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US-Arbeitsmarktdaten zwischen Anspruch und Wirklichkeit PDF Drucken E-Mail
Freitag, 5. Juni 2009
Unter dem Titel "US-Jobschwund verlangsamt sich" versenden die Depeschenagenturen Erholungszeichen an der amerikanischen Arbeitsmarktfront. Der Querschuss-Blog hat etwas genauer hingeschaut und das Resultat ist weit weniger rosig als es die offizielle Meldung vermuten lässt.

Das Bureau of Labor Statistics hat auch weiter, nach einer Unterbrechung im Januar, die nicht saisonbereinigten Arbeitsmarktdaten mit Hilfe des Net Birth/Death Model geschönt! Das Net Birth/Death Model schätzt die neugegründeten Firmen und deren Beschäftigungszahlen. Unlogischerweise gehen die Statistiker davon aus, dass viele neue Unternehmen entstehen, je mehr alte liquidiert werden. Eine lächerliche Annahme in einem so dramatischen Konjunkturabschwung! Die dazu gedichteten Stellen auf Grund dieser statistischen Annahme betrugen im Mai 2009 wieder gewaltige 220‘000! Das Net Birth/Death Model fließt in den nicht saisonbereinigten Stellenaufbau/abbau mit ein.

Auch die amerikanischen Arbeitsmarktdaten bestehen nicht nur aus Fakten sondern auch aus vielen Annahmen, die den gesunden Menschenverstand vermissen lassen. Es wäre eigentlich die Aufgabe der vierten Gewalt - der Medien - diese Dinge zu hinterfragen. Leider tun sie es aber auch heute noch nicht.

Mehr dazu bei Querschuss

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: Lästermaul, am 06-06-2009 09:56
Wer einmal lügt dem glaubt man nicht. Amiland verkommt
zur Bananenrepublik!!!!!!!!!!!!
Die ganzen Manipulationen, Lügerein und Schönreden sind
einfach nur noch widerlich und mit einer Supermacht
unmöglich in Einklang zu bringen.
Good bay America, lange geht das nicht mehr gut!

Geschrieben von: Jedi7, am 06-06-2009 14:33
Herzlichen Dank für die Vorarbeit!Ich dachte schon seit Monaten, dass mich meine Sinne und Logik an der Nase herumführen. Nun weiss ich es genauer - es sind die "Staats-finanzvasallen" der USA und dessen Einfluss...
In der Hoffnung, dass unsere Europäische Bildung noch echte Werte und Demokratie vor "Dollarscheinen" erkennen kann, schöpfe ich meine Zuversicht.
(Obschon sich in unserer Bildungslandschaft die Gleichmacherei, Schönfärberei und Messbarmachung von kreativer Leistung (Widerspruch in sich!!) durch die Bolognareform etabliert. Und wir lassen uns diese US-Standards aufhalsen.
Doch die MACHT ist mit uns ;-)

Geschrieben von: BB, am 08-06-2009 13:03
Das ist leider derartig verbreitete Praxis, dass man System dahinter vermuten muss. Ob Arbeitsmarktzahlen, Ifo-Index oder Dax-Kurse. Da wird nur noch Differenzialrechnung betrieben. Die Ableitung als Maßstab aller Dinge: "Die Abnahme hat sich verringert, das Ende der Krise naht", "Der Ifo-Index hat um 0,5 Punkte zugenommen, Unternehmen wieder optimistisch", "Der DAX freundlicher als erwartet, es geht wieder aufwärts". Leider gibt es in den Medien soviel von dem Unsinn, dass man Sysiphos sein muss, um den Quatsch zu widerlegen. Die Strategie dahinter ist, den Leuten eine Wurst vor die Nase zu binden, der sie hinterherlaufen sollen. Nur nicht kritisch werden, erst gar keine Aufmüpfigkeit aufkommen zu lassen, zumindest solange, bis gewisse Kreise ihr Scherflein wieder in's Trockene gebracht haben, möglichst unauffällig. Eine sehr wirksame Propaganda-Strategie. Allein, wie es die FAZ durch ihre unseriöse Börsenberichterstattung schafft, unzähligen Kleinanleger wieder Risiko-Käufe aufzuschwatzen, ist eigentlich ein Offenbarungseid für kritischen (Qualitäts-)Journalismus. Journalisten machen sich gemein mit den Interessen der Banken. Von der vierten Gewalt zur vierten Gefahr!


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