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Wer bezahlt für die Verluste des Quantitative Easing? PDF Drucken E-Mail
Montag, 27. April 2009
Quantitative Easing oder der Versuch der Zentralbanken die Kapitalmärkte wieder in Schwung zu bringen ist schwer in Mode. Die Bank of England berichtet nun erstmals über die Erfolge und wer für Verluste der Bilanzverlängerung aufkommen muss.

Obwohl die Zentralbanken die Zinsen gegen Null gesenkt haben, wurde dieser Zinsvorteil von den Banken nicht an Unternehmen und Hypothekarschuldner weiter gegeben. Der Grund: Die Ausfallrisiken steigen schneller als die Zentralbanken die Zinsen senken konnten. Die Banken erachten deshalb eine Kreditgewährung als unattraktiv. Die Gewinnmarge ist weniger stark gestiegen als das Verlustpotenzial durch fallierende Schuldner.

Die Zentralbanken griffen deshalb zum Quantitative Easing. Durch Aufkauf von Anleihen am Markt generieren sie eine künstliche Nachfrage und versuchen damit die Zinsen am Kapitalmarkt zu senken. Indirekt werden damit Grossunternehmen usw. die Kredite von der Zentralbank gewährt. Die Banken bleiben aussen vor.

Doch was passiert, wenn die Schuldner ihre Anleihen nicht zurück bezahlen können - das heisst, die Verlustrate höher ist als der Zinssatz? Wer kommt dann für die Verluste bei der Zentralbank auf? Die Bank of England schreibt dazu:
 

The Fund and the Bank are indemnified by the Treasury from any losses arising out of or in connection with the Facility.
 

Der Verlust trägt somit der Staat, ergo der Steuerzahler. Komisch nur, dass in einer Demokratie das Volk nie dazu befragt wurde. (Vorsicht Ironie)

Asset Purchase Facility, Quarterly Report Bank of England

Uebrigens waren die Massnahmen nicht besonders erfolgreich, wie die zwei folgenden Charts beweisen:

Image

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Entgegen der oft verbreiteten Meinung gehe ich aber nicht davon aus, dass solche Massnahmen inflationär sind. Wie der Fall des Quantitative Easing zeigt, übernehmen die Zentralbanken einen Teil des Kreditgeschäfts von den Banken und Investoren, welche vor der Krise das Geld zur Verfügung gestellt hatten. Wir haben es mit einem Wechsel des Gläubigers zu tun, nicht aber mit einer generellen Schuldenexpansion. Die Schweizerische Nationalbank bestätigt diese Meinung und rechnet in der Schweiz für die Jahre 2010 und 2011 mit einer Inflation von nahe 0 %. (Die Geldpolitik der SNB in stürmischen Zeiten)

Ein Video zum Quantitative Easing


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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: /W website, am 28-04-2009 11:52
"Entgegen der oft verbreiteten Meinung gehe ich aber nicht davon aus, dass solche Massnahmen inflationär sind. "
Das sehe ich auch so. Erst wenn die ganzen Billionen beim Konsumenten ankommen sollten, wird es gefährlich. Wie das aber passieren soll, entzieht sich meiner Vorstellung. Momentan wird das Fundament der Demokratie mit Arbeitslosigkeit und Gehaltskürzungen gewässert.


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