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Montag, 6. Juli 2009
Laut dem Handelsblatt entsprechen die Goodwill-Positionen bei den führenden deutschen Konzernen der Hälfte ihres Eigenkapitals. Das ist viel Holz, welches sich in der Rezession als warme Luft heraus stellen dürfte. Möglich gemacht hat es die Euphorie der vergangenen Jahre. Jetzt drohen die Abschreiber. Bei einem Dutzend Unternehmen ist die Situation brenzlig.

In den Bilanzen der führenden deutschen Konzerne standen Ende des vergangenen Geschäftsjahres noch 189 Mrd. Euro an Goodwill. Dieser Betrag entspricht knapp 44 Prozent des bilanzierten Eigenkapitals. (Quelle Handelsblatt )

Nimmt man noch die anderen Abschreibungen dazu, die in einer Rezession so anfallen, dann wird die Luft ganz schön dünn. Und nebenher steigen auch noch die Finanzierungskosten...

Bereits 2008 war die Telekom mit einem Betrag von 20,6 Mrd. Euro Spitzenreiter in der Goodwill-Tabelle. Auf Platz zwei folgt Eon mit 17,2 Mrd. Euro, Rang drei belegt Siemens mit 16 Mrd. Euro an Firmenwerten in der Bilanz. Unter den Dax-Konzernen weist die Deutsche Post die ungünstigste Relation von Eigenkapital zu Goodwill auf. Der gelbe Riese hat noch 10,1 Mrd. Euro Firmenwerte in den Büchern stehen, das sind 103 Prozent des Eigenkapitals.

Das sind alles Unternehmen, die in schwierigen Wirtschaftsphasen gerne empfohlen werden. Offenbar zu unrecht.

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (Bilanzpolizei) wird Geschäfts- oder Firmenwerte in diesem Jahr besonders aufmerksam beobachten. Hier seien in den vergangenen Jahren relativ viele Fehler gemacht worden, sagte Präsident Herbert Meyer. Nach seiner Einschätzung sind jetzt Abschreibungen fällig, nur „tun sich die Unternehmen gerade in schwierigen Zeiten schwer mit Neubewertungen“.

Oha...bereits in der Vergangenheit wurden Fehler gemacht, und nun....is was passiert? Aber nein doch. Aber sie werden in diesem Jahr ganz genau hinschauen. Wie schön...

Uebrigens gelten die aktuellen Abschreibungsregeln erst seit 2004. (Besten Dank an JMF ). Damals schrieb WiWo Goodwill-Regeln: Bilanz-Effekt schönt die Gewinne .

Tja, und jetzt droht die Quittung. Natürlich wieder einmal im dümmsten Moment.
Für den Bilanzexperten Karlheinz Küting haben die Regeln der internationalen Rechnungslegung nicht mehr Klarheit geschaffen. „Die bilanzpolitischen Spielräume sind durch Ermessensspielräume und eine Vielzahl von unbestimmten Rechtsbegriffen eher größer geworden“, sagt der IWP-Chef. Das habe weiterreichende Konsequenzen: „Früher konnte man den Zusammenbruch von Unternehmen wie Holzmann oder Bremer Vulkan langfristig prognostizieren. Heute kommt die Insolvenz eher über Nacht. Und das auch in Fällen, mit denen wir nicht rechnen.
 Quelle: Firmen können nicht mehr wegschauen

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Chris website, am 07-07-2009 10:25
Wozu man allerdings hinzufügen muss: Hochmut kommt vor dem Fall - und den Moment kann man sich meistens nicht aussuchen.


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