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Spezielle Regeln für spezielle Banken PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 17. Juli 2008
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Spezielle Regeln für spezielle Banken
Seite 2
Mitten im Sommer verbietet die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC das Verkaufen von Shorts - "naked shorts" und sorgt dabei für hitzige Debatten. Nicht zu kurz geratene Beinkleider haben die Behörden zum Handeln veranlasst sondern der Verkauf von Aktien durch Personen oder Institutionen, welche diese gar nicht besitzen. Weshalb der SEC dieses "unsittliche" Verhalten gerade jetzt sauer aufstösst hat seine Gründe, weshalb die neuen Regeln nur bei ganz wenigen  Unternehmen angewandt wird - auch.

"Er sei ein Anwalt des Big Business, Kleinaktionäre könnten sich von ihm nichts erhoffen - so lauteten die Urteile über Christopher Cox, als er 2005 Chef der US-Börsenaufsicht SEC wurde." schreibt die Financial Times und weiter "Spätestens in dieser Woche hat er solche Ansichten widerlegt."

Da bin ich mir nicht so sicher. Aber gehen wir zuerst an den Anfang zurück.

Die SEC hat das naked short selling in Aktien ganz weniger Unternehmen verboten. Unter naked short selling versteht man das Verkaufen von Aktien ohne in deren Besitz zu sein und ohne diese Aktien ausgeliehen zu haben. Das naked short selling ist nur dann interessant, wenn der Verkäufer die Aktien billiger wieder zurück kaufen kann, bevor er sie dem Käufer liefern muss. Ein Geschäft von Profis also.

Dass die SEC diese Regel gerade jetzt einführt, hat mit der Angst vor einem zweiten "Bear Stearns-Fall" zu tun, deren Scheitern Spekulanten angelastet wird. Die Angst bezog sich dieses Mal aber hauptsächlich auf Freddie und Fannie und die Angst war nicht unbegründet.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal ist das sogenannte "short interest" in Aktien von Freddie Mac und Fannie Mae und anderen Unternehmen in der letzten Woche dramatisch angestiegen, basierend auf Angaben der Firma Data Explorers. Kurz darauf hatte die SEC entschieden das "naked short selling" zu verbieten.

Data Explorers überwacht das Ausmass in welchem institutionelle Aktienbesitzer Aktien ausleihen, welche dann als Hinweis dient, wieviele Aktien short verkauft wurden. (In einem short-sale leiht sich ein Händler die Aktien aus und verkauft sie dann in der Hoffnung, dass der Preis fällt und er sie billiger zurück kaufen kann.)
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(Bild via WSJ)

Die ausgeliehenen Aktien "Short interest" in Freddie Mac sind in den letzten Monaten angestiegen - siehe Chart. Die grüne Linie representiert den Aktienkurs, die rote representiert den Prozentsatz der Marketkapitalisierung, welche ausgeliehen ist.

Während das Shorten von Aktien, welche ausgeliehen wurden, durch die neue Regelung nicht tangiert wurde, ist der psychologische Effekt sicher nicht zu unterschätzen.  (Die Erholung an den Märkten dürfte ein Hinweis darauf sein).



 
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