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UBS und die Schlagzeilen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 7. Dezember 2008
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UBS und die Schlagzeilen
Seite 2
Was im 60-Milliarden-$ Rettungspaket zugunsten der UBS enthalten ist, wurde nie detailliert bekannt gemacht und dennoch sorgt nun Sonntag-Online mit der Schlagzeile "20 Milliarden vernichtet" für Schlagzeilen. Ein interessanter Vorgang im ewigen Medien-Wettlauf um Aufmerksamkeit, Besucherzahlen und Primeurs.

Es läuft nicht optimal für die Schweizer Nationalbank und uns Steuerzahler mit den von der UBS grosszügig überreichten Ramschpapieren. Denn sie verlieren jeden Tag an Wert. Für Bewertungskorrekturen sorgen die massiv erhöhten Risikoprämien, die für diese Papiere entrichtet werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch diese Papiere von Wertkorrekturen betroffen sind, liegt bei etwa 99.99 %. 

Damit wird die Nationalbank nicht umhin kommen, innert Kürze eine Bewertungskorrektur in Milliardenhöhe bekannt zu geben.

Ein nebulöser Satz. Der Leser erfährt nicht, nach welchen Kriterien die Nationalbank Bewertungskorrekturen vornehmen muss. Ein Hinweis auf gültige Regeln fehlt vollständig. Es ist nicht einmal bekannt, zu welchem Wert die SNB die Papiere übernehmen wird. In einer Pressemitteilung der SNB vom 26.11.08 heisst es:

Die Zweckgesellschaft übernimmt die UBS-Vermögenswerte in der Höhe von maximal USD 60 Mrd. zu den Preisen per Ende September 2008, und zwar entweder zum Buchwert der UBS oder zum Wert, den die SNB aufgrund unabhängiger Expertisen feststellt. Zur Anwendung kommt die tiefere Bewertung.

Dass die Papiere heute viel weniger wert sind, ist klar, wenn man sich die Entwicklung von Ramschpapieren seit dem September 08 anschaut. Zurück zum Artikel:

Wären die 60 Milliarden Hypothekarverbriefungen noch bei der UBS, dann wäre die grösste Schweizer Bank wohl pleite.

Die Papiere sind noch bei der UBS. So steht es bei der SNB:

Die Übertragung der Aktiven an die Zweckgesellschaft soll bis Ende März 2009 erfolgen.

Ist die UBS nun pleite?

Nein, denn die SNB hat Preise vom September 08 zugesichert und die Uebernahme ist unter Dach und Fach, wenn die SNB es so will. Das Parlament kann sich nur zur 6 Milliarden-$ Pflichtanleihe äussern. Doch nicht nur hier ist der Sonntag-Online Journalist unpräzise. So behauptet er:

Die UBS müsste nach gängigen Buchhaltungsregeln die Papiere zu Marktwerten in die Bilanz setzen.

Auch das stimmt in dieser Absolutheit so nicht. Es gibt zahlreiche Schlupflöcher um der Bewertung zu Marktwerten zu entgehen und die werden auch genutzt. Gerade deshalb ist es für einen Aussenstehenden unmöglich, den Zustand einer Bank abschliessend zu beurteilen.

Die einzige Quelle für Marktdaten ist der Spezialist Markit. Dessen Daten verwendete die UBS jeweils im Geschäftsbericht zur Rechtfertigung ihrer Verluste. Der Wertverlauf seit Ende September, dem Stichtag, zeigt ein Minus von 40 Prozent bei allen Kategorien – im Minimum.

Diese Werte sind mir schon seit längerem bekannt, nur hätte ich mich niemals getraut eine solche Schlagzeile zu basteln. Weshalb?

Wie tauglich die von Markit herausgegebenen Preise sind, weiss im aktuellen Marktumfeld niemand. Die Verluste auf den 60 Mrd könnten genau so gut auch 15 oder 30 Mrd betragen. Es ist das grosse Stochern im Nebel.

Die Rettungsaktion für die UBS wird nun also zum finanziellen Debakel für die Nationalbank. Denn auch die hat nicht unendlich Geld und nur eine Eigenkapitaldecke von rund 60 Milliarden Franken.

Das Debakel haben wir, keine Frage. Tröstend mag sein, dass die amerikanische FED ein zigfaches an Ramschpapieren und Garantien aufgeladen hat. Bevor die SNB in Schwierigkeiten kommt, ist die FED schon längst tot, wenn sie nicht vom Staat gerettet wird.



 
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