Ausgerechnet jetzt stellt die Financial Times diese Frage. Schlechtes
Timing - nicht nur für den guten Joe, sondern auch die Aktionäre. Denn
die Antwort weist neben positiven Aspekten auch auf das dünne
Kapitalpolster hin und auf solche Dinge reagieren jetzt manche Leser
allergisch.
Am Dienstagmorgen waren Gerüchte über eine bevorstehende
Kapitalerhöhung aufgekommen, die die Bank entschieden zurückwies: Per
Ende des dritten Quartals erwarte sie eine Kernkapitalquote (Tier 1)
von "um die zehn Prozent" und plane folglich keine Kapitalerhöhung.
Was
verstehen die durchschnittlichen Deutsche Bank Kunden wohl unter Tier
1. Eine geklonte Giraffe oder ein ausgestorbener Dinosaurier...
Die
Kernkapitalquote nach den Eigenkapitalregeln Basel II ist eine wichtige
Größe zur Bewertung der Kapitalausstattung einer Bank. Gemessen daran
ist die Deutsche Bank im Vergleich zu vielen Konkurrenten gut
kapitalisiert.
Das sagte die UBS vor einem Jahr auch...
Setzt
man allerdings das sogenannte Tangible Equity (Eigenkapital abzüglich
Geschäfts- oder Firmenwerte) ins Verhältnis zur Bilanzsumme, ist die
Deutsche Bank deutlich schwächer ausgestattet als ihre US-Konkurrenten
und auch viele andere europäische Institute.
Meine Rede, Sie erinnern sich? (Grossbanken auf dünnem Eis)
Vor
allem Kritiker aus den USA halten der Bank daher vor, mit zu großem
Hebel zu agieren. Dort ist die sogenannte Tier1-Leverage-Ratio
mittlerweile Teil der Regularien für Banken und Bank-Holdings.
Die Europäer treiben es bisweilen noch bunter als ihre US-Kollegen.
Die
Analysten von Morgan Stanley etwa halten die Situation der Deutschen
Bank zwar für belastbar. Sie verweisen aber darauf, dass Investoren die
Leverage Ratio der Bank künftig stärker mit denen ihrer Rivalen
vergleichen könnten.
Das tun sie gerade wie der Blick auf den Aktienkurs beweist.
"Sollte
es weitere erhebliche Turbulenzen geben, können wir das Risiko
bedeutender zunehmender Verluste nicht ausschließen, die sich auf die
Kapitalposition der Deutschen Bank auswirken würden", schreiben die
Analysten in einer aktuellen Studie.
Wer kann schon irgend etwas ausschliessen, wenn sich schon die Banken nicht mehr gegenseitig über den Weg trauen.
Die Bank weist die Kritik zurück. Nicht die Bilanzsumme, sondern die Risiken müssten betrachtet werden.
Und wer betrachtet die Risiken? Die Banken - auweia!!!
Würde die Bank nach dem Standard US-GAAP bilanzieren, würde sich die Bilanz zudem um rund ein Drittel verkleinern.
Die Bilanzsumme ist nicht von Aktiva und Passiva abhängig, sondern vom Buchhalter. Das erkläre mal dem Deutsche Bank Kunden.
Dennoch zeigt die Kritik Wirkung: Das Institut hat damit begonnen, die Bilanzsumme abzubauen.
Es hat auch schon bessere Momente gegeben, aber da wollte es niemand hören.
Per
Ende des zweiten Quartals belief sie sich auf 1991 Mrd. Euro, ein
Rückgang um 159 Mrd. Euro im Vergleich zum Ende des ersten Quartals.
Diesen Ansatz will die Bank fortführen.
Und verstärkt damit den Abschwung.
"Wir
reduzieren die Bilanzsumme, um bestimmte Risiken zu mindern", sagte ein
hochrangiger Bankmanager. Dazu gehörten komplexe Produkte wie
forderungsbesicherte Anleihen (Asset-Backed Securities, ABS).
Gibt es dafür noch einen Markt?
Der Originalartikel: Deutsche Bank gibt sich stark - Spekulationen um Kapitalbedarf
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 4255
Geschrieben von: Nanuk, am 08-10-2008 08:26 Nicht mal vor dem Tod angst haben muss derjenige, der weise gelebt hat. Buddha Also relaxed mal alle ne runde. Der wird es wohl gewusst haben.  Geschrieben von: martin r, am 08-10-2008 13:56 Ackermann hat vor kurzem gesagt, dass die Finanzkrise größtenteils überwunden ist. Soviel Chuzpe muß erst mal einer aufbringen, aber mit Hilfe des Staatssäckel hofft er, damit durchzukommen. Too big to fail, glaubt er jedenfalls. Artikel kommentieren
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze
Erhalten von: Die Deutsche Bank schreibt rote Zahlen » Beitrag » Kredit und Finanzen , am 05-02-2009 19:53 (PB) [...] Die Finanzkrise hat nun auch die Deutsche Bank erreicht, und damit auch Josef Ackermann. Selbst im Privatkundengeschäft ging es nach unten, das einzige Geschäft, das sonst wie von selbst läuft. Doch hier wird nun die Kooperation mit der Postbank ausgebaut und wohl gemeinsam an neuen Wegen arbeiten. [...] Erhalten von: Deutsche Bank im ersten Quartal 2009 mit Milliardengewinn » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog , am 28-04-2009 12:18 (PB) [...] nicht immer jenseits von aller Kritik war ? ganz im Gegenteil. Doch wer sollte den Branchenprimus durch diese rauen und stürmischen Zeiten führen, wenn nicht jener, der das seit Jahren mehr oder minder erfolgreich tut? Dennoch sind Änderungen [...] |