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Wehe, wenn sie losgelassen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 14. Oktober 2008
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Wehe, wenn sie losgelassen
Seite 2
Ich werde dein Eindruck nicht los, dass die Politiker schon lange auf diese Chance gewartet haben. Ueber Jahre mussten sich sich von den Top-Managern die Leviten lesen lassen, während diese mit dem Geld anderer Leute spekulierten. Jetzt sind sie am Zug und tun genau das gleiche. Ein Stimulus-Paket nach dem anderen wird geschnürt und den Steuerzahlern bleibt nichts anderes übrig, als staunend zuzusehen, wieviel Geld plötzlich noch da ist.


Kein Geld für Rentner, kein Geld für Kinder, kein Geld für Arbeitslose - all diese Parolen hören sich wie aus einer längst vergangenen Zeit an. Nachdem die Rettung der Banken ein Loch unbestimmter Grösse in die Haushaltsbudgets reissen wird, werden gleich noch Stimuluspakete hinterher geschoben. Wenn schon Schulden, dann gleich richtig. Die Politiker nutzen die einmalige Chance mit fremdem Geld zu zocken - mit unserem Geld. Doch damit nicht genug.

Sie verzocken nicht nur unser Geld, sie wollen auch noch bestimmen, wer es denn bekommen soll. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich meine nicht das Geld für die Banken, nein, inzwischen ist Geld für fast alles da. So fordern die US-Demokraten nun Milliarden für Infrastrukturprojekte und Hilfen für überschuldete US-Bundesstaaten und lokale Behörden. Führend bei diesen Forderungen ist Barney Frank, Leiter des Finanzkomitees in Washington. Er möchte ein Stimulus-Paket schnüren, sobald der Kongress nach den Präsidentschaftswahlen wieder in Washington tagt. Auch die Demokratin Nancy Pelosi hatte letzte Woche für ein 150 Milliarden $-Programm plädiert, um die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren. (Quelle )

Die Staaten begehen nun den gleichen Fehler wie die Banken; sie machen Schulden auf Teufel komm raus. Dabei vertrauen sie aber nicht auf die Bürger, in dem sie zum Beispiel die Steuern für tiefe Einkommen senken, sondern sie bestimmen, wer oder was gefördert werden soll. Autos, sagt Angela Merkel, Infrastruktur, sagen die Amerikaner und wir werden noch viel mehr davon sehen.

Der Staat will somit die Aufgabe des Wirtschaftsmotors den Banken abnehmen und wachsen kann die Wirtschaft bekanntlich nur durch zusätzliche Schulden. Nicht davon profitieren werden aber die Banken. Ihr vergangenes Businessmodell können sie nicht in die Zukunft verschieben. Zuviel Vertrauen wurde hier verspielt und die Politiker werden sich hüten den Banken zuviel Spielraum einzuräumen.

JP Morgan Analyst Kian Abouhossein meint dazu: Die Rettungsmassnahmen für die Finanzinstitute sind in erster Linie gute Nachrichten für die Obligationäre. Die Rückzahlung scheint nun nicht mehr gefährdet zu sein. Hingegen können die Aktionäre nicht mit längerfristig steigenden Kursen rechnen, weil sie jetzt ihr Kapital aufstocken und die Fremdfinanzierung reduzieren müssen. (Quelle)

Zusätzlich dürfte auch noch der Goldesel "Strukturierte Produkte" zur Schwäche neigen. Dottore geht im Gelben Forum sogar noch etwas weiter und schreibt:

Insgesamt laufen die Aktionen (einschließlich Einmischung in Geschäftspolitik und Gehälter) auf eine Rundum-Kastration des Weltbankensystems hinaus. Viele Geschäftsfelder wird es nie mehr geben (SIVs) bzw. man hat sie freiwillig aufgegeben (Investment Banking Wall Street). Damit entfallen entsprechende Ertragserzielungsmöglichkeiten (vor allem das Leveragen wird wohl kaum ein Staatsbeamter abnicken) – egal, ob sie nun die Krise verursacht und/oder verstärkt haben und ob das positiv (wohl kaum) oder negativ beurteilt wird.

Die neue Richtung scheint zu sein: Nicht nur Einhaltung der Goldenen Bankregel (Fristenkongruenz, also nix mehr mit aus kurz mach lang), sondern das Ganze könnte in einem System enden, bei dem bausparkassenartig nur das verliehen wird, was als Einlage auch eingezahlt wurde und vorhanden ist. Fiat Money oder sowas = ex. (Quelle)




 
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