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Wer ist der weltweit schlechteste Banker? PDF Drucken E-Mail
Freitag, 5. Dezember 2008
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Wer ist der weltweit schlechteste Banker?
Seite 2
Newsweek hat sich diese knifflige Frage gestellt und leicht ist sie wahrlich nicht zu beantworten. Das Angebot ist viel zu gross als dass man da auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnte. Für die Schweizer mag es tröstend sein, dass das US-Magazin nicht einmal über Ospel nachgedacht hat. Den unehrenvollen Titel bekam ein Schotte: Sir Goodwin. Sein Name war nicht Programm.

Richard Fuld von Lehman, James Cayne von Bear Stearns, die Führungsriege von Fannie und Freddie oder die Teppichetage von Citigroup, die Ahnungslosen von den Landesbanken oder die Zocker vom Paradeplatz, je länger man darüber nachdenkt, desto länger wird die Liste. Doch über allen thront Sir Fred Goodwin, noch bis vor ein paar Wochen CEO der Royal Bank of Scotland (RBS).

Die RBS war per Juli 2007 im Hinblick auf die Marktkapitalisierung das größte Finanzinstitut Schottlands, das zweitgrößte Großbritanniens, das drittgrößte Europas und das zehntgrößte der Welt. Doch Sir Goodwin war das nicht good genug. Im November 2007 wollte er sich zusammen mit Fortis und der Banco Santander ein Denkmal setzen. Sie übernahmen die holländische Bank ABN Amro für 100 Milliarden $. Merrill Lynch, einer der Berater bei der weltweit grössten Bankübernahme, bezeichnete den Aufkauf als die komplexeste Transaktionen aller Zeiten. Und es sollte sich als die Dümmste aller Zeiten heraus stellen.

Der Zeitpunkt hätte schlechter nicht sein können. Zur Erinnerung: Die Subprime-Krise war schon seit Monaten in aller Munde und Schreckensbotschaften von den Finanzinstituten häuften sich.

Doch nicht genug, im ersten Halbjahr 2008 erhöhte die RBS seine Derivatpositionen um 44 % und war gemessen am Tier I die schlechtest kapitalisierteste britische Bank. Ein Luftzug würde genügen, um hinzufallen und sie fiel ... in die Arme des Staates. Und Sir Goodwin fiel auch ... aus dem Aufsichtsrat.

Gemäss der aktuellen Marktkapitalisierung könnte man heute mit den 100 Milliarden $, die vor einem Jahr für ABN Amro ausgegeben wurden, die Citibank, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Merrill Lynch, die Deutsche Bank und Barclays ins Körbchen legen und hätte immer noch läppische 8 Milliarden $ an Kleingeld übrig.



 
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