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Merrill Lynch auf Enrons Spuren |
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Freitag, 2. November 2007 |
Die durch Milliardenverluste in die Schlagzeilen geratene US-Investmentbank Merrill Lynch ist in Transaktionen mit Hedge Funds involviert, welche ihre tatsächlichen Verluste auf ausstehenden Krediten verschleiern sollen, berichtet das Wall Street Journal in ihrer heutigen Ausgabe.
Bei einer solchen Transaktion soll ein Hedge Fund commercial papers im Gegenwert von 1 Milliarde US Dollar gekauft haben, die in Form eines „Finanz-Vehikels“ (ein besserer Ausdruck fällt mir dafür nicht ein) gefüllt mit Hypotheken von Merrill emittiert wurde, wie ein Insider berichtet. Im Gegenzug wurde dem Hedge Fund das Recht eingestanden, die commercial papers nach einem Jahr an Merrill Lynch zu einem garantierten Minimum-Preis zurück zu verkaufen.
Etwas klarer ausgedrückt heisst dies, dass Merrill Lynch damit eine Milliarde an „risky assets“ in ihrer Bilanz unsichtbar machte. Das Risiko besteht jedoch nach wie vor und kommt spätestens in einem Jahr ans Tageslicht. Merrill Lynch wollte diese Transaktionen nicht kommentieren.
"Merrill Lynch machte die Runde bei Hedge Runds, um ihre Risiken durch one-year off-balance-sheet credit facilities aus den Büchern zu bekommen", wie eine Anlageberaterin für Derivate berichtete. Auch andere Investmentbanken mit grossen Hypothekarverlusten sollen vergleichbare Transaktionen mit Hedge Funds arrangiert haben. Damit haben wir mindestens teilweise die Antwort, wo die Verluste aus der Immobilienkrise ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben, denn eines war mir schon länger klar: Die wenigen Milliarden an Verlusten, die bis dato bekannt geworden sind, reichten nie und nimmer, um das Thema Immobilienkrise abhaken zu können. There ist more to come.
Quelle: Deals With Hedge Funds May Be Helping Merrill Delay Mortgage Losses
Die Aktie von Merrill Lynch
Der Chef von Merrill Lynch bekam 160 Millionen zum Abschied
UPDATE
Merrill Lynch dementiert soeben einen Pressebericht. Das Wall Street Journal hatte der Investmentbank vorgeworfen, sie habe mit Hedgefonds einen Deal abgeschlossen, der ihr erlaubt, angeschlagene Subprime-Forderungen unter den Tisch zu kehren. Die Bank erklärt jetzt offiziell, davon sei dem Management nichts bekannt. Solche Praktiken entsprächen nicht der Firmenpolitik. (Quelle)
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