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Utopia schrumpft und erschreckt die Märkte |
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Donnerstag, 26. November 2009 |
Wie gestern bereits erwähnt, kollabieren die Immobilienpreise speziell
in Dubai (UAE) und dennoch schockierte heute die Meldung, dass Dubai
ein Schuldenmoratorium für sein Investmentvehikel anstrebt. Wieder
einmal überrascht mich nicht die Meldung, sondern die Ueberraschung der
Märkte. Die Fakten waren schon längst bekannt und für die Auswirkungen
brauchte es nicht allzuviel Phantasie. Aber egal, ich will nicht
meckern, sondern die neuesten Nachrichten zusammenfassen. Bitte schön...
Einen guten Ueberblick über die Situation in Dubai hat die ZEIT auf Lager: Goodbye, Dubai
Der
Aufstieg des Emirats war gigantisch. Sein Abstieg ist es auch: Die
globale Geldelite flieht aus ihrer einstigen Traumstadt. Megalopolis am
Golf macht Pause
Virtuelle Immobilien wurden zu
Spekulationsobjekten. Jeder wurde zum Makler. James erzählt von einem
20-jährigen Rucksackreisenden aus Japan, der für zwei Wochen ins Land
kam, um ein paar inexistente Häuser zu kaufen und wieder zu verkaufen,
»als er nach Hause ging, hatte er ein paar Millionen verdient. Schlauer
Bursche.« Alles erinnert ihn an die Dotcom-Blase der Neunziger, an den
Zusammenbruch der New Economy. »Ersetze Dotcom durch Real Estate, und
du hast Dubai im Jahr 2009.«
Doch weshalb haben ausgerechnet heute die Märkte darauf reagiert?
Die Antwort vom Handelsblatt Dubais Geldnot schockiert die Märkte
Dubais
Finanzministerium hatte am Mittwoch erklärt, die staatliche
Investmentgesellschaft Dubai World werde ihre Gläubiger um eine
Zahlungsaussetzung für Anleiheschulden bis Ende Mai nächsten Jahres
bitten. Ein Bond des Tochterunternehmens Nakheel PJSC mit einem Volumen
von 3,52 Mrd. Dollar wird schon am 14. Dezember zur Rückzahlung fällig.
Insgesamt sitzt Dubai World auf einem Schuldenberg von 59 Mrd. Dollar.
Die CDS auf Dubai sind darauf in die Höhe geschossen und die Ratingagenturen haben - wie immer zu spät - zahlreiche Gesellschaften massiv herunter gestuft.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Kommunikation von Barclays. Die Briten hatten noch am 4. November Dubai zum Kauf empfohlen:
We recommend a long position in Dubai sovereign credit and see today’s negative price actions as an opportunity to buy.
Und heute schreibt Barclays:
Fundamentals
remain challenging and with uncertainty around the support and
political agenda of Abu Dhabi concerning Dubai Inc, spread levels do
not seem justified.
So schnell kanns gehen. So nebenbei sei erwähnt, dass Dubai ein wichtiger Kunde von Barclays ist.... (Quelle)
Bereits lese ich jetzt die ersten Meldungen, dass die ausgelösten Aengste übertrieben seien. Eine erstaunliche Aussage, denn Dubai World gehört auch zu den Investoren auf dem britischen Immobilienmarkt und Abu Dhabi, der wichtigste Geldgeber der Region, ist zu Beginn der Finanzkrise mit seinem Staatsfonds weltweit als Käufer von Bankaktien aufgefallen. Es wird also interessant sein, ob wir es hier mit einem Einzelevent oder einem Domino zu tun haben. Es darf spekuliert werden...
Ach, das hätte ich jetzt fast vergessen. Investiert haben auf der Palmeninsel David Beckham, Denzel Washington, Bratt Pitt und Angelina Jolie, Naomi Campbell und viele andere.
Vielleicht können die Privatsender schon bald die Sendung planen "Ich bin ein Star, holt mich aus Dubai raus" meint Alphaville
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Erhalten von: Staatsschulden — die neuen Subrpimes? • Börsennotizbuch , am 26-11-2009 23:26 (PB) [...] Utopia schrumpft (Zeitenwende.ch). [...] |