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Freitag, 8. Mai 2009 |
Mütter finden ihre eigenen Kinder auch dann noch niedlich, wenn sie
jeder andere in eine Geisterbahn stellen würde. Dieses Verhalten ist
verständlich, aber niemandem käme es in den Sinn die Meinung der Mütter
über ihre eigenen Kinder als objektiv zu betrachten. Genau so
verständlich ist, dass der Stresstest den die US-Regierung bei den Wall
Street-Banken durchführte, besser als die Erwartungen ausfiel.
Unverständlich ist hingegen die Reaktion darauf.
Zehn US-Banken brauchen zusätzliches Kapital von insgesamt 74,6
Milliarden Dollar, um einen hypothetischen Finanz-GAU zu überstehen.
Diese Summe lag unter den Befürchtungen vieler Experten, die eher auf
100 bis 200 Milliarden Dollar getippt hatten.
Da die meisten
Experten noch direkt oder indirekt von der Wall Street abhängig sind,
dürfte die Wahrheit um einiges höher liegen.
Doch machen wir
nicht die "Experten" dafür verantwortlich. Die Krise dauert schon viel
zu lange, als dass bis jetzt nicht jedem hätte klar werden müssen, dass
Abhängigkeiten nicht zu objektiven Resultaten führt. Wer also auch
jetzt noch auf die gleichen Stimmen vertraut, die im Quartalsrhythmus
völlig versagt haben, dem ist nicht mehr zu helfen.
Speziell
aufhorchen lässt, dass die US-Regierung von den Banken verlangt,
dass ihr Aktienkapital im Vergleich zu den risikogewichteten Vermögen
mindestens 4 % betragen soll. Das heisst, der 25-fache Einsatz von
Fremdkapital soll in der aktuellen Wirtschaftslage Sicherheit
verströmen... Okay, in Europa ist es noch schlechter. Beruhigend ist
das nicht, aber man kann ja noch etwas feiern, bis der nächste Kater
auf der Tanzfläche erscheint.
Update:
Die Ergebnisse des jüngsten Belastbarkeitstests von 19 führenden
US-Banken beruhen nach Angaben der US-Zeitung "Wall Street Journal"
nicht auf soliden Berechnungen, sondern auf einem Geschachere zwischen
den Finanzinstituten und Regierungsbeamten.
Banken sollen Stresstest frisiert haben
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