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Donnerstag, 1. Januar 2009 |
Uff, es ist geschafft, wir haben ein historisches Jahr hinter uns
gelassen. Ein Jahr, bei dem die Herdentiere versagten und die folgsamen
Investoren sich auf tieferem Niveau wiederfanden. 2008 - ein Jahr für
die Geschichtsbücher. Weitere werden folgen, wie sich das bei einer
Zeitenwende gehört. Hier nochmals die eindrücklichsten Prognosen im
Rückspiegel.
Doch bevor ich zu den Bannerträgern der Meinungsmacher komme, möchte ich noch auf einen Artikel verweisen, den ich vor einem Jahr geschrieben habe. Er enthält keine Prognose, auf die ich jetzt schulterklopfend hinweisen möchte, sondern einen Hinweis, der mir jetzt noch viel wichtiger scheint als damals: Gedanken zum Reichtum
Jetzt aber zurück zu meinen "Best of" des Jahres 2008 "Ich rechne mit dem Zusammenbruch kleinerer Banken. Die Grossbanken
hingegen sind gut kapitalisiert. Ich erwarte keine grösseren Probleme
bei den international aktiven Banken, welche substantiell sind für das
Finanzsystem."
Federal Reserve Chairman Ben Bernanke im Februar 2008
Im
September kollabierte Washington Mutual unter vielen anderen Banken. Es
war der grösste Zusammenbruch in der amerikanischen Geschichte. Ohne
Staatshilfe wäre das ganze Finanzsystem im Herbst zusammen gebrochen.
"Lehman ist ein Uebernahmekandidat. Ich setzte die Aktie auf "kaufen"."
Dick Bove, Bankanalyst bei Ladenburg Thalman am 21. Aug. 08.
3 Wochen später war Lehman Brothers bankrott.

"Die
Schweizer Banken gehören zu den bestkapitalisierten Instituten der
Welt. Im Gegensatz zu den USA und anderen Ländern mussten bisher keine
Steuergelder zur Rettung konkursiter Banken eingesetzt werden."
Gerold Bührer in der Weltwoche mit der Ueberschrift "La crise n'existe pas".
Am Tag des Erscheinens musste die UBS mit Hilfe der Nationalbank und Steuergeldern gerettet werden.
"Fannie und Freddie sind sehr solide Institutionen. Sie haben mehr als genügend Kapital und Zugang zu den Finanzmärkten."
Chris Dodd, Vorsitzender im amerikanischen Bankenausschuss des Senats am 14. Juli 08.
Im September musste der Staat die Kontrolle der Hypothekengiganten übernehmen.
"Im
aktuellen regulatorischen Umfeld ist es so gut wie unmöglich, die
Regeln nicht einzuhalten und unbeobachtet zu bleiben - speziell nicht
für eine längere Zeit."
Bernard Madoff am 27. Oktober 07
Im
Dezember 08 wurde Madoff als der grösste Betrüger aller Zeiten unter
Arrest gestellt. Er hatte die Regeln über Jahre gebrochen und seine
Investoren in den Abgrund geführt.
"Wir hatten Ende 2007 17 Mrd $ cash und das Liquiditätspolster ist seit da so gut wie unverändert."
Bear Stearns CEO Alan Schartz am 12. März 08.
Zwei Tage später musste die fünftgrösste US-Investmentbank unter Nothilfe der FED von JPMorgen übernommen werden.
"Könnte
sein, dass man in zehn Jahren zurückblickt und sagt: Das war wohl eine
recht robuste wirtschaftliche Lage. Nur mit vielen
Absturzprophezeiungen."
Thomas Fricke, Chefredaktor bei der Financial Times Deutschland anfangs August 08.
Zwei
Monate später musste die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eine
Garantieerklärung der Bundesregierung für alle privaten Spareinlagen
abgeben, damit die Deutschen die Banken nicht stürmten.
"AIG könnte Riesengewinne machen im zweiten Quartal."
Bijan Moazami, Analyst bei Friedman, Billings, Ramsey am 9. Mai 08
AIG
war zu gross um zu scheitern. Die amerikanische Regierung hatte im
September die Kontrolle übernommen und inzwischen über 150 Mrd $ in AIG
rein gebuttert, um das Unternehmen liquide zu halten.
Und dann war da noch Josef Ackermann, der im Monatsrhythmus das Licht am Ende des Tunnels sah: Das Mantra des Herrn Ackermann
Zuguterletzt möchte ich Ihnen noch die Spitzenplätze auf meiner Liste der dümmsten Formulierungen des Jahres 2008 verraten:
- brüchige Stabilität - negatives Wachstum
Das geht gar nicht!
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Geschrieben von: Jo, am 02-01-2009 10:14 Was hab ihr, der Herr Ackermann hatte doch recht ... Er sieht in der Nacht das Licht am Ende des eingleisigen Tunnels, dass Licht vom entgegenkommenden Expresszuges  Artikel kommentieren
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