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Wie man Verluste zum Verschwinden bringt PDF Drucken E-Mail
Montag, 27. April 2009
3.93 Milliarden Euro Verlust bei der Dresdner Bank im vierten Quartal sollen laut fairresearch plötzlich verschwunden sein. Sie tauchen weder bei der Allianz auf, noch beim neuen Eigentümer Commerzbank.

Das unabhängige deutsche Aktienanalyseunternehmen fairesearch prangert einen leider noch nicht diskutierten Bilanzierungsskandal um die Dresdner Bank an und fordert eine Neuerstellung des Geschäftsberichtes (GB) 2008 entweder bei der Allianz oder der Commerzbank sowie die Verschiebung der Hauptversammlungen der beiden Unternehmen bis zur Klärung des Sachverhaltes.

Die Allianz hatte sich Ende August 2008 mit der Commerzbank über den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank geeinigt. Der Eigentümerwechsel der Dresdner Bank von der Allianz zur Commerzbank wurde am 12. Januar 2009 vollzogen. Zwischenzeitlich wurde zweimal der Kaufpreis und die Konditionen, im November und Dezember 2008, verändert. Die Dresdner Bank hat laut Finanzbericht 2008 einen Jahresfehlbetrag von €6,3Mrd ausgewiesen, wovon €3,93Mrd auf das 4. Quartal 2008 entfielen.

Die Allianz hat nach eigenen Angaben die Gewinne und Verluste der Dresdner Bank nur bis zum September 2008 in ihrer Konzernbilanz konsolidiert. Die Commerzbank hat die Dresdner Bank im Geschäftsjahr 2008 nicht konsolidiert und wird die Dresdner Bank erst ab Januar 2009 konsolidieren.

Entweder die Allianz oder die Commerzbank müssen nach unserem Verständnis das Phantomquartal der Dresdner Bank in ihrem Konzernabschluss 2008 konsolidieren.


Damit solches nicht vorkommt, gibt es Buchprüfungsunternehmen. Nochmals fairresearch:

Es ist für uns auch nicht nachvollziehbar, warum beide Konzernabschlüsse der Allianz und Commerzbank für das Geschäftsjahr von ihren Wirtschaftsprüfern das volle Testat bekommen haben...

Tja, die Anreize... die Buchprüfer werden von den Unternehmen bezahlt, welche sie kontrollieren sollen. Damit da alles richtig läuft, ist Ethik eine Grundvoraussetzung. Aber daran haperts bekanntermassen ein bisschen...

Quelle: fairresearch

Nach Goldman Sachs, welche einen Monat zum Verschwinden gebracht haben, kommt jetzt also die Steigerung auf drei Monate bei der Dresdner Bank. Ein virtueller Zirkus, könnte man meinen, dummerweise bleiben die Staatsschulden so real wie eh und je.
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