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Vertrauen verzweifelt gesucht |
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Mittwoch, 17. September 2008 |
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Seite 1 von 2 Nach jahrelangem blindem Vertrauen herrscht nun pure Angst. Den Anlegern wird nun plötzlich bewusst, dass sie keine Ahnung von den Finanzmärkten hatten und wollen nur noch raus. Der Goldpreis schiesst nach oben, die Kreditabsicherungen explodieren und die Aktienkurse sacken ein. Der amerikanische Senator Harry Reid fasste es kurz und trocken zusammen "Keiner weiss, was zu tun ist!"
In diesen Tagen wird Geschichte geschrieben, auch wenn keiner weiss, wie die Geschichte am Ende ausgehen wird. Lehman Brothers, Bear Stearns und Merrill Lynch sind bereits von der Bildfläche verschwunden, Fannie Mae, Freddie Mac und AIG unter staatlicher Aufsicht. Die Bilanz der amerikanischen Zentralbank gleicht einem abstrakten Gemälde ohne Möglichkeit ein Muster zu erkennen.
Der Domino-Effekt den ich bereits im August 2007 angekündigt hatte, gerät nun voll in Fahrt. Nachdem die Kreditabsicherungen für die verbliebenen Investmentbanken explodiert sind, macht sich jetzt auch Unruhe bei Goldman Sachs und Morgan Stanley breit. Ein Gerücht jagt das nächste. Die Papiere von Morgan Stanley schlossen über 25 Prozent im Minus. Der Fernsehsender CNBC berichtete, Morgan Stanley prüfe bereits einen Zusammenschluss mit einer anderen Bank. Fusionsgespräche würden jedoch noch nicht geführt.
Die negative Stimmung zog auch die Titel von Branchenprimus Goldman Sachs nach unten, dessen Aktie 14 Prozent verlor. Papiere der Citibank gaben elf Prozent nach, zeitweise fielen sie auf den tiefsten Stand seit 1996. Zunehmend schwierig dürfte die Situation nun auch für die Investmentbanken in Europa werden. Besonders im Blickpunkt sind hier die Schweizer Institute UBS und CS sowie die Deutsche Bank
Die Aktien von Washington Mutual - die grösste US-Sparkasse - verloren knapp 15 Prozent. Auch hier wird über einen Verkauf spekuliert. Zu den möglichen Interessenten zählten die britische Bank HSBC sowie die US-Häuser JP Morgan Chase und Wells Fargo, hieß es weiter. Auch der US-Finanzkonzern Citigroup habe erstes Interesse an Washington Mutual angemeldet, berichtete das „Wall Street Journal“. Über einen Verkauf war bereits mehrfach spekuliert worden. Washington Mutual hatte dies aber stets als nicht nötig zurückgewiesen.
Die New York Times hat für den Ueberblick einen interaktiven Chart mit der Marktkapitalisierung der 29 wichtigsten amerikanischen Finanzinstitute ins Netz gestellt.
Viele Anleger suchen nun im Gold ihr Glück. Am Mittwoch legte die Feinunze Gold im nachbörslichen Handel um 90,40 Dollar oder 11,6 Prozent auf 870,90 Dollar je Feinunze zu. Das ist der höchste Preisanstieg in der Geschichte.
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