 13.5 Prozent des Einkommens, das der bestbezahlte Hedge-Fonds-Manager letztes Jahr verdiente. Angesichts solcher extremen Reichtumsunterschiede kommen nicht nur die sozialen Geister ins Grübeln, auch die liberalen kratzen sich verwundert am Kopf. Was ist da schief gelaufen?
Um in die Alphaliste der 25 bestbezahlten Hedge-Fonds-Managers aufgenommen zu werden, brauchte man im vergangenen Jahr ein Einkommen von mindestens 360 Millionen US Dollar. Spitzenverdiener der Branche war der Amerikaner John Paulson. Er kam dank seiner Wetten auf ein Platzen der amerikanischen Immobilienblase auf ein Einkommen von 3,7 Milliarden Dollar.

John Paulson hatte den richtigen Riecher und nicht nur seine Nase sondern auch das Geld seiner Investoren in Wertschriften gesteckt, welche von der Immobilienkrise profitierten. Seine Investoren werden ihm dankbar dafür sein und glücklich schätzen darf er auch sich selbst. Eine Win-Win-Situation im liberalsten Sinne. Was will man mehr?
Dass Hedge Fonds Manager auch Wetten eingehen, die völlig schief in der Landschaft stehen, kommt natürlich auch vor (Amaranth, LTCM, Carlyle) und ob John Paulson auch 2008 ein glückliches Händchen haben wird ist noch offen und für ihn auch nicht match-entscheidend, denn die 3,7 Milliarden Dollar sind ihm nicht mehr zu nehmen.
Hier zeigt sich das Problem dieser Entschädigungsmodelle. Abgerechnet wird jedes Jahr - bei manchen Hedge Fonds sogar jedes Quartal. Die Manager können dabei nichts verlieren, im besten Fall aber im grossen Stil abkassieren. Ein Downside-Risiko gibt es nicht - die Einkommensskala aber nach oben ist offen. Kein Wunder gehen die Manager unglaubliche Risiken ein.
Wie Studien belegen, sind nur gut 30 Prozent aller Hedge-Fund-Manager in der Lage, eine positive Überrendite gegenüber dem Markt zu erwirtschaften. Die Gebühren für Hedge Funds setzen sich aus einer fixen Komponente, gemessen an der Grösse des verwalteten Vermögens, und einer erfolgsabhängigen Komponente zusammen. Typischerweise sind dies 2% der «Assets under Management» plus 20% Beteiligung am Gewinn. ( Quelle) Die Hedge Fonds Manager sind vergleichbar mit Investmentbankern, je höher der Gewinn, desto höher das Einkommen. Für Verluste müssen die Aktionäre, Investoren und Steuerzahler gerade stehen. Soweit nichts neues - das wissen wir alles schon, aber...
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