Roche gehört mit 80'00 Mitarbeitern und einem Umsatz von 45 Milliarden
Schweizer Franken zu den weltweit grössten Pharmakonzernen. Das
bekannteste Produkt ist Tamiflu, das dank Vogel- und Schweingrippe auch
ausserhalb der Medizin für Schlagzeilen sorgte. Weit spannender ist
aber ihre Gründungsgeschichte und die wirft Fragen auf über die Wirkung
von Medikamenten und deren Erfolg.
Gefunden habe ich die folgende Geschichte im empfehlenswerten Buch von Alex Capus Patriarchen: Zehn Portraits , in der er die ungewöhnlichen Geschichten einiger Männer
erzählt, die den Grundstein von Unternehmen wie Nestlé, Maggi oder eben
Hoffman-La-Roche gelegt haben.
Fritz Hoffmann wurde in den Basler
Geldadel hineingeboren. Er habe weder besondere Talente noch Vorlieben
gehabt, sei weder sonderlich klug, noch überdurchschnittlich charmant
noch auffällig schön gewesen. Aber Geld, das war vorhanden. So
versuchte er sich nach einigen Irrungen und Wirrungen in der
Heilmittelbranche. Lange erfolglos und auf Kosten seines Vaters sollte
ein Hustensaft die Wende und den Grundstein für den heutigen
Pharmakonzern setzen.
Der Hustensirup hiess "Sirolin", war
ausgesprochen wohlschmeckend und gelangte 1898 als Vorbeugungsmittel
gegen Tuberkulose und Erkältungen auf den Markt. Er hatte nur einen
Nachteil: Er war praktisch wirkungslos. Weil er aber so gut schmeckte,
wurde er zum ersten grossen Verkaufserfolg der Firma. Im ersten Jahr
verkaufte Roch 700 Flaschen, im zweiten 33'000 und im dritten 78'000,
und 1913 erstmals über eine Million. Mehr als sechzig Jahre lang
produzierte Roche den Sirup.
Für Sirolin rührte Hoffmann die
Werbetrommel wie noch nie ein Heilmittelfabrikant vor ihm. In fast
allen europäischen Ländern verteilte er Millionen von Klebebildern und
Postkarten, auf denen glückliche, Sirolin trinkende Kinder abgebildet
waren... usw.
Und daraus lernen wir, dass Heilung nicht
notwendig ist, um mit einem Medikament wirtschaftlichen Erfolg zu
haben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Interview mit
dem Medizinprofessor Jerome Kassirer, in dem er sagt, Geschenke von
Pharmafirmen an Ärzte und Journalisten zahlen sich aus: Niemand möchte
glauben, dass er bestechlich ist.
Tja, da haben wir sie wieder, die Anreiz-Systeme.
Ein
offenes Geheimnis ist in der Schweiz auch der Einfluss der Pharma auf
die Politik, nur öffentlich darüber gesprochen wird nicht. Doch weshalb
all diese Bemühungen? Wenn es die Pharmabranche fertig bringt, Produkte
herzustellen, die heilen, dann wären diese sehr teuren Anstrengungen
doch gar nicht nötig. Oder noch zugespitzter formuliert: Würde die
Pharma tatsächlich Heilmittel produzieren, müssten ihr ihre Kunden
mangels Krankheit ausgehen. Doch davon keine Spur. Der schlechteste
Leistungsausweis für die Pharma sind ihre steigenden Umsätze.
Das
entspricht auch meiner persönlichen Erfahrung. Manche Medikamente haben
gewirkt, keines aber hat geheilt. Inzwischen lebe ich mit der
Ueberzeugung: Heilung kommt von innen, alles andere ist Placebo.
Schweinegrippe: Worst-Case wäre ein Glücksfall für Roche
P.S. Schon früher waren die Experten völlig neutral, schauen Sie mal...

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Geschrieben von: /W , am 02-05-2009 09:02 "Heilung kommt von innen" ist auch meine Erfahrung. Wer glücklich ist, hat eine stärkere Immunabwehr als jemand, der mit sich und dem Rest der Welt hadert. Sogar die von der "ernsten" Medizin lange Zeit belächelte Homöopathie hat inzwischen auf den Bauernhöfen(!) Einzug gehalten. Beim Rindvieh kann man einen Plazeboeffekt ausschließen und der Bauer zahlt garantiert nur für etwas, das hilft. Geschrieben von: HRR, am 02-05-2009 10:49 @W Es kann auch der Glaube des Arztes an die Homöopathie sein, der die Kühe heilt. Nur mal so ein Gedanke... Edzard Ernst, der weltweit erste Professor für Komplementärmedizin, geht mit seiner Disziplin hart ins Gericht. Er zahlt jedem 100'000 Dollar, der ihm die Wirksamkeit von Homöopathie nachweist. Quelle Geschrieben von: sakura, am 02-05-2009 11:32 @HRR Quote:
We are willing to pay any individual *$250,000 if they can produce empirical evidence which proves that Jesus is not the son of the Flying Spaghetti Monster boing-boing  Geschrieben von: Josef, am 02-05-2009 13:30 Und ich zahle dem ersten 100.000 Dollar der mir beweist, dass die Medikamente die Patienten heilen und nicht der Glaube der Patienten an das Medikament sie heilt! Geschrieben von: HRR, am 02-05-2009 13:33 Jesus ist für mich der glaubwürdigere Botschafter als die Pharmaindustrie. Er lief über das Wasser, ohne dass ihn eine PR-Agentur gesponsert hätte  Geschrieben von: sakura, am 02-05-2009 16:09 @HRR ad PR-Agentur: Kirche? Die kam zwar später. Nur musste er das in seiner Allwissenheit doch wissen und hat damit die Kirche exakt so geplant. Ging mir aber nur darum das nur die wenigsten Dinge exakt beweisbar sind. Klappt schon nicht mal immer in der Mathematik oder in der Informatik. Die Naturwissenschaften haben diese Problematik seit Popper zumindest erkannt. Geschrieben von: Alexander , am 02-05-2009 20:30 Man muss das etwas differenziert sehen. Ein solcher Hustensirup geht für mich unter Komplementärmedizin (Quaksalberei). Er fällt also in eine ähnliche Kategorie wie Uriellas Badewasser oder Mike Shivas Lebensweisheiten, die er für CHF 4.50 pro Minute an die Leute bringt. Geschrieben von: Josef, am 02-05-2009 21:26 @sakura Popper hat es erkannt, aber die meisten Wissenschaftler und die meisten _Menschen_ glauben trotzdem immer noch, dass was die Naturwissenschaftler "beweisen" sei unumstößliche Wahrheit!" Geschrieben von: egghat , am 03-05-2009 00:00 Naja. Erstens wachsen die Umsätze der Pharmaindustrie schon allein durch die wachsende Weltbevölkerung und natürlich auch die Demographie. Außerdem ist es glaube ich (bei aller angebrachten Kritik an der Pharmaindustrie), dass nicht alles, was die Pharmaindustrie produziert, Mumpitz ist. Bei viele Krebsarten hatte man früher ein paar (ziemlich beschissene) Monate Lebenswerwartung. Heute hat man oft noch ein paar Jahre, und die zum großen Teil mit relativ guter Lebensqualität. Geschrieben von: HRR, am 03-05-2009 02:21 @egghat Inhaltlich ging es mir nur um das Thema Heilung. Dass Medikamente wirken steht ausser Frage und somit ist auch nicht alles Mumpitz. Von Schlaftabletten erwartet niemand eine Heilung der Schlafstörung, nur eine Ueberbrückung. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Europnews » Blog Archiv » Heilung? Nicht wichtig, der Umsatz muss stimmen! , am 02-05-2009 06:19 (PB) [...] Artikel komplett lesen Bookmark to: [...] Erhalten von: dailytalk.com , am 02-05-2009 20:41 (TB) Statt Heilung kam der Umsatz - zeitenwende.ch
Roche gehört mit 80\'000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 45 Milliarden Schweizer Franken zu den weltweit grössten Pharmakonzernen. Das bekannteste Produkt ist Tamiflu, das dank Vogel- und Schweingrippe auch ausserhalb der Medizin für Schlagzeilen |