Dass der ehemalige CEO der UBS auf 12 Millionen Franken verzichtet ist
bemerkenswert, weil es ungewöhnlich ist. Dass es ungewöhnlich ist, ist
aber das wirklich Bemerkenswerte an Wufflis Handlung, denn tatsächlich
ist Wuffli der Gewinner des Verzichtes und das ist gut so.
Wuffli bezeichnete die Schelte der öffentlichen Meinung über die
Banker-Boni als Belastung für seine Familie. Kein Wunder also, dass er
gerne auf die eine oder andere unverdiente Million verzichtet, auf die
er juristisch Anspruch gehabt hätte. Jede andere Handlung wäre
unökonomisch gewesen respektive nicht im Interesse seiner selbst.
Zu
denken geben müssen hingegen jene Manager, welche es vorziehen sich für
ein paar Zahlen auf dem Kontoauszug täglich dem öffentlichen
Spiessrutenlauf zu unterwerfen. Besonders intelligent ist das nicht und
sicher nicht im Interesse der eigenen Familie. Denn Wufflis brauchen
auch nach dem Verzicht auf nichts zu verzichten, verzichten konnten sie
aber sicher auf böse Blicke, Seitenhiebe und andere zwischenmenschliche
Nettigkeiten, die zuweilen den Tiefschlaf beeinträchtigen.
In
der Schweiz geht es selbst beim Zusammenbruch des Casino-Kapitalismus
noch anders zu. Die Eidgenossen sind fest verwurzelt in ihrem Land und
seinen ethischen Werten. So kommt es, dass sich der Schweizer
Spitzenbankier Peter Wuffli jetzt zu einem Millionenverzicht
durchgerungen hat, der weltweit für Aufsehen sorgt. ( Quelle ) Dass Wuffli
solange brauchte für diese Entscheidung ist das wirklich
Unverständliche, denn er selbst sagte der NZZ: "Ich verstehe die
allgemeine Empörung."
Na aber hallo. Seine Kinder wären ihm
sicher dankbar gewesen, er hätte diese Entscheidung schon ein paar
Monate früher bekannt gegeben. Das waren sicher nicht immer fröhliche
Stunden auf dem Schulhof in der kleinräumigen Schweiz. Seine Familie
wird jetzt erleichtert aufatmen, auch wenn er auf zugeteilten und noch
gesperrten Aktien seit Anfang 2007 rund 50 Millionen Franken verloren
hat.
Genau genommen hat er sie ja nicht verloren. Das sind nur
Buchverluste. Wenn er sie bilanziert wie die Banken, dann ist er fast
genau so reich wie vorher und was die Banken machen, ist doch wirklich
vertrauenswürdig - oder, was meinen Sie, Herr Wuffli?
P.S. Ein etwas anderer Blick auf die persönliche Rendite: Die Tretmühlen des Glücks
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Geschrieben von: martin r, am 10-11-2008 17:41 Wenn viele der UBS Kunden realisieren, wieviel die UBS in den USA verzockt haben und daß das ihr Geld war und weg ist - dann hilft das dem Wuffli auch nichts. Schließlich lebt er inmitten der reichen Klientel, deren Geld er auch auf dem Gewissen hat. Er will mit seinen Nachbarn noch auskommen, ohne dass die ihn mit dem Gewehr verjagen. Wird trotzdem nicht mehr lange dauern... Geschrieben von: HRR, am 10-11-2008 18:53 Er hat nicht das Geld anderer auf dem Gewissen - soviel Selbstverantwortung muss schon sein. Geschrieben von: kosh, am 10-11-2008 19:18 @HRR - Dass Wuffli solange brauchte für diese Entscheidung ist das wirklich Unverständliche ... Du kennst das doch, Timing war schon immer eine der schwierigeren Disziplinen an den Märkten. Dass der den persönlichen Stop Loss als einer der G'merkigeren unter den Turboschnecken ausgelöst hat, spricht gerade noch so für Ospels Parade-Sündenbock, Platz 2 hinter Tschosef Äckerman. Der Basler Topscorer hingegen hält den Markt für Ablass-Default-Swaps noch nicht für reif genug, um sich mit seinen Anteilen einzukaufen. Grüsse kosh Artikel kommentieren
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