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Zwangsenteignungen auf Rekordhoch |
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Freitag, 5. September 2008 |
Der ehemalige Vorsitzende der FED, Paul Volcker, spricht Klartext: Das US-Finanzsystem, welches auf der Verbriefung statt auf traditionellen Bankkrediten basiert, ist gescheitert und könnte zum schwächsten Wirtschaftswachstum seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts führen. Unterstrichen werden diese Aussagen von den neuesten Zahlen der amerikanischen Wirtschaft.
"Es ist die komplizierteste Finanzkrise die ich je erlebt habe und ich habe einige erlebt", sagte Volcker, welcher die Fed während den Jahren 1979-1987 führte und damals mit einer Inflationsrate von über 10 Prozent fertig werden musste. Volckers Kommentar kam nachdem die Behörden einen neuen Anstieg der Arbeitslosigkeit gemeldet hatten: Amerikanischer Arbeitsmarkt auf Tauchstation.
Die Nachrichten vom Immobilienmarkt sind leider auch nicht besser. Die Zwangsenteignungen (Foreclosures) haben sich weiter beschleunigt. Allein im 2. Quartal sind neu 1.19 Prozent dazu gekommen. Es ist das erste Mal seit 29 Jahren - dem Beginn dieser Untersuchung - dass der Wert über 1 Prozent steigt. Total wurden damit 2.75 Prozent der Immobilien enteignet. Der Anteil der Hypotheken, welche mit einer oder mehr Raten im Rückstand sind, stieg auf 6.41 Prozent. Auch dies ist ein neuer trauriger Rekord.
Die Immobilienkrise hat inzwischen die "guten" Schuldner - sogenannte prime mortgages - erreicht. Detailierte Zahlen gibt es bei Bloomberg.
Laut dem bankers' report waren per Ende März in den USA 10'600 Milliarden $ an Hypotheken ausstehend. Die Ausgabe von neuen Hypotheken sank im ersten Quartal auf 320,9 Milliarden $ nachdem dieser Wert im Vorjahresquartal noch 782,6 Milliarden $ betragen hatte, besagt ein Report der Fed.
Die Zahlen sind ohne Frage schlecht, noch schlechter sind aber die Informationen welche uns weis machen wollen, dass die USA nicht in einer Rezession stecken.

Bild via Big Picture (Trackback)
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Geschrieben von: egghat , am 06-09-2008 16:31 Wir hatten bisher eine Immobilienkrise ausgelöst durch zu hohe Preise und zu lasche Hypothekenvergabe. Das ganze platzte in eine Zeit mit Sonnenschein. Daher vermuteten manche (ich allerdings nicht), dass es eine Krise geben würde, die ohne sich selbst verstärkende Effekte relativ normal ablaufen würde. Nach den Arbeitsmarktzahlen von gestern (und eigentlich auch den BIP Zahlen von letzter Woche) kann man sich aber inzwischen sicher sein, dass diese sich selbst verstärkenden Effekte jetzt kommen. Man muss daran denken, dass normalerweise die Krisen am Immobilienmarkt von einem schwachen Arbeitsmarkt ausgelöst werden. Jetzt haben wir schon einen Immobilienmarkt, der sich im freien Fall befindet, und jetzt kommt noch das hinzu, was normalerweise die Krise erst auslöst. Das macht wenig Hoffnung. Jeder, der 20% Preisverfall in seinen Abschreibungen berücksichtigt hat, sollte langsam anfangen zu überlegen, was bei 40% Preisverfall passiert ... Bye egghat Artikel kommentieren
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