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Toxische Deponien statt blühende Landschaften PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 26. April 2009
Den warmen Temperaturen zum Trotz kommen in der deutschen Bankenszene keine Frühlingsgefühle auf. Der Boden für einen Wirtschaftsaufschwung gleicht einer Giftmülldeponie. Die darauf spiessenden Blüten mögen die Herzen der Politiker nicht erfreuen und es sieht offensichtlich sogar noch schlimmer aus, als manche schon längst befürchtet hatten. Für Transparenz sorgt einmal mehr ein Bericht, der nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war.

816 Milliarden Euro - darauf summieren sich die Engagements deutscher Banken in problematischen Geschäftsfeldern. Die Zahl klingt gewaltig und dürfte laut Bundesfinanzaufsicht Bafin nicht öffentlich sein. Die Bafin hat inzwischen die Staatsanwaltschaft München eingeschaltet. Die veröffentlichte Aufstellung sei "streng vertraulich" gewesen. Ihre Weitergabe stelle "möglicherweise einen Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht dar", heißt es zur Begründung.

Der gläserne Bürger steht bei der deutschen Regierung ganz oben auf der Liste, wenn es hingegen um die eigenen Machenschaften geht - für die der Steuerzahler aufkommen muss - dann ist Schluss mit lustig.

Eine Bafin-Sprecherin bemühte sich am Abend um Schadensbegrenzung. In die als Risikobeträge angeführten Zahlen seien auch Vermögenswerte eingeflossen, "die nach Angaben der Banken nicht mehr zur aktuellen Geschäftsstrategie passen und die daher ausgegliedert werden könnten", sagte sie SPIEGEL ONLINE.

Nebelkerzen freuen sich in dieser Zeit äusserst grosser Beliebtheit, da macht auch der Kommentar der Bafin-Sprecherin keine Ausnahme, denn: Was nicht mehr zur Geschäftsstrategie gehört, kann man verkaufen. Nur wenn man es nicht verkaufen kann, dann tauchen sie auf solchen Listen auf.

Wie schlecht es vornehmlich um die deutschen Landesbanken steht, zeigt die folgende Meldung:

Die Zeit für eine Rettung der angeschlagenen Landesbanken drängt. Finanzminister Steinbrück und die betroffenen Ministerpräsidenten müssen sich nach SPIEGEL-Informationen spätestens am Montag einigen, wie die Not-OP finanziert wird. Andernfalls droht mindestens einem Institut der Kollaps.


"Sollte es nicht zu einer Einigung kommen", so berichten hochrangige Finanzexperten der Regierung, "wäre eine Lösung vor der Sommerpause kaum noch möglich." Dann aber könnte zumindest eine Landesbank existentiell bedroht sein.

Existenziell sind alle bedroht, neu ist nur, dass es jetzt häppchenweise an die Oeffentlichkeit dringt.

Nicht beantwortet bleibt hingegen, weshalb Deutschland so stark im Giftmüll mit drin steckt. Deutschland gehört weder zu den grössten Finanzplätzen, noch hat Deutschland eine hausgemachte Immobilienkrise. Das Land müsste also besonders gut gewappnet sein für schlechte Zeiten. Doch so ist es nicht. Lassen wir also den Finanzminister selbst zu Wort kommen: Steinbrück im Tagesspiegel:

 
Die Vorgeschichte dieser Krise ist eine Kombination der Politik des billigen Geldes maßgeblich in Folge des Terroranschlages vom 11. September 2001, des Paradigmas der Deregulierung – und ich rede wirklich von einem Paradigma! – und einer unsäglichen Renditejagd, die von einer Risikoillusion begleitet wurde.
 

Und ausgerechnet die deutschen Landesbanken waren an dieser unsäglichen Renditejagd an vorderster Front anzutreffen. Nochmals Steinbrück:
 
Ja, auch die Politik hat sich in Deutschland dieser Deutungshoheit mit dem politischen Backing aus der Thatcher- und aus der Reagan-Ära lange und weitgehend ergeben. Dabei spielten in Deutschland immer auch Fragen eine Rolle, wie Frankfurt als größter Bankenplatz in Deutschland einigermaßen Anschluss halten kann an die anderen großen Finanzzentren, insbesondere an London und New York.
 
Der Drang zur Grösse hat schon manchem das Genick gebrochen. Eine ganz spezielle Rolle spielte darin der Steinbrück-Spezi Jörg Asmussen. Mehr zu seiner Funktion hier: Die grosse Heuchelei . Zurück zu Steinbrück:
 
Kritikern dieser Politik halte ich allerdings entgegen, dass sie vergessen machen, in welchem Ausmaß mindestens in den letzten zehn Jahren Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsjournalismus und Verbände Multiplikatoren und auch ideologische Träger einer weitergetriebenen Deregulierung waren – und einige es bis auf den heutigen Tag sind!
 

Tja, die versammelte Elite steckt bis zum Hals in der Verantwortung. Nur bezahlen will sie nicht. Die Gläubiger kommen mehr oder weniger ungeschoren davon. Dadurch wird das Arm/Reich-Gefälle zementiert, statt das die Krise dazu genutzt wird, einen Ausgleich zu schaffen. Der Markt hätte dies getan, doch die Marktmissionare wollen davon nichts mehr wissen, seit er sich gegen ihre eigenen Interessen richtet.

Steinbrück muss Landesbanken im Eiltempo retten
Warum diese Krise eine Zäsur ist
Steinbrück erwartet gigantisches Schuldenloch

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Beobachter, am 26-04-2009 15:04
LLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL
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Ein weißes Loch - alles im Nebel versenkt. :zzz


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