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Wuffli bereichert sich selbst PDF Drucken E-Mail
Montag, 10. November 2008
Dass der ehemalige CEO der UBS auf 12 Millionen Franken verzichtet ist bemerkenswert, weil es ungewöhnlich ist. Dass es ungewöhnlich ist, ist aber das wirklich Bemerkenswerte an Wufflis Handlung, denn tatsächlich ist Wuffli der Gewinner des Verzichtes und das ist gut so.

Wuffli bezeichnete die Schelte der öffentlichen Meinung über die Banker-Boni als Belastung für seine Familie. Kein Wunder also, dass er gerne auf die eine oder andere unverdiente Million verzichtet, auf die er juristisch Anspruch gehabt hätte. Jede andere Handlung wäre unökonomisch gewesen respektive nicht im Interesse seiner selbst.

Zu denken geben müssen hingegen jene Manager, welche es vorziehen sich für ein paar Zahlen auf dem Kontoauszug täglich dem öffentlichen Spiessrutenlauf zu unterwerfen. Besonders intelligent ist das nicht und sicher nicht im Interesse der eigenen Familie. Denn Wufflis brauchen auch nach dem Verzicht auf nichts zu verzichten, verzichten konnten sie aber sicher auf böse Blicke, Seitenhiebe und andere zwischenmenschliche Nettigkeiten, die zuweilen den Tiefschlaf beeinträchtigen.
In der Schweiz geht es selbst beim Zusammenbruch des Casino-Kapitalismus noch anders zu. Die Eidgenossen sind fest verwurzelt in ihrem Land und seinen ethischen Werten. So kommt es, dass sich der Schweizer Spitzenbankier Peter Wuffli jetzt zu einem Millionenverzicht durchgerungen hat, der weltweit für Aufsehen sorgt. (Quelle )
 
Dass Wuffli solange brauchte für diese Entscheidung ist das wirklich Unverständliche, denn er selbst sagte der NZZ: "Ich verstehe die allgemeine Empörung."

Na aber hallo. Seine Kinder wären ihm sicher dankbar gewesen, er hätte diese Entscheidung schon ein paar Monate früher bekannt gegeben. Das waren sicher nicht immer fröhliche Stunden auf dem Schulhof in der kleinräumigen Schweiz. Seine Familie wird jetzt erleichtert aufatmen, auch wenn er auf zugeteilten und noch gesperrten Aktien seit Anfang 2007 rund 50 Millionen Franken verloren hat.

Genau genommen hat er sie ja nicht verloren. Das sind nur Buchverluste. Wenn er sie bilanziert wie die Banken, dann ist er fast genau so reich wie vorher und was die Banken machen, ist doch wirklich vertrauenswürdig - oder, was meinen Sie, Herr Wuffli?

P.S. Ein etwas anderer Blick auf die persönliche Rendite: Die Tretmühlen des Glücks

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: martin r, am 10-11-2008 17:41
Wenn viele der UBS Kunden realisieren, wieviel die UBS in den USA verzockt haben und daß das ihr Geld war und weg ist - dann hilft das dem Wuffli auch nichts. Schließlich lebt er inmitten der reichen Klientel, deren Geld er auch auf dem Gewissen hat.
Er will mit seinen Nachbarn noch auskommen, ohne dass die ihn mit dem Gewehr verjagen.
Wird trotzdem nicht mehr lange dauern...

Geschrieben von: HRR, am 10-11-2008 18:53
Er hat nicht das Geld anderer auf dem Gewissen - soviel Selbstverantwortung muss schon sein.

Geschrieben von: kosh, am 10-11-2008 19:18
@HRR

- Dass Wuffli solange brauchte für diese Entscheidung ist das wirklich Unverständliche ...

Du kennst das doch, Timing war schon immer eine der schwierigeren Disziplinen an den Märkten. Dass der den persönlichen Stop Loss als einer der G'merkigeren unter den Turboschnecken ausgelöst hat, spricht gerade noch so für Ospels Parade-Sündenbock, Platz 2 hinter Tschosef Äckerman. Der Basler Topscorer hingegen hält den Markt für Ablass-Default-Swaps noch nicht für reif genug, um sich mit seinen Anteilen einzukaufen.

Grüsse
kosh


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