Den warmen Temperaturen zum Trotz kommen in der deutschen Bankenszene
keine Frühlingsgefühle auf. Der Boden für einen Wirtschaftsaufschwung
gleicht einer Giftmülldeponie. Die darauf spiessenden Blüten mögen die
Herzen der Politiker nicht erfreuen und es sieht offensichtlich sogar
noch schlimmer aus, als manche schon längst befürchtet hatten. Für
Transparenz sorgt einmal mehr ein Bericht, der nicht für die
Oeffentlichkeit bestimmt war.
816 Milliarden Euro - darauf summieren sich die Engagements deutscher
Banken in problematischen Geschäftsfeldern. Die Zahl klingt gewaltig
und dürfte laut Bundesfinanzaufsicht Bafin nicht öffentlich sein. Die
Bafin hat inzwischen die Staatsanwaltschaft München eingeschaltet. Die
veröffentlichte Aufstellung sei "streng vertraulich" gewesen. Ihre
Weitergabe stelle "möglicherweise einen Verstoß gegen die
Verschwiegenheitspflicht dar", heißt es zur Begründung.
Der
gläserne Bürger steht bei der deutschen Regierung ganz oben auf der
Liste, wenn es hingegen um die eigenen Machenschaften geht - für die
der Steuerzahler aufkommen muss - dann ist Schluss mit lustig.
Eine
Bafin-Sprecherin bemühte sich am Abend um Schadensbegrenzung. In die
als Risikobeträge angeführten Zahlen seien auch Vermögenswerte
eingeflossen, "die nach Angaben der Banken nicht mehr zur aktuellen
Geschäftsstrategie passen und die daher ausgegliedert werden könnten",
sagte sie SPIEGEL ONLINE.
Nebelkerzen freuen sich in dieser Zeit
äusserst grosser Beliebtheit, da macht auch der Kommentar der
Bafin-Sprecherin keine Ausnahme, denn: Was nicht mehr zur
Geschäftsstrategie gehört, kann man verkaufen. Nur wenn man es nicht
verkaufen kann, dann tauchen sie auf solchen Listen auf.
Wie schlecht es vornehmlich um die deutschen Landesbanken steht, zeigt die folgende Meldung:
Die
Zeit für eine Rettung der angeschlagenen Landesbanken drängt.
Finanzminister Steinbrück und die betroffenen Ministerpräsidenten
müssen sich nach SPIEGEL-Informationen spätestens am Montag einigen,
wie die Not-OP finanziert wird. Andernfalls droht mindestens einem
Institut der Kollaps.
"Sollte es nicht zu einer Einigung
kommen", so berichten hochrangige Finanzexperten der Regierung, "wäre
eine Lösung vor der Sommerpause kaum noch möglich." Dann aber könnte
zumindest eine Landesbank existentiell bedroht sein.
Existenziell sind alle bedroht, neu ist nur, dass es jetzt häppchenweise an die Oeffentlichkeit dringt.
Nicht
beantwortet bleibt hingegen, weshalb Deutschland so stark im Giftmüll
mit drin steckt. Deutschland gehört weder zu den grössten
Finanzplätzen, noch hat Deutschland eine hausgemachte Immobilienkrise.
Das Land müsste also besonders gut gewappnet sein für schlechte Zeiten.
Doch so ist es nicht. Lassen wir also den Finanzminister selbst zu Wort
kommen: Steinbrück im Tagesspiegel:
Die Vorgeschichte dieser
Krise ist eine Kombination der Politik des billigen Geldes maßgeblich
in Folge des Terroranschlages vom 11. September 2001, des Paradigmas
der Deregulierung – und ich rede wirklich von einem Paradigma! – und
einer unsäglichen Renditejagd, die von einer Risikoillusion begleitet
wurde.
Und ausgerechnet die deutschen Landesbanken waren an
dieser unsäglichen Renditejagd an vorderster Front anzutreffen.
Nochmals Steinbrück: Ja, auch die Politik hat sich in
Deutschland dieser Deutungshoheit mit dem politischen Backing aus der
Thatcher- und aus der Reagan-Ära lange und weitgehend ergeben. Dabei
spielten in Deutschland immer auch Fragen eine Rolle, wie Frankfurt als
größter Bankenplatz in Deutschland einigermaßen Anschluss halten kann
an die anderen großen Finanzzentren, insbesondere an London und New
York. Der Drang zur Grösse hat schon manchem das Genick
gebrochen. Eine ganz spezielle Rolle spielte darin der Steinbrück-Spezi
Jörg Asmussen. Mehr zu seiner Funktion hier: Die grosse Heuchelei .
Zurück zu Steinbrück: Kritikern dieser Politik halte ich
allerdings entgegen, dass sie vergessen machen, in welchem Ausmaß
mindestens in den letzten zehn Jahren Wirtschaftswissenschaften,
Wirtschaftsjournalismus und Verbände Multiplikatoren und auch
ideologische Träger einer weitergetriebenen Deregulierung waren – und
einige es bis auf den heutigen Tag sind!
Tja, die versammelte
Elite steckt bis zum Hals in der Verantwortung. Nur bezahlen will sie
nicht. Die Gläubiger kommen mehr oder weniger ungeschoren davon.
Dadurch wird das Arm/Reich-Gefälle zementiert, statt das die Krise dazu
genutzt wird, einen Ausgleich zu schaffen. Der Markt hätte dies getan, doch die Marktmissionare wollen davon nichts mehr wissen, seit er sich gegen ihre eigenen Interessen richtet.
Steinbrück muss Landesbanken im Eiltempo retten Warum diese Krise eine Zäsur ist Steinbrück erwartet gigantisches Schuldenloch
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Geschrieben von: Beobachter, am 26-04-2009 15:04 LLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL O O O O O O O O O O O O C C C C C C C C C C C C HHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH Ein weißes Loch - alles im Nebel versenkt.  Artikel kommentieren
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Erhalten von: Das soll Elite sein? « Analyse + Aktion , am 27-04-2009 09:56 (PB) [...] Das soll Elite sein? Zu den Kommentaren Zeitenwende.ch: Tja, die versammelte Elite steckt bis zum Hals in der Verantwortung. Nur bezahlen will sie nicht. [...] |