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UBS und die Finma - Teil 2 |
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Montag, 21. September 2009 |
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Seite 1 von 2 Eine fehlerhafte Auskunft der UBS im März 2007 gegenüber der EBK/Finma
führte bei der Aufsichtskommission zu einer völlig falschen
Einschätzung der Lage. Wie aus dem Bericht der Finma hervorgeht,
handelte es sich nicht um eine böswillige Absicht, sondern schiere
Inkompetenz.
Die Finma respektive deren Vorgängerinstitution EBK waren ständig mit
der UBS in Kontakt und stellten auch kritische Fragen. So gab die UBS
laut dem Finma-Bericht im Dezember 2004 zu Protokoll, dass sie in den
USA keine grösseren Preiskorrekturen von Wohnimmobilien befürchte und
ihr Portfolio stark diversifiziert sei.
Im März 2005 - also
schon sehr früh - wurde von der EBK zum ersten Mal das Thema Subprime
angesprochen, damals allerdings ausschliesslich aus der
Kreditrisikosicht (Kreditexposure der UBS gegenüber Hypothekarfirmen).
Die UBS erwähnte kein Markrisiko aus diesem Bereicht.
Im
September 2005 wurde von der EBK anlässlich eines Aufsichtsbesuches bei
der UBS in NewYork wieder das Risiko der UBS im US-Hypothekarmarkt auf
die Agenda gesetzt. Die Angaben der Bank führten zu keiner grösseren
Besorgnis, dies auch deshalb, weil sich die Bank der EBK gegenüber
stehts als konsequente "Originate-to-distribute"-Organisation
darstellte. Das heisst, das Risiko der Verbriefungen wird dabei nur
kurz auf den eigenen Büchern gehalten und danach weitergegeben.
Anm: Vermutlich war dies zu diesem Zeitpunkt auch noch richtig.
Ende
2006 wurden dann Ausfälle bei (Subprime)-Hypothekargesellschaften und
eine markante Verschlechterung im US-Immobilienmarkt bekannt. Die EBK
kam im März 2007 in London darauf zu sprechen. Der Chief Risk Officer
der Investment Bank gab damals den Vertretern der Aufsichtsbehörden die
Auskunft, dass die Investment Bank von der Verschlechterung dieses
Marktes profitiere, da man nämlich grössere Short-Positionen aufgebaut
habe. Diese Angaben enthielten allerdings weder das Exposure von
Dillion Read Capital Management noch jenes der sogenannten
Super-Senior-CDO-Positionen.
Anm: Dillion Read Capital
Management wurde organisatorisch ausserhalb der Investment Bank
geführt. Deren Verluste waren mitverantwortlich an den enormen
Verlusten der UBS beteiligt.
Bei Einbezug von DRCM hätten die
internen Berechnungen schon damals kein Short-Exposure gezeigt. Diese
aufgrund unvollständiger Daten resultierende Fehlbeurteilung wurde auch
an das Corporate Center weitergegeben. Ab diesem Zeitpunkt verliess
sich das Management der Bank auf die vermeintliche Short-Position und
wandte die Aufmerksamkeit anderen, scheinbar grösseren Risiken zu.
...und
das war fatal. Die Fortsetzung der Geschichte ist bekannt. Wir haben es
also mit einem eklatantem Management-Versagen zu tun, insbesondere des
Top-Managements mit dem damaligen CEO Peter Wuffli.
Doch weshalb haben die Aufsichtsbehörden die Schaffung von DRCM überhaupt zugelassen? Die Finma dazu:
DRCM
hätte eher zu einer Risikominderung als zu einer Risikosteigerung
führen sollen, da ja die Absicht bestand, auch aussenstehende
Investoren zu beteiligen.
Diese "aussenstehenden Investoren" gab es auch, wie die UBS im Mai 2007 mitteilte, doch wurden diese schadlos gehalten:
UBS
reintegriert die Portfolios von Dillon Read Capital Management in die
Investment Bank – Rückzahlung an externe Investoren (Quelle)
Was
aber war das Interesse der UBS, einen internen Hedge-Fonds namens DRCM
zu gründen? Ein Bericht der Handelszeitung vom Juli 2005 gibt
Aufschluss:
Der UBS ist während der Internet-Blase gelegentlich
vorgeworfen worden, sie setze zu lange auf Substanzwerte statt
Wachstumsaktien. So habe sie viele Kunden verloren. Nun gründet UBS
ihren eigenen Hedge-Fonds namens Dillon Read Capital Management . Die
UBS spricht von neuen Ertragsquellen, die sich aus diesen Geschäften
erschlössen. Daneben gelingt ihr jedoch vor allem auch eines: Ein
Kompromiss, um gute Leute zu behalten, die ihr Glück sonst anderweitig
gesucht hätten. Gemeint war damit vorallem John Costas und gut sollte
er in Zukunft nicht mehr sein. Verluste von über 3 Milliarden $ werden
DRCM zugeschrieben.
Marcel Ospel damals zur Schaffung von DRCM:
«Ich bin bekannt für hohe Risikoaversität und John Costas ist von
seinem Naturell her noch viel risiko-averser als ich.»
Das war falsch. Doch was sagte Ospel danach zu seiner Verantwortung?
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