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EBK möchte tiefere Steuern für Hedge-Fonds-Manager |
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Montag, 10. September 2007 |
Die Eidg. Bankenkommission (EBK) hat heute einen Hintergrundbericht veröffentlicht, in dem sie die Tätigkeit von Hedge-Fonds mit Blick auf die Systemstabilität, die Marktintegrität, den Anlegerschutz sowie den Wirtschaftsstandort beleuchtet.
Der Bericht weist einerseits darauf hin, dass die Gesamtgrösse des Hedge-Fonds-Sektors verglichen mit anderen Branchen wie der Anlagefonds nach wie vor bescheiden und ihr tatsächlicher Einfluss auf die Finanzmärkte immer noch weitgehend ungeklärt sei. Andererseits weist die EBK darauf hin, dass das Scheitern eines grossen Hedge-Fonds die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems ernsthaft bedrohen könne.
Tja, was denn nun, liebe EBK?
Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt Greenwick Associates. In den vergangenen Jahren hat dieses Institut den Aufstieg der Hedge Funds von kleinen Mitspielern zu signifikanten Liquiditätsquellen im Obligationenmarkt dokumentiert.
Die Expansion der Hedge Funds in den letzten Monaten war so schnell und
stark, dass es keine Uebertreibung ist zu sagen, dass die Hedge Funds
nicht ein wichtiger Teil des Marktes sind, nein, sie sind der Markt
schlechthin. Auch Renée Schultes von FinancialNews kommt zu einem anderen Ergebnis als die EBK:
Der Einfluss von Hedge Funds ist auf den ersten Blick verhältnissmässig
unscheinbar. Sie sind für “nur” 1 % aller verwalteten Vermögen weltweit
zuständig und 4 %, wenn man die Kredite mitberücksichtigt.
Allerdings sorgen sie für 50 % des täglichen Umsatzes in London und New
York gelisteten Aktien und 60 % der Volumen in Kredit Derivaten -
wahrlich kein Pappenstiel. Nicht nur was den Einfluss der Hedge-Funds anbetrifft, hinterlässt der EBK-Bericht einen zwiespältigen Eindruck, auch im Bereich Steuern, in dem sie sich für Steuererleichterungen zu Gunsten von Hedgefonds-Managern ausspricht:
Der Finanzplatz Schweiz hat ein Interesse an der Ansiedlung dieser Gesellschaften mit hohem Wertschöpfungspotential. Die Neuansiedlung von Hedge-Fonds Managern würde durch die Angleichung der heute ungünstigeren steuerlichen Rahmenbedingungen an die wichtigsten Standorte im Ausland erleichtert.
In London sorgen diese Steuersätze seit Monaten für heisse Köpfe: Die Steuern sind "unnötig niedrig"
Einer der prominentesten britischen Fondsmanager Nicholas Ferguson bezeichnete die steuerliche Begünstigung für Branchenakteure als nicht nachvollziehbar, denn Leute wie er würden in Grossbritannien «weniger Steuern zahlen als eine Putzfrau».
Die Eidg. Bankenkommission scheint dies nicht zu stören.
Hedge-Fonds Marktentwicklung, Risiken und Regulierung (Trackback)
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