Zeitenwende.ch        WIRTSCHAFT - geschüttelt statt gerührt
Welches war das schlechteste Börsenjahrzehnt? PDF Drucken E-Mail
Montag, 21. Dezember 2009
Genau - das aktuelle, welches in ein paar Tagen zu Ende geht. Das Wall Street Journal hat nachgerechnet. Seit 1820 gab es nie eine solch schlechte Dekade an den Finanzmärkten. Selbst Oma's Matratze war die bessere Zufluchtsstätte für den Sparbatzen als die an der New York Stock Exchange gelisteten Aktien. Im Schnitt gab es die letzten zehn Jahre ein Minus von 0.5 Prozent. Nicht eingerechnet Gebühren, Kommissionen und Beratungshonorare.

Tja, wer hätte gedacht, das selbst die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts besser waren. Nur 0.2 Prozent minus gab es damals pro Jahr. Aber vielleicht wird jetzt ja alles besser und wir haben das Schlimmste hinter uns. Zumindest glauben das viele Investoren. Die einen nennen die Erholung der Wirtschaft im Anschluss an die Rezession als Grund für Zukäufe, andere glauben, dass die Inflation die Aktien nach oben treiben wird.

Ich glaube weder das eine noch das andere. Um eine Inflation zu erzeugen braucht es neue Schuldner. Doch wenn selbst die gigantischen Staatsschulden der letzten Monate keine Inflation erzeugen konnten, was soll es denn morgen sein?

Eine Deflation oder Stagflation scheint mir viel wahrscheinlicher. Griechenland und Dubai zeigen den Weg, dass mit der munteren Schuldenmache vorerst Schluss ist. Von den Banken wird genau so wenig eine Kreditexpansion zu erwarten sein. Zudem laufen diverse Rettungsprogramme der Zentralbanken im kommenden Jahr aus. Und auch bei den Konsumenten sitzt das Geld nicht mehr locker, notgedrungen selbstverständlich.

Woher also soll der Aufschwung kommen? Und woher die Inflation? Und wenn beides nicht kommt, wie starten dann die Börsen durch? Genau, gar nicht. Deshalb dürfte Omas Matratze auch 2010 nicht die schlechteste Wahl sein.

Zur Ansicht folgt nun ein Chart, welcher am Beispiel USA zeigt, dass die Regierung zwar die Verschuldung massiv gesteigert hat (rosarot), dies aber die den Rückgang der Verschuldung anderer Marktteilnehmer kaum ausgleichen konnte.

Image

Chart etwas grösser bei Mish
Das verlorene Jahrzehnt (Wall Street Journal)
Tag it:
Delicious
Furl it!
Spurl
NewsVine
Reddit
YahooMyWeb
Technorati
Mister.Wong

Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 5345

RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: physiker, am 22-12-2009 17:13
Danke, das zeigt schon, dass jetzt eine neue Phase angebrochen ist. Ob die Kurven jetzt anfangen zu oszillieren, sollte man allerdings a priori nicht ausschließen.

Geschrieben von: mylli, am 23-12-2009 07:16
Naja, wir reden von einem schlechten Jahrzehnt, der knick oben ist aber sehr jung. Natürlich ist er mit darand beteiligt, dass wir das schlechteste Jahrzehnt hatten (wo eigentlich, im DOW, weltweit oder Gummibärenindex?), aber dass der Knick notwendig oder hinreichend für eine neue Phase ist, das sehe ich nicht.

Geschrieben von: HRR, am 23-12-2009 10:37
@mylli

Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Schulden - Wirtschaftswachstum und Börse gibt es tatsächlich nicht. Die Börse spiegelt die Erwartungen und nicht die effektiven Verhältnisse.

Erwartet wird aber von einigen Investoren eine (Hyper)Inflation wegen den steigenden Staatsschulden. Das dürfte eine Illusion sein, da wie der Chart zeigt, die gesamte Summe an Schulden nicht mehr wächst.


Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren

AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze

 
weiter >

Blog-Verzeichnisse

Schweizer Blog Verzeichnis TopBlogs.de slug.ch Blogs, die hierher linken list.blogug.ch bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Blogverzeichnis Bloggeramt.de investinformer.de - TOP100 Investment Sites Blogparade