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Unterstützung von ungewöhnlicher Seite |
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Freitag, 28. November 2008 |
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Seite 1 von 2 Was für eine verrückte Welt, Banken rennen zum Staat, Marx erscheint in
den Bestsellerlisten und Lafontaines Linke-Partei versucht mit einer
Idee Wählerstimmen zu gewinnen, die ich bereits als faire Lösung, der
Kreditkrise Herr zu werden, bezeichnet hatte. Mir ergeht es nun wie
Thomas Minder, der die Abzockerinitiative in der Schweiz angeschoben
hatte, um die Managergehälter wieder auf einen leistungsgerechten Boden
zu bringen, als Liberaler bekomme ich Unterstützung von ungewöhnlicher
Seite.
Worum gehts?
Die Linke Deutschlands verlangt eine zeitlich
begrenzte Sonderabgabe von Millionären. Die Partei schlug am Montag in
Berlin einen Freibetrag von einer Million Euro und eine
Fünf-Prozent-Abgabe auf darüber hinaus bestehendes Kapitalvermögen vor.
Damit könnten umgehend 80 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt
fließen, sagte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.
Die Linke
möchte dieses Geld, um ein staatliches Konjunktur-Programm zur
Bekämpfung der Rezession zu finanzieren. Mir geht es hingegen um etwas
ganz anderes. Die Kosten für die Rettungspakete sind nötig geworden,
weil falsch investiert wurde. Ein Nichteingreifen des Staates hätte zu
einem Systemkollaps geführt, der alle Vermögen rund um den Globus
vernichtet hätte: der inzwischen berühmte Dominoeffekt, den ich seit
dem Sommer 2007 regelmässig beschrieben habe.
Es gehört zum
liberalen Gedankengut, dass derjenige, der eine Krise verursacht, auch
dafür bezahlen muss und verursacht haben es diejenigen, die ihr Geld
für absurde Investitionen zur Verfügung gestellt haben. Das waren nicht
nur die Finanzinstitute. Der grösste Teil kam von privaten und
institutionellen Investoren, die nun von der Rettung der Banken und den
Garantien der Zentralbanken zugunsten der Ramschanleihen profitieren.
Ohne staatliche Hilfe hätten sich diese Vermögen in Luft aufgelöst. Der
Dominoeffekt konnte aber mit Steuerzahlers Hilfe zu einem nicht
unwesentlichen Teil gestoppt werden und ermöglicht es den Investoren,
die Flucht aus ihren Fehlinvestitionen mit einem blauen Auge zu
ergreifen.
Eine Flucht, die nun die Staatshaushalte erodieren
lässt. Doch nicht nur das. Auch diejenigen Vermögenden profitieren, die
nichts falsch gemacht haben, weil ein Systemkollaps alle Vermögen in
Luft aufgelöst hätte. Ist es da nicht folgerichtig, dass sie die
Rettungspakete bezahlen müssen? Zudem: Eine Vermögenssteuer von 5 % bei
einem Freibetrag von einer Million Euro hat kaum einen negativen
Einfluss auf die Konjunktur. Ob man mit diesen Einnahmen die steigende
Staatsverschuldung abbremst, Konjunkturprogramme zum Laufen bringt oder
die Mehrwertssteuer senkt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks
und der politischen Ausrichtung.
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