Das Verhalten des Managements deutscher Landesbanken erinnert mich an
Kinder, die mit Streichhölzern spielen. Sie hatten keine Ahnung, was
sie in ihren Händen hielten und als die Lunte brannte, hielten sie sich
mit Schuldzuweisungen auf, statt das Feuer zu löschen. Wie sich das im
Detail abspielte, wird nun am Beispiel der HSH Nordbank öffentlich,
weil der zurückgetretene schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister
Werner Marnette aus dem Nähkästchen plaudert.
Landesbanken wurden geschaffen, um die heimische Wirtschaft zu
unterstützen. Doch irgendwann wurde es dem Management und den
Aufsichtsräten zu langweilig. Sie wollten auch am weltweiten
Monopoly-Spiel teilnehmen, gründeten Filialen in Steueroasen und
verzockten sich in noch unbekannter Milliardenhöhe mit toxischen
Immobilienanleihen. Kurzum: Sie taten alles, was sie in Sonntagsreden
anprangerten - die Gier machte es möglich.
Zuerst ein paar Infos zur HSH Nordbank
Die
HSH Nordbank ging im Jahr 2003 rechtswirksam aus der Fusion der
Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein (LB
Kiel) hervor. Die Hauptaktionäre sind die Hansestadt Hamburg, das Land
Schleswig-Holstein, der Sparkassenverband und mit 25,67 Prozent die
Private-Equity Firma J.C. Flowers & Co., welche auch Hauptaktionär
bei der Hypo Real Estate ist.
Am 10. März 2008 schrieb die HSH Nordbank in einer Pressemitteilung:
„Wir
schaffen Transparenz für unsere Investoren und zeigen, dass die HSH
Nordbank ihre Risiken konsequent bereinigt“, sagte Hans Berger, der
Vorstandsvorsitzende der Bank in Hamburg. Berger betonte, dass sich das
Geschäftsmodell im vergangenen Jahr erneut bewährt und zudem als robust
und krisenfest erwiesen habe. Dadurch sei man in der Lage gewesen, alle
aktuell erkennbaren Subprime-Risiken vollständig in der Gewinn- und
Verlustrechnung für 2007 zu verarbeiten.
Die HSH Nordbank hat im
vergangenen Jahr neue Kredite in Höhe von rund 40 Mrd. Euro vergeben.
Sie hat damit ihre starke Marktposition als weltweite Nr. 1 in der
Schiffsfinanzierung und ihre jeweiligen Spitzenpositionen in der
Finanzierung von Immobilien, Flugzeugen und Erneuerbaren Energien
gefestigt. Das belegt deutlich, dass die HSH Nordbank ein auf
profitables Wachstum ausgerichtetes Institut sei, so Berger. Es sollte anders kommen. Am 24. Oktober 2008 bestätigte der
schleswig-holsteinische Finanzminister Rainer Wiegard dem Norddeutschen
Rundfunk, dass die HSH Nordbank den deutschen
Finanzmarktstabilisierungsfonds in Anspruch nehmen muss. Am 3. November
2008 teilte die HSH Nordbank in einer Pressemeldung mit, dass sie bei
der Finanzmarktstabilisierungsanstalt einen Garantierahmen von bis zu
30 Milliarden Euro beantragen wird. Am 10. November 2008 trat Hans
Berger wegen der Finanzmarktkrise von seinem Amt als
Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank zurück. Und jetzt mussten die
Landesregierungen der Bank noch eine Finanzspritze über drei Milliarden
Euro zur Verfügung stellen sowie Garantien über weitere zehn Milliarden
Euro zur Risikoabschirmung.
Doch das ist noch lange nicht das
Ende des Dramas in Norddeutschland. Der wegen der HSH-Krise
zurückgetretene Kieler Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU)
fürchtet, dass bereits Ende dieses Jahres die Kapitalspritze über drei
Milliarden Euro „verfrühstückt“ sein wird. Lesen Sie dazu das höchst
aufschlussreiche Interview im Spiegel mit Marnette:
"Das ist ein Wahnsystem"
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Geschrieben von: Robert Rehrl, am 06-04-2009 20:36 Hallo HRR, aus dem egghat-blog habe ich erfahren, dass du wieder schreibst. Finde sehr gut! Ich habe die Seite in den letzten Monaten vermisst. Vielen Dank dass du wieder da bist. Mir ist klar wieviel Zeit und Herzblut da drinhängt. Ich mache auf viel ehrenamtliche Dinge für andere Leute und weiss wovon ich rede. Viele Grüße BAUFI-Robert Artikel kommentieren
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